Infektionswelle: New York ruft Grippe-Notstand aus

Eine schwere Grippewelle hat den US-Bundesstaat New York erfasst: Die Zahl der Infektionen ist fast fünfmal so hoch wie in der vergangenen Saison. Die Behörden sprechen von einer Epidemie, Gouverneur Cuomo hat den Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Grippeimpfung in Boston (12. Januar): USA erleben ungewöhnlich schwere Grippewelle Zur Großansicht
REUTERS

Grippeimpfung in Boston (12. Januar): USA erleben ungewöhnlich schwere Grippewelle

New York - Die Zahlen sind beeindruckend: Fast 20.000 Grippefälle haben die Behörden im US-Bundesstaat New York in dieser Saison bereits registriert - fast fünfmal mehr als vor einem Jahr, als nur 4400 Fälle gemeldet wurden. "Wir erleben gerade die schwerste Grippewelle seit 2009", sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo der "New York Times". Die Influenza habe sich in allen 57 Bezirken des Bundesstaats und in allen fünf Stadtbezirken von New York City ausgebreitet.

Cuomo hat im Staat New York am Samstag den Gesundheitsnotstand ausgerufen, um den Zugang zu Impfstoffen zu erleichtern. Apotheker dürfen nun 30 Tage lang Kinder im Alter von sechs Monaten bis 18 Jahren impfen, was normalerweise verboten ist. Gleichzeitig starteten die Behörden über Facebook, Twitter und die klassischen Medien eine massive Aufklärungs- und Werbekampagne zugunsten von Impfungen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC ist der Impfstoff in 62 Prozent aller Fälle effektiv.

In den restlichen Teilen der USA ist das Bild ähnlich. Die Epidemie sei früher ausgebrochen und nehme einen heftigeren Verlauf als in den vergangenen Jahren, teilte die CDC mit. Inzwischen hat sie sich praktisch auf alle Bundesstaaten ausgebreitet. Bundesweit hat die CDC knapp 29.000 Fälle registriert, mindestens 20 Kinder seien gestorben. Vergangene Woche seien 7,3 Prozent aller Todesfälle in den USA auf das Konto von Lungenentzündung und Grippe gegangen. Verantwortlich sei in vielen Fällen der Virenstamm H3N2, der einen schweren Krankheitsverlauf verursachen kann.

Zwar gab es vereinzelte Berichte über Impfstoff-Engpässe, doch die CDC geht davon aus, dass ausreichende Mengen vorhanden sind. Für dieses Jahr seien für die USA 135 Millionen Impfdosen hergestellt und 128 Millionen davon bereits verteilt worden. Das sollte nach Angaben der CDC reichen, da sich im Durchschnitt nur 37 Prozent der rund 314 Millionen US-Amerikaner jedes Jahr impfen ließen. Zudem äußerte die CDC die Hoffnung, dass die Grippewelle ihren Höhepunkt bereits erreicht haben könnte.

Auch in Deutschland hat die Grippesaison diesmal ungewöhnlich früh begonnen. Das Berliner Robert Koch-Institut schätzt, dass in der vergangenen Woche 5,7 Prozent der deutschen Bevölkerung an akuter Atemwegserkrankung (ARE) litten - ein deutlicher Rückgang gegenüber den geschätzten acht Prozent der Vorwoche. Das sei allerdings nicht überraschend: Die Experten führen das darauf zurück, dass insbesondere Kinder in den Weihnachtsferien weniger Kontakt miteinander hätten - und damit auch geringere Chancen, sich gegenseitig anzustecken. Im vergangenen Jahr seien die Infektionsraten allerdings wieder angestiegen, als die Ferien vorbei waren.

mbe/AFP

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insgesamt 81 Beiträge
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1. Nichts los?
ukubi 13.01.2013
Was soll das denn? Grippe in den USA! Mitten im Winter! Trivialer geht's wohl nicht. Denen hat die AOK wohl dann auch noch den Grippe-Impfstoff weg-rabattiert. Lieber SPON, besser nichts schreiben als so einen Lückenfüller.
2. Unlogisch...
SilverTi 13.01.2013
Wenn die Grippe grad am Laufen ist, soll man sich jetzt noch impfen lassen? Wo der Impfstoff doch 2 bis 4 Wochen braucht, bis er wirkt? Dann eher Medikamente verteilen, die der Grippe Linderung bringen.
3. gelassen
sir.viver 13.01.2013
sehe ich der Grippewelle entgegen. Ich bin geimpft :)
4. Standard in jeder Praxis, jedes Jahr wieder:
quaaakquaaak 13.01.2013
Plötzlich kommen sie alle wieder, die sich vorher nicht haben impfen lassen, weil ihre KK es nicht bezahlt, weil sie ja immer so auf Impfungen reagieren, weil sie sowieso gegen Impfungen sind...
5. aufgewacht
roland.vanhelven 13.01.2013
Zitat von sysopEine schwere Grippewelle hat den US-Bundesstaat New York erfasst: Die Zahl der Infektionen ist fast fünfmal so hoch wie in der vergangenen Saison. Die Behörden sprechen von einer Epidemie, Gouverneur Cuomo hat den Gesundheitsnotstand ausgerufen. New York ruft Grippe-Notstand aus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/new-york-ruft-grippe-notstand-aus-a-877256.html)
mehr impfungen = mehr erkrankungen. mehr geld in die krebsforschung = mehr krebsfaelle. usw...
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