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Auszeichnung 2015: Medizin-Nobelpreis geht an drei Parasitenforscher

Forscherehrung: Nobelpreis für Parasitenforscher Fotos
Getty Images/ UIG

Es ist die höchste Auszeichnung in der Medizin: Das Nobel-Komitee in Stockholm hat die drei Wissenschaftler William Campbell, Satoshi Omura und Youyou Tu geehrt - unter anderem für ihre Malariaforschung.

Am Montag hat das Nobel-Komitee in Stockholm drei Forscher ausgezeichnet: Der gebürtige Ire William C. Campbell sowie der Japaner Satoshi Omura erhalten die Hälfte des Preises für ihre Arbeit an einer Therapie gegen Infektionen mit Fadenwürmern. Mit der anderen Hälfte wird die Chinesin Youyou Tu für Fortschritte in der Malariaforschung geehrt.

Der Nobelpreis für Medizin und Physiologie, wie er korrekt heißt, ist die höchste Auszeichnung für Mediziner. Bis 2011 erhielten die Preisträger noch zehn Millionen Schwedische Kronen. Um die finanzielle Stabilität der Stiftung dauerhaft zu sichern, wurde die Summe 2012 auf acht Millionen Schwedische Kronen gesenkt, das entspricht immer noch mehr als 850.000 Euro.

Parasiten plagten die Menschheit seit Jahrtausenden, begründet das Komitee seine Entscheidung in einer Mitteilung. Vor allem arme Länder seien betroffen. Die drei Forscher haben demnach die Therapien gegen die verheerendsten Erreger revolutioniert.

Krankheiten betreffen jährlich Hunderte Millionen

Campbell und Omura entwickelten das Medikament Avermectin. Davon abgeleitete Präparate hätten die Häufigkeit von Flussblindheit und Elephantiasis (lymphatischer Filariose) vermindert, auch gegen andere Parasiten wirkten sie effizient. Dank Youyou Tu existiert das Malaria-Medikament Artemisinin, das die Sterblichkeitsrate Erkrankter deutlich senken konnte. Als Teil einer Kombinationstherapie rettet das Mittel jährlich mehr als 100.000 Betroffenen das Leben.

"Diese Krankheiten betreffen jährlich Hunderte Millionen Menschen, die Entdeckungen haben der Menschheit kraftvolle neue Mittel dagegen geliefert", heißt es in der Mitteilung.

Satoshi Omura hat die Ehre mit großer Bescheidenheit aufgenommen. "Ich dachte 'Darf ich es wirklich sein!?'. Denn vieles habe ich ja von den Mikroorganismen gelernt. Es wäre angemessen, wenn man ihnen den Preis verleihen könnte", sagte der 80-Jährige dem japanischen Fernsehsender NHK.

Infektionen mit parasitischen Würmern plagen etwa ein Drittel der Weltbevölkerung. Besonders weit verbreitet sind sie in den afrikanischen Ländern unterhalb der Sahara, in Südasien und Zentral- sowie Südamerika. Bei Flussblindheit führen die Parasiten zu einer chronischen Entzündung der Hornhaut. Bei Elephantiasis kommt es zu chronischen Schwellungen, viele Betroffene werden ein Leben lang stigmatisiert.

Noch bekannter sind Infektionen mit Malaria: Der durch Mücken übertragene Parasit begleite die Menschheit so lange wir denken können, heißt es in der Mitteilung. Der Parasit infiziert rote Blutkörperchen und führt zu Fieber. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann das Hirn Schäden nehmen. Mehr als 3,4 Milliarden Menschen lebten mit dem Risiko, sich mit Malaria zu infizieren, so das Nobel-Komitee. Die Krankheit fordere jedes Jahr mehr als 450.000 Leben.

Zwölfte Frau, die mit dem Medizin-Preis geehrt wurde

Tu ist die zwölfte Frau, die den Medizin-Nobelpreis erhalten hat. Damit sind jetzt 5,7 Prozent aller Preisträger in Medizin weiblich. Im vergangenen Jahr wurde ebenfalls eine Frau geehrt: May-Britt und Edvard Moser erhielten gemeinsam mit Neurowissenschaftler John O'Keefe den Preis für die Entdeckung von Zellen, die ein inneres Navigationssystem im Gehirn bilden.

Auch müssen Wissenschaftler meist sehr lange warten, bis sie für ihre Entdeckungen mit einem Nobelpreis ausgezeichnet werden. Die drei jetzt Geehrten haben alle schon ihren 80. Geburtstag gefeiert, ihre Medikamenten-Entwicklungen liegen weit zurück. Eine Studie der finnischen Aalto-Universität hatte ergeben, dass zwischen wissenschaftlichem Durchbruch und Preisverleihung immer mehr Jahre vergehen - in der Regel mehr als 20.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Wartezeiten vom ersten Nobelpreis bis zum Jahr 2014. Wenn Sie auf einen Punkt klicken, erfahren Sie mehr über den jeweiligen Preisträger und die ausgezeichneten Forschungsarbeiten.

Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

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irb/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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1.
DrStrang3love 05.10.2015
---Zitat--- Der Nobelpreis für Medizin und Physiologie, wie er korrekt heißt,… ---Zitatende--- Fast. Korrekt heißt er "Nobelpreis für Medizin *oder* Physiologie".
2.
spon-facebook-1402714339 05.10.2015
Es gibt keinen Wirtschaftsnobelpreis... Es gibt auch keinen fuer Mathematik. Warum wird der "Wirtschaftsnobelpreis" trotzdem immer wieder als solcher bezeichnet? Zum Thema: Herzlichen Glueckwunsch! Mehr als verdient!
3.
cassandros 05.10.2015
Zitat von DrStrang3loveFast. Korrekt heißt er "Nobelpreis für Medizin *oder* Physiologie".
Stimmt schon. ABer diesesmal ist es ja wirklich ein Medizin-Preis. Deshalb hätte die Meldung genausogut in die Sparte "Gesundheit" gepasst.
4.
cassandros 05.10.2015
Zitat von spon-facebook-1402714339Es gibt keinen Wirtschaftsnobelpreis... Es gibt auch keinen fuer Mathematik. Warum wird der "Wirtschaftsnobelpreis" trotzdem immer wieder als solcher bezeichnet? Zum Thema: Herzlichen Glueckwunsch! Mehr als verdient!
Nun ja... der Nobel-Gedächtnispreis der REichsbank wird aber im Rahmen der Nobelpreisverleihungszeremonie zus. mit den Nobelpreisen verliehen. Ich glaube kaum, daß die übrigen Preisträger etwas dagegen haben, daß die Ökonomen mit ihnen am Tisch sitzen.
5.
kuac 05.10.2015
Zitat von spon-facebook-1402714339Es gibt keinen Wirtschaftsnobelpreis... Es gibt auch keinen fuer Mathematik. Warum wird der "Wirtschaftsnobelpreis" trotzdem immer wieder als solcher bezeichnet? Zum Thema: Herzlichen Glueckwunsch! Mehr als verdient!
Sie haben recht. Beim "Wirtschaftsnobelpreis" handelt es sich nicht um Nobelpreis, sondern um den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften. Da er jährlich zusammen mit den Nobelpreisen verliehen wird und mit der gleichen Preissumme dotiert ist, wird er im allgemeinen Sprachgebrauch als Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet. Aus Wiki.
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Ehrung mit Weltrang - die Nobelpreise
Der Stifter
Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet.
Die Auszeichnungen
Die Preise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung stieg von anfangs 150.800 Kronen auf zehn Millionen Kronen (eine Million Euro), wurde 2012 aber wegen der Wirtschaftskrise wieder auf acht Millionen Kronen gesenkt. Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen. Höhepunkt ist stets die feierliche Verleihung der Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel.
Die Kategorien
Die Preisträger für Physik und Chemie werden immer von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die der Medizin vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste ausgewählt. Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo.
Die Alternativen
Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet. Seit 1980 vergibt die "Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung" (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als alternative Nobelpreise bezeichnet werden.


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