Quacksalber-Tagung Münchner Uni-Präsident wirft Scharlatane raus

Für schamanischen Röntgenblick und Mistelheilung ist zukünftig an der TU München kein Platz mehr. Präsident Wolfgang Herrmann erteilt dem "Weltkongress der Ganzheitsmedizin" Hausverbot.

Kein Platz für Scharlatane: Die TU München wirft die Quacksalber raus
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Kein Platz für Scharlatane: Die TU München wirft die Quacksalber raus


Ein Workshop zum schamanischen Röntgenblick, ein Vortrag über die geomantische Bedeutung der Mistel bei Krebs - Programmpunkte auf dem pseudowissenschaftlichen "Weltkongress der Ganzheitsmedizin", der im Oktober an der TU München stattfand. Passt eine solche Tagung mit Wunderheilern und Schamanen in bunten Fantasiekostümen in eine seriöse Forschungsstätte?

Über viele Jahre fand dieser Kongress an der Ludwig-Maximilians-Universität in München statt. Nach Protesten von hochrangigen Universitätsmitarbeitern mussten sich die Scharlatane 2015 neue Räume suchen - und fanden sie an der TU München.

Doch auch hier ist jetzt Schluss. "Diese Quacksalber lasse ich nicht mehr rein", sagte TU-Präsident Wolfgang Herrmann jetzt der Süddeutschen Zeitung. "Wenn sie sich noch mal unseren Räumen nähern, kriegen sie Hausverbot." Er sei "stinksauer", dass das Ganze in der TU stattgefunden habe. Offenbar habe die Uni-Verwaltung den Charakter der Veranstaltung nicht erfasst.

khü

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