Von Nicola Kuhrt
Die Biofeedback-Therapie ist eine Entspannungstechnik, die es Patienten ermöglichen soll, unbewusste Körpervorgänge wahrnehmen zu können. Dadurch soll man beispielsweise lernen können, seinen Körper so zu steuern, dass Blutgefäße enger werden. Migräne und andere Schmerzen können sich so vermindern lassen, meinen die Befürworter. Die Behandlung der Migräne mit Medikamenten und anderen Methoden wird von den Krankenkassen bezahlt. Die Biofeedback-Therapie ist grundsätzlich keine Kassenleistung. Als IGeL kostet sie pro Sitzung in der Regel zwischen 8 und 20 Euro.
In Studien zeigte sich der Placebo-Effekt: Diese Scheinwirkung meint, dass ein Patient anstelle einer medizinisch wirksamen Therapie eine Pille verabreicht bekommt, die nur aus reinem Zucker besteht. Der Patient - im Glauben, ein echtes Medikament erhalten zu haben - spürt schon nach kurzer Zeit eine Linderung der Symptome oder eine Verbesserung seines Gesundheitszustandes. Die Medizin spricht vom Placebo-Effekt. Und dieser Effekt zeigte sich auch in der Wirkung der Biofeedback-Therapie: Patienten, die behandelt wurden verspürten - im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die gar nicht behandelt wurde - eine Wirkung. Wurden Patienten in der Kontrollgruppe aber zum Schein behandelt, zeigt sich im Vergleich der beiden Gruppen kein Unterschied. Die scheinbare Wirkung geht also nicht auf die spezifische Maßnahme zurück.
Die MDS-Experten sehen keine Hinweise auf einen Nutzen. Schäden werden in den Arbeiten nicht erwähnt und sind auch nicht plausibel, weshalb auch keine Hinweise auf einen Schaden erkennbar sind.
Es gibt keine evidenzbasierte Leitlinie einer deutschen Fachgesellschaft, die die Biofeedback-Therapie gegen Migräne empfiehlt. Der MDS-Monitor bewertet die Methode als "unklar".
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