Pflanzenwirkstoff Bittermelone hemmt Wachstum von Brustkrebszellen

In Deutschland gehört die Bittermelone eher zu den kuriosen Garten-Gewächsen. Der Extrakt der Kürbispflanze soll aber Diabetikern helfen. Nun haben Forscher herausgefunden, dass das Gemüse noch mehr kann: Es bremst das Wachstum von Tumorzellen. Vor zu großen Hoffnungen warnen sie aber.

Chinesische Bittermelone: Extrakte als Naturheilmittel
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Chinesische Bittermelone: Extrakte als Naturheilmittel


In Indien, China und in Zentralamerika gilt er als probates Naturheilmittel gegen Diabetes: der Extrakt der Bittermelone (Momordica charantia). Auch in Deutschland wird die Balsambirne, wie das Kürbisgewächs hierzulande mitunter bezeichnet wird, in Form von Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel bei Diabetes Typ-2 gehandelt, um den Blutzuckergehalt zu senken.

Dazu sind in der Vergangenheit zwar einige Veröffentlichungen erschienen, die den positiven Effekt belegen. Doch bisher ist die Zahl der Studien und der Probanden zu gering, um eindeutige Aussagen treffen zu können - Mediziner fordern deshalb weitere Untersuchungen.

Jetzt gehen US-Wissenschaftler davon aus, dass mit der Bittermelone möglicherweise auch ein Kraut gegen eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen gewachsen ist: Wie Ratna Ray von der Saint Louis University im Fachmagazin "Cancer Research" berichten, hemmt der Bittermelonenauszug das Wachstum und die Teilung von Brustkrebszellen.

Das Ergebnis stammt allerdings aus Versuchen im Labor, damit dürfte das Gemüse erst ganz am Anfang einer möglichen Karriere als präventiver Wirkstoff stehen. Als Durchbruch feiern die Wissenschaftler den erfreulichen Effekt daher noch nicht. Weitere Versuche an Mäusen und klinische Studien am Menschen sind notwendig, um die Wirkung zu untermauern.

Tatsächlich haben klinische Studien bereits gezeigt, dass die Essenz bei bestimmten Herpes- und Pilzerkrankungen sowie Wurmbefall Linderung verschafft. Der Gemüseextrakt enthält mehrere sogenannte Oxidationshemmer, die eine Reaktion empfindlicher Moleküle beispielsweise mit Luftsauerstoff verhindern. Zu den Oxidationshemmern gehören Pflanzenfarbstoffe wie Carotinoide oder Flavonoide sowie Vitamin C.

Seit 2005 ist auch bekannt, dass die Linolensäuren in dem Samen der Bittermelone bei bestimmten Krebszellen zum Zelltod führt. Ray und Kollegen analysierten die Wirkung des Bittermelonenextrakts speziell auf Brustkrebszellen. Die Experimente lieferten einen klaren Befund: Die Zellneubildung reduzierte sich massiv. "Unsere Untersuchungen legen nahe, dass die Bittermelone die Signalübertragungspfade beeinflusst, über die dann der Tod von Brustkrebszellen ausgelöst wird", erklärt Ray. "Der Extrakt könnte also künftig als Nahrungsmittelzusatz für die Brustkrebsvorbeugung verwendet werden."

Allerdings warnen die Wissenschaftler vor überzogenen Hoffnungen: Ihre Studie sei zwar einfach aufgebaut und habe zu einem eindeutigen Ergebnis geführt, doch sie sei nur ein erster Schritt. Zunächst wollen sie nun den biomolekularen Angriffspunkt des Wirkstoffs bei den Brustkrebszellen identifizieren. Dann werden die Ergebnisse an Tiermodellen überprüft, bevor schließlich vorklinische Testreihen angesetzt werden können, um die Wirksamkeit eines entsprechenden Nahrungsmittelzusatzes am Menschen zu testen.

cib/ddp

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insgesamt 10 Beiträge
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e.schw 24.02.2010
1. Die Wende?
Zitat von sysopIn Deutschland gehört die Bittermelone eher zu den kuriosen Gewächsen des Gartens. Der Extrakt der Kürbispflanze soll aber Diabetikern helfen. Nun haben Forscher herausgefunden, dass das Gemüse noch mehr kann: Es bremst den Wachstum von Tumorzellen. Vor zu großen Hoffnungen warnen sie aber. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,679945,00.html
Eine Pflanze als Mittel gegen Krebs? Das kann und darf nicht sein. Klingt im Übrigen viel zu wenig wissenschaftlich.
e.schw 24.02.2010
2. Nicht nur die Bittermelone...
Zitat von sysopIn Deutschland gehört die Bittermelone eher zu den kuriosen Gewächsen des Gartens. Der Extrakt der Kürbispflanze soll aber Diabetikern helfen. Nun haben Forscher herausgefunden, dass das Gemüse noch mehr kann: Es bremst den Wachstum von Tumorzellen. Vor zu großen Hoffnungen warnen sie aber. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,679945,00.html
Letzendlich wirkt nahezu jede Pflanze wie ein mildes Medikament, je naturbelassener, um so mehr. Es mangelt m.E. an entsprechenden Versuchen.
Antares42 24.02.2010
3. Danke, Spiegel
Gut gemacht! Forschungsergebnisse præsentiert ohne dabei gross reisserisch zu werden, wahrheitsgetreu berichtet, Vorbehalte der Wissenschaftler gut wiedergegeben. Danke, Spiegel. Sowas liest man gern. Daniel
karmamarga 24.02.2010
4. Wie schön!
Zitat von sysopIn Deutschland gehört die Bittermelone eher zu den kuriosen Gewächsen des Gartens. Der Extrakt der Kürbispflanze soll aber Diabetikern helfen. Nun haben Forscher herausgefunden, dass das Gemüse noch mehr kann: Es bremst den Wachstum von Tumorzellen. Vor zu großen Hoffnungen warnen sie aber. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,679945,00.html
[QUOTE=sysop;5084887]In Deutschland gehört die Bittermelone eher zu den kuriosen Gewächsen des Gartens. Der Extrakt der Kürbispflanze soll aber Diabetikern helfen. Nun haben Forscher herausgefunden, dass das Gemüse noch mehr kann: Es bremst den Wachstum von Tumorzellen. Vor zu großen Hoffnungen warnen sie aber. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,679945,00.html[/QUOTEWieder ein Forschungsobjekt ins Nirgendwo: es gibt eine klare Korrelation von Brustkrebs der Frau mit der Konzentration von chlorierten Kohlenwasserstoffen die sich in den Milchgänger der weiblichen Brustdrüse konzentrieren. Es ist anzunehmen, dass man das ausweiten kann auf alle andere lipophile Umweltgifte. Da ist es doch schön bequem im Labor nach Medikamenten zu suchen, anstatt die Quelle der Ursache zuzustopfen. Und Volltreffer, wenn die Firma an den Giften verdient und das Medikament oder Antidot dazu auf den Markt bringt. Die Medizin heute denkt in diesen ergiebigen Kreisläufen, nicht wahr, auch in der Praxis draussen. Derletzt wurde ein Diabetesmittel bei einer Echse im Speichel gefunden http://www.diabetes-news.de/news/nachrichten-2006/inkretin-mimetika.htm und da gab´s dann auch einen grossen Tamm-Tamm Kongress dazu, wo sich die Mediziner an die nährende Brust der Wissenschaft gehängt haben, um mal wieder gierig am gierigen Nichts der Pharma zu saugen. Das ist ja auch viel einfacher und finanziell ergiebiger, als die Umstände abzustellen, wenn ein 10 Jähriger mit Übergewicht und Diabetes Typ-2 und -sinnbildlich - mit der Cola-Flasche und je einer Marshmallow-Tüte in jeder Hosentasche vorm Herrn Doktor mit besorgter Mama in der Praxis steht. Allein dieser Kostenpunkt läuft auf die 10 Milliarden zu, wenn ich recht unterrichtet bin. Blutzucker einstellen und beherrschen- endlich mal etwas, was man kann. Und Frau Aigner bekam von der Westerwelle-FDP gleich eins übergezogen, als sie forderte, an den Kassen die Süsswarenläden zu schliessen: Bevormundung des freien, selbstbestimmenden und selbstbestimmten Bürgers und so. Weitere Teilhabe an der medizinische Versorgung auf hohem Niveau. Mit diesem Versprechen wurden bei mir die 8 Euro Zusatzgebühr in einem Schreiben der Krankenkasse begründet. Ach ja, der Zucker führt zur Übersäuerung und ist damit in Übermassen wie er heute genossen wird auch ein Krebsfaktor. Diabetes und Krebskranke stehen nach Sander an der Spitze der Übersäuerung. Nachzulesen in seinem Buch "Der Säure-Basenhaushalt des menschlichen Organismus: Und sein Zusammenspiel mit dem Kochsalzkreislauf und Lebensrhythmus". Bisschen akademisch aber so ein minimales Grundgerüst für den Einstieg. Aber da gäbe es noch mehr auf der Negativliste sich selbperpetuierender Kosten in der Medizin, die zum Wachstum des "Marktes" führen. Die Kräfte, die das betreiben müssen sich im Klaren sein, dass solches Wachstum nicht nur zum finanziellen Ruin des Patienten"gutes" sondern auch zu ihrem eigenen Untergang führen wird. Ganz demnächst. Man braucht sich das nur anzuschauen, wie derzeit der Gesundheitsminister und alles, was daran hängt, zum Hampelmann gemacht wird. Das mag bestimmte Leute freuen, die sich einmal mehr bestätigt fühlen wie schön es funktioniert. Aber zum Rückschlageffekt siehe oben.
ericcs 24.02.2010
5. Mehr Menschen leben vom Krebs als daran sterben
Das mit der Bittermelone ist nicht verwunderlich. Gibt es doch schon seit den 70er Jahren die Möglichkeit der Krebsheilung durch das essen von Apfel-und Aprikosenkernen. Diese enthalten eine Art Blausäure die für den Körper völlig ungefährlich ist, jedoch effektiv gegen Krebszellen vorgeht. Unsere Großmütter haben damals immer gesagt das man die Apfelkerne zerbeissen und mitessen soll. Leider hat die Pharma Industrie jahrelang versucht das Wissen um dieses Krebsheilmittel zu verunglimpfen. Es gibt ein sehr gutes Buch zu diesem Thema. Titel "Eine Welt ohne Krebs. Die Geschichte des Vitamin B17 und seiner Unterdrückung (Gebundene Ausgabe)" Sonstige Stichworte zum Thema sind "Laetril" oder auch "Vitamin b17"..
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