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Mausstudie: Eiweißpartikel als Parkinson-Überträger unter Verdacht

Maus im Laborversuch: Prionen als Auslöser von Parkinson? Zur Großansicht
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Maus im Laborversuch: Prionen als Auslöser von Parkinson?

Warum erkranken jährlich Tausende an Parkinson? Experimente mit Mäusen nähren den Verdacht, dass die Krankheit von Eiweißpartikeln übertragen wird.

Forscher haben Mäusen Hirngewebe von Menschen injiziert, die an einer Variante der Parkinson-Krankheit litten. Die Tiere zeigten daraufhin Symptome der sogenannten Schüttellähmung, berichten die Wissenschaftler im Wissenschaftsblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Die Forscher fanden Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein im Gehirn der Mäuse, das sich wie Prionen verhalten habe, die Parkinson auslösen könnten. Bei der untersuchten Krankheit handelt es sich um die Multisystem-Atrophie (MSA), die einen kleinen Teil von Parkinson-Patienten betrifft.

Prionen sind Eiweiße, die sich falsch falten. Die fehlgefalteten Eiweiße breiten sich im Gehirn aus, verklumpen und lagern sich ab. Nervenzellen können daraufhin zugrunde gehen. Zu Prionen zählen beispielsweise die Erreger des Rinderwahnsinns BSE und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Seit einiger Zeit steht auch im Raum, dass Alzheimer und Parkinson Prionen-Krankheiten sein könnten. Es sind jeweils unterschiedliche Eiweiße beteiligt. Bislang gibt es keinen Nachweis, dass diese Krankheiten von Mensch zu Mensch übertragbar sind.

Stanley Prusiner und Joel Watts von der Universität Kaliforniens in San Francisco (UCSF) nutzten für ihre Experimente genveränderte Mäuse. Sie stellten mehr oder weniger große Mengen des Eiweißes Alpha-Synuclein her. Jene Nager, die viel davon produzierten, wurden etwa im Alter von zehn Monaten krank – die Mäuse mit weniger hingegen nicht.

Den gesunden Tieren injizierten die Forscher nun Hirngewebe von zwei Patienten, die an der Parkinson-Variante erkrankt waren. Nach 90 Tagen zeigten die Mäuse demnach erste Krankheitszeichen. Zu Parkinson-Beschwerden gehören ein unsicherer Gang und Zittern. Bei Untersuchungen der Tierhirne fanden die Forscher weit verbreitete Eiweißablagerungen. Die Ergebnisse legten nahe, dass MSA durch Ansammlungen von Alpha-Synuclein-Prionen im Gehirn ausgelöst wird, schreiben die Forscher.

Mehr als 250.000 Menschen sind in Deutschland an Morbus Parkinson erkrankt. Dabei sterben im Gehirn jene Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Anfangs können Patienten die Krankheit noch kaschieren. Doch nach und nach verlieren sie die Kontrolle über ihre Muskulatur, sie setzen sich nur noch mühsam in Bewegung, ihr Körper zittert in Ruhe.

boj/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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1. M. Parkinson ist keine Prionen-Erkrankung
toll_virus 12.11.2013
Der Versuch zeigt, dass MSA wahrscheinlich eine durch Prionen übertragbare Erkrankung ist. Die Symptome eines Morbus Parkinson machen dutzende von neurologischen Erkrankungen, so auch MSA. Der Schluss, dass der "gewöhnliche" M. Parkinson, den Millionen haben durch Prionen übertragen wird ist falsch und genauso wie die Überschrift des Artikels völlig irreführend!
2. @ toll_virus
no arzt 12.11.2013
Mensch, das hätten Sie den Wissenschaftlern aber auch eher sagen können! Da geben die sich soviel Mühe und geben soviel Geld aus und Sie kennen die Lösung schon vorher. Jetzt verraten Sie uns aber auch, was der Auslöser des Morbus Parkinson ist und lassen Sie uns nicht wieder raten, experimetieren und forschen müssen.
3. parkinson ist nicht gleich MSA
keinnobel 13.11.2013
es stimmt, MSA ist nicht gleich Parkinson, sondern macht nur aehnliche (aber nicht 100%ig identische) Symptome. Die Ursache von M. Parkinson ist groesstenteils nicht verstanden. Super schlechte Berichterstattung!
4. Schade...
Ulfstology 13.11.2013
...aber so ist das wohl, wenn Artikel über Artikel geschrieben werden... schlimm genug, dass die Ergebnisse steuerfinanzierter Forschung nicht als Open Access publiziert werden... Den Nutzen oder den Wahrheitsgehalt eines PNAS-Artikels anzuzweifeln, halte ich aber dennoch für arg vermessen.
5. Stanley Prusiner biased
damocles_ 14.11.2013
Da Stanley Prusiner die Prionen entdeckt hat, wird er natürlich überall Prionen sehen und sie für alles verantwortlich machen. Die Studie sollte erstmal von einem unabhängigen Team validiert werden.
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