Niedrigere Strahlengrenzwerte: Japan will mehr Lebensmittel verbieten

Nach der Atom-Katastrophe von Fukushima wächst in Japan die Sorge vor radioaktiver Strahlung: Das Land will neue Grenzwerte für Lebensmittel erlassen. In manchen Regionen sollen Kinder kostenlos zum Arzt gehen können.

Einkaufen mit dem Strahlungsmessgerät: Gesonderter Grenzwert für Babynahrung Zur Großansicht
AP

Einkaufen mit dem Strahlungsmessgerät: Gesonderter Grenzwert für Babynahrung

Tokio - Japan will die Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel in Folge des Atomunfalls in Fukushima senken. Ein für Lebensmittelsicherheit zuständiges Gremium des Gesundheitsministeriums stimmte am Donnerstag dem Plan zu, für Babynahrung einen gesonderten Grenzwert für radioaktives Cäsium einzuführen.

Der Gouverneur der Provinz Fukushima, Yuhei Sato, forderte zudem bei einem Treffen mit Regierungschef Yoshihiko Noda die Einführung einer kostenlosen ärztlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in Fukushima. Das gesellschaftliche Fundament der Provinz sei erschüttert, da viele Bürger aus Furcht vor Verstrahlung in andere Landesteile weggezogen seien. Der Staat müsse daher die Verantwortung tragen und für ein sicheres Umfeld für Kinder sorgen.

Künftig soll es statt fünf nur noch vier Kategorien für Cäsium-Belastung geben: Babynahrung, Trinkwasser, Milch und andere Lebensmittel. Nach Beginn der Atomkatastrophe hatte der Staat für Trinkwasser, Milch und Milchprodukte vorläufig einen Cäsium-Grenzwert von 200 Becquerel pro Kilogramm festgelegt sowie von 500 Becquerel für die drei Kategorien Gemüse, Getreide und andere Lebensmittel einschließlich Fleisch, Eier und Fisch. Dabei legte die Regierung den durchschnittlichen Verbrauch eines Japaners zugrunde, so dass die innere Strahlenbelastung 5 Millisievert pro Jahr nicht übersteigt.

Das Gesundheitsministerium hat bereits beschlossen, diesen Grenzwert auf ein Millisievert pro Jahr zu senken. Entsprechend sollen auch die erlaubten Cäsium-Werte für die Lebensmittelkategorien sinken. Das Ministerium wolle bis Ende des Jahres Vorschläge für neue Grenzwerte ausarbeiten, die dann intern erörtert werden, berichteten Medien.

Steuererhöhung soll Wiederaufbau finanzieren

Das Unterhaus des Parlaments billigte am Donnerstag ein Gesetz, das es der Regierung ermöglicht, zur Finanzierung des Wiederaufbaus der vom Erdbeben und Tsunami am 11. März zerstörten Gebiete die Steuern zu erhöhen. Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung des Oberhauses, womit nächste Woche gerechnet wird. Die Regierung plant vor dem Hintergrund der schwachen Inlandsnachfrage und der Belastung des wichtigen Exportsektors durch den starken Yen zunächst die Unternehmenssteuern zu senken.

Ab Januar 2013 soll dann die Einkommensteuer für 25 Jahre angehoben werden. Angesichts der extrem hohen Staatsverschuldung will Noda sicherstellen, dass neue Staatsanleihen mit vorhandenen Mitteln auch bedient werden können. Die Regierung plant außerdem in den nächsten fünf Jahren eine Anhebung der Verbrauchssteuer, die derzeit bei fünf Prozent liegt.

boj/dpa

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insgesamt 35 Beiträge
r52 24.11.2011
Na hoffentlich haben sie inzwischen auch genügend geeignete Meßgeräte
Zitat von sysopNach der Atom-Katastrophe von Fukushima wächst in Japan die Sorge vor radioaktiver Strahlung: Das Land will neue Grenzwerte für Lebensmittel erlassen. In manchen Regionen sollen Kinder kostenlos zum Arzt gehen können. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,799666,00.html
Na hoffentlich haben sie inzwischen auch genügend geeignete Meßgeräte
Bins 24.11.2011
Es geht um Kinder und Radioaktivität. Promethium übernehmen Sie......
Zitat von sysopNach der Atom-Katastrophe von Fukushima wächst in Japan die Sorge vor radioaktiver Strahlung: Das Land will neue Grenzwerte für Lebensmittel erlassen. In manchen Regionen sollen Kinder kostenlos zum Arzt gehen können. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,799666,00.html
Es geht um Kinder und Radioaktivität. Promethium übernehmen Sie......
ostap 24.11.2011
Kinder, die erst nach Jahren im Ergebnis einer radioaktiven Überdosis sterben, zählen nicht mit bei der Kindersterblichkeit. Das ist Promethium schon wieder egal. Genauso wenig interessiert ihn, dass in Staaten mit vielen [...]
Zitat von BinsEs geht um Kinder und Radioaktivität. Promethium übernehmen Sie......
Kinder, die erst nach Jahren im Ergebnis einer radioaktiven Überdosis sterben, zählen nicht mit bei der Kindersterblichkeit. Das ist Promethium schon wieder egal. Genauso wenig interessiert ihn, dass in Staaten mit vielen Atommeilern die AIDS-Rate signifikant höher als in Deutschland ist: in Frankreich 4 mal so hoch, in Rußland sogar 10 mal so hoch.
21Pinto 24.11.2011
Ich hab in diesem Forum schon viel lächerliches gelesen, aber das AKW jetzt auch noch an HIV schuld sein sollen schlägt dem Fass wirklich den letzten Tropfen ins Gesicht!
Zitat von ostapGenauso wenig interessiert ihn, dass in Staaten mit vielen Atommeilern die AIDS-Rate signifikant höher als in Deutschland ist: in Frankreich 4 mal so hoch, in Rußland sogar 10 mal so hoch.
Ich hab in diesem Forum schon viel lächerliches gelesen, aber das AKW jetzt auch noch an HIV schuld sein sollen schlägt dem Fass wirklich den letzten Tropfen ins Gesicht!
msiefert 24.11.2011
Habe heute das erste mal vom Begriff "Internet Water Army" gehört und irgendwie musste ich gleich an die Atomlobby denken. Ob die auch in Internetforen aktiv ist?
Habe heute das erste mal vom Begriff "Internet Water Army" gehört und irgendwie musste ich gleich an die Atomlobby denken. Ob die auch in Internetforen aktiv ist?
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  • Donnerstag, 24.11.2011 – 12:10 Uhr
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Von Sievert bis Becquerel: Kleines Lexikon der Strahlenmessung
DPA
Manche Atomkerne von chemischen Elementen sind instabil und zerfallen deshalb. Sie werden als radioaktiv bezeichnet. Die Zerfallsprozesse können unterschiedlicher Natur sein. Die Strahlung, die zerfallende Elemente aussenden, wird in drei Arten unterschieden: Während Alpha- und Betastrahlung aus Partikeln bestehen, handelt es sich bei Gammastrahlung um elektromagnetische Wellen, ähnlich der Röntgenstrahlung. Allerdings ist ihre Wellenlänge viel kleiner und die Strahlen sind somit extrem energiereich. Alphastrahlung besteht aus positiv geladenen Helium-Kernen, die aus zwei Protonen und zwei Neutronen aufgebaut sind. Betastrahlen bestehen aus Elektronen. Sie entstehen, wenn sich ein Neutron in ein Proton und ein Elektron umwandelt, das vom Atomkern abgestrahlt wird.





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