Hamburg - Alle reden über die Schweinegrippe - und dabei gerät aus dem Blickfeld, wie kräftig die Pharmabranche bei Impfstoffen gegen die saisonale Grippe zulangt. Nach Informationen des SPIEGEL sind seit 2005 die Preise für diese Impfstoffe drastisch gestiegen.
So verlangt etwa der Pharmakonzern Novartis für eine Zehnerpackung seines Impfstoffs Begrivac im Untersuchungszeitraum 109 Prozent mehr (Preis jetzt: 194,76 Euro), Solvays Influvac wurde innerhalb von vier Jahren 113 Prozent teurer (194,30 Euro), und der Generika-Hersteller Stada erhöhte den Preis für seinen Impfstoff seitdem um stattliche 120 Prozent (184,51 Euro).
Die Begründungen der Hersteller sind vage. Sie verweisen etwa auf eine angeblich "verstärkte Nachfrage" in der Bevölkerung, auch durch die Vogel- und Schweinegrippe. Zudem wird auf das hohe unternehmerische Risiko im hartumkämpften Grippeimpfstoffmarkt oder auf Investitionen in neue Anlagen abgestellt.
Bisher fallen solche Impfstoffe nicht unter die Festbetragsregelung, die eine Erstattungshöchstgrenze für bestimmte Arzneimittelgruppen festlegt. "Es ist völlig unverständlich, dass die Hersteller hier machen können, was sie wollen. Für Grippeimpfstoffe müsste es längst einen Festbetrag geben", sagt Ulrich Schwabe, Pharmakologe und Herausgeber des Arzneiverordnungsreports.
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