PIP-Skandal Bis zu 10.000 deutsche Frauen haben Billig-Implantate bekommen

Tausende Frauen in Deutschland könnten defekte Brustimplantate im Körper haben. Das hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte jetzt bekanntgegeben. Dennoch wollen die Behörden die Überwachung von Medizinprodukten nicht grundlegend ändern.

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Der Anschein trog: Ein PIP-Implantat, gefüllt mit minderwertigem Silikon
AFP

Der Anschein trog: Ein PIP-Implantat, gefüllt mit minderwertigem Silikon


Berlin - Der Skandal um minderwertige Silikon-Implantate der französischen Firma PIP versetzt seit Monaten Zehntausende Frauen in Europa in Angst. In Frankreich etwa haben die Behörden rund 30.000 Betroffenen geraten, die gefährlichen Prothesen wieder entfernen zu lassen. In Deutschland haben sich Medizinerverbände und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dieser Empfehlung angeschlossen. Unklar war allerdings, wie vielen Frauen in Deutschland die PIP-Produkte eingepflanzt wurden.

Jetzt haben die deutschen Behörden erstmals zumindest eine grobe Schätzung abgegeben. "Wir gehen davon aus, dass es in Deutschland unter 10.000 Frauen sind, die ein minderwertiges PIP-Implantat erhalten haben", sagt BfArM-Präsident Walter Schwertfeger. Eine genaue Zahl könne das Institut in der nächsten Woche bekanntgeben. Dann lägen die Rückmeldungen aus den einzelnen Bundesländern in der Behörde in Bonn vor.

Trotz des Skandals wollen die Behörden die Überwachung von Medizinprodukten nicht grundlegend ändern. Der Einführung eines sogenannten Rote-Hand-Briefs, der ähnlich wie bei Arzneimitteln an alle Ärzte verschickt und vor Gefahren warnen würde, erteilt das Gesundheitsministerium eine Absage. Das geltende Gesetz und auch die weiteren Novellen auf EU-Ebene seien bereits umfassend.

Dennoch haben im aktuellen Fall nicht alle Frauen frühzeitig von den schadhaften Silikonkissen erfahren. Aktuell werden Warnungen vom BfArM an derzeit 68 Behörden weitergeleitet, sagte Schwertfeger. Eine Kontrolle, ob die Informationen von dort auch weitergegeben würden, habe sein Haus nicht.

Mehr Kontrollen des eigentlichen Produkts

Ebenfalls in der kommenden Woche starten neuerliche Beratungen über die Novellierung des Medizinproduktegesetzes, das frühestens 2013 in Kraft treten wird. "Es ist nicht angezeigt, das Gesetz generell in Frage zu stellen", sagte ein Experte des Bundesgesundheitsministeriums. Der Skandal um die schadhaften Silikonkissen zeige allerdings, dass "mehr im Bereich der Überwachung von Medizinprodukten gemacht werden muss". In Zukunft wolle man "mehr mit der Hand und weniger auf dem Papier prüfen".

Allerdings sind längst nicht alle Bundesländer von derartigen Plänen begeistert. Umstritten ist etwa der Vorstoß, öfter unangemeldete Stichproben in Betrieben durchzuführen. Dabei wäre genau dies ein Schritt in Richtung Verbrauchersicherheit. Ein Betrug, wie ihn PIP-Gründer Jean-Claude Mas jahrelang praktizierte, wäre unter diesen Umständen wohl früher aufgefallen. Der Inhaber des inzwischen abgewickelten Unternehmens präsentierte den Prüfern stets korrekte Unterlagen und Herstellungsabläufe, die eigentlichen Implantate wurden nicht kontrolliert.

Die anhaltende Kritik an zu laschen Kontrollen bei Zulassung und Überwachung auf dem Markt befindlicher Medizinprodukte zeigt unterdessen Wirkung. Wie SPIEGEL ONLINE aus dem Gesundheitsministerium erfuhr, überlegt man dort, die mit der Prüfung von Medizinprodukten betrauten Institute - in erster Linie TÜV und Dekra - strenger zu kontrollieren und ihnen schärfere Auflagen zu geben.

Umstritten ist, in welchen Fällen die Krankenkassen die Kosten einer neuerlichen Brust-OP bei den betroffenen Frauen tragen müssen. Experten geben an, dass die Implantate zu 20 Prozent aus medizinischem Anlass eingesetzt worden seien. In allen anderen Fällen habe es sich um Schönheitsoperationen gehandelt. Im ersten Fall tragen die deutschen Kassen die Kosten für die Entfernung der alten und das Einsetzen der neuen Implantate. Waren die Silikonkissen bei Schönheitsoperationen eingesetzt worden, müssen Patientinnen dagegen die Kosten zum Teil oder ganz übernehmen. Viele Ärzte, Kliniken und Kassen haben den Frauen aber von sich aus Unterstützung angeboten.

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insgesamt 66 Beiträge
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Seite 1
Iulius Caesar 12.01.2012
1. warum überhaupt?
Warum lassen sich Frauen überhaupt so etwas einpflanzen? Bekommt man dadurch ein höheres Gehalt, oder was? Warum?
DJ Doena 12.01.2012
2.
10.000 mit defekten Implantaten. Wie hoch ist dann erst die Zahl aller Implantate? Und dann noch 80% aus nicht-medizinischen Gründen. Ich find, dies sind die erschreckenderen Fakten.
taladega 12.01.2012
3.
Für Frauen, die sich Brustimplantate operieren lassen, um Männer zu beeindrucken, habe ich absolut kein Mitleid wenn sie leiden. Dieser Schönheitswahn ist ein, durch Medien eingepflanzter und krankhafter, Komplex. Man kann es nicht als schön betrachten wenn die Brüste wie zwei straffe, von BHs oder Shirts gehaltenen, Noppen stehen, statt natürlich hervorzutreten (an Stränden, Pools oder in Sommermonaten). Männer, die Silikonbrüste mögen (Silikonbrüste fühlen sich bei weitem nicht so an wie natürliche) und vergessen haben, wie natürliche aussehen, habe ein gewaltiges Problem in der Steuerzentrale unterhalb der Schädeldecke. Frauen, die unfall- oder krankheitsbedingt Brustimplantate benötigen, sollte man eher damit helfen. Und Ausreden von wegen Hängebrüste nach der Geburt sind auch nur Komplexe. Ich kenne Frauen, die Hängebrüste haben und solche die sogar nach dem 4 Kind einen tollen Körper haben. Es ist doch alles nur Kopfsache, seitens der Frau und des Mannes. Die Versicherungen sollten für unbegründetet Schönheitsoperationen nicht zahlen, ist eine Strafe dafür, wenn man seinen natürlichen Körper nicht mag.
Istana 12.01.2012
4. Schizophren
Selber schuld, wer ist auch so blöd sich einen verseuchten Plastiksack unter die Haut stopfen zu lasssen. Da wird einerseits (zu Recht) so ein Tamtam um Umweltgifte, Feinstaub und Kernkraft gemacht, andererseits kann man nicht genug Piercings, Tatoos, Joints rauchen, verseuchte E's, in der Sonne brutzeln und anderes cooles Zeugs die alle anderen Umweltgefahren in den Schatten stellen. Jedes kleine Umweltskandälchen gebiert eine Massenhysterie, aber zuhause und im Stillen wird ekliges Zeug reingestopft wo's nur geht.
Querspass 12.01.2012
5. Akzeptanz
Zitat von DJ Doena10.000 mit defekten Implantaten. Wie hoch ist dann erst die Zahl aller Implantate? Und dann noch 80% aus nicht-medizinischen Gründen. Ich find, dies sind die erschreckenderen Fakten.
Bei diesen Frauen scheint die Akzeptanz nicht vorhanden zu sein, daß ab einem gewissen Alter das Bikinioberteil weggelassen werden kann, weil alles ins Unterteil paßt. Die Dinger können auch beim etwas heftigeren Liebesspiel platzen.
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