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Rauschmittel: EU meldet Rekordzahl neuer Drogen

Neue Drogen überschwemmen im Rekordtempo den europäischen Markt. Die EU hat im vergangenen Jahr 41 neue Rauschmittel registriert - fast doppelt so viele wie 2009. Das Hauptproblem sind demnach legale Substanzen, die vor allem über das Internet vertrieben werden.

Discothek: Synthetische Drogen wie Ecstasy kommen in immer neuen Varianten vor Zur Großansicht
DPA

Discothek: Synthetische Drogen wie Ecstasy kommen in immer neuen Varianten vor

Lissabon - Neue Drogen überfluten Europa in Rekordtempo. Wie die EU-Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) und die Polizeibehörde Europol am Mittwoch mitteilten, wurden im vergangenen Jahr auf dem europäischen Markt insgesamt 41 neue Drogen registriert. Das sei die höchste Zahl an psychoaktiven Substanzen, die bisher jemals in einem Jahr gemeldet worden sei, heißt es in dem in Lissabon veröffentlichten Jahresbericht.

Die Rekordzahl, die der EBDD und Europol über das Frühwarnsystem der EU für neue psychoaktive Substanzen gemeldet wurden, liegt den Angaben zufolge deutlich über den Werten der Jahre 2008 und 2009, in denen 13 beziehungsweise 24 neue Drogen registriert wurden.

Die neuen Substanzen würden in Europa "in noch nie dagewesenem Tempo allgemein verfügbar", warnt die EBDD. Zu der Liste gehörten synthetische Cannabinoide, synthetische Cathinone, synthetische Derivate etablierter Drogen und eine Substanz auf pflanzlicher Basis.

Allein die Zahl der synthetische Cannabinoide ("Spice"), die in Europa überwacht werden, stieg laut EBDD im vergangenen Jahr von 16 auf 27 an. Mindestens 16 EU-Länder hätten jetzt deshalb rechtliche Maßnahmen ergriffen, um "Spice"-Erzeugnisse und damit verwandte Verbindungen zu verbieten oder zumindest zu kontrollieren, so die EBDD.

Frühwarnsystem hat bisher 140 neue Drogen erfasst

Seit der Einrichtung des Frühwarnsystems im Jahr 1997 wurden EBDD und Europol über 140 neue Drogen gemeldet. Das System sei jedoch nicht in der Lage, "aufkommende Bedrohungen vorherzusagen, indem neue Verbindungen aktiv gekauft, synthetisiert und untersucht werden", sagte EBDD-Direktor Wolfgang Götz. Dem könne aber "durch eine bessere Fähigkeit zur kriminaltechnischen forensischen Analyse und Forschung auf europäischer Ebene abgeholfen werden".

Götz betonte, erst vor kurzem sei die operative Leistungsfähigkeit des Frühwarnsystems verbessert worden, damit schneller auf neue Substanzen reagiert werden könne. Angesichts des Tempos, mit dem neue Entwicklungen auftreten, sei es aber wichtig, künftige Herausforderungen möglichst vorauszusehen.

Die EU-Drogenbeobachtungsstelle mit Sitz in der portugiesischen Hauptstadt liefert Daten und Statistiken. Die Prävention und Bekämpfung der Drogenprobleme liegt unterdessen in den Händen der Mitgliedstaaten. Nach Meinung von Europol ist das Auftreten von legalen Stimulantien, der vor allem in Onlineshops im Internet angebotenen sogenannten "Legal Highs", eines der wesentlichen Kennzeichen des aktuellen europäischen Drogenproblems.

"Wir haben auch festgestellt, dass organisierte Kriminelle immer häufiger Ecstasy und verwandte Drogen herstellen und verbreiten", sagte Europol-Chef Rob Wainwright. Seine Behörde sein "entschlossen, dieses Problem zusammen mit den europäischen Partnern aus dem Bereich der Strafverfolgung zu bekämpfen".

mbe/dpa

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1. Welche neuen Genussmittel werden in die Warensortimente aufgenommen?
venicius 11.05.2011
Zitat von sysopNeue Drogen überschwemmen im Rekordtempo den europäischen Markt. Die EU hat im vergangenen Jahr 41 neue Rauschmittel registriert - fast doppelt so viele wie 2009. Das Hauptproblem sind demnach legale Substanzen, die vor allem über das Internet vertrieben werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,761997,00.html
Großartig. Kaffee, Tee, Alkohol, Schokolade, Zigaretten, Haschisch... Und welche 41 Drogen kamen denn nun noch dazu und in welchem Supermarkt kann ich die erwerben?
2. ...Alkohol, Tabak, und Gier sind weiterhin gesellschaftsfähig...
govegan! 11.05.2011
...die Hauptdroge unserer Gesellschaft ist die Teilnahmslosigkeit. Wo sind all die Feindbilder hin, wo sind sie geblieben ? Nicht die Dosis macht das Gift sondern der Grund warum ich mir das Gift gebe. Und dabei wird dann immer noch fleißig bewertet. Autos und Waffentechnik töten unmittelbar Menschen, sind aber o.k. ? Chemiekonzerne Lizensieren alles was ihnen unter die Finger kommt damit sie -alternative- Feindbilder produzieren können. Die direkten Vergiftungen in unserer Atmosphäre durch geleugnete Wetterforschungsprogramme und die GEN Experimente über den Umweg der Tiernahrung sind zu kompliziert zu begreifen. Aber essen und atmen tut es jeder - ist ja nicht illegal... Trollwut
3. ...
s.s.t. 11.05.2011
Zitat von sysopNeue Drogen überschwemmen im Rekordtempo den europäischen Markt. Die EU hat im vergangenen Jahr 41 neue Rauschmittel registriert - fast doppelt so viele wie 2009. Das Hauptproblem sind demnach legale Substanzen, die vor allem über das Internet vertrieben werden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,761997,00.html
Diese Substanzen sind nur beschränkt legal. Eine Weitergabe z.B. wäre ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Die Strafandrohungen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen des Betäubungsmittelgesetzes.
4. Prohibition
Erhan24 11.05.2011
Es wird langsam Zeit, dass sich was tut. Die Prohobition ist fehlgeschlagen und hat nichts außer noch mehr Tote und Kriminalität geschaffen. Für alle die Denken, Drogen sollten illegal bleiben: 2 Fragen. 1) Glauben Sie, dass mehr Drogen konsumiert werden, wenn Drogen legal werden? (Dazu gehört auch Aufklärung) 2) Glauben Sie, dass Sie mehr Drogen konsumieren würden, wenn Drogen legal werden? http://www.encod.org/info/-Deutsch-de-.html http://www.schildower-kreis.de/ Man muss sich nur mal den Mut fassen, sich selber unabhängig zu informieren. Dyckmans hat keine Ahnung, was sie tut.
5. Legalize
kro 11.05.2011
Wer keine Lust auf Alkohol hat und lieber LSD oder MDMA konsumiert der soll das tun. Diese Drogen machen mehr Spass, haben kaum Abhängigkeitspotential und sind auch noch gesünder als Alkohol. Die existente Drogengesetzgebung ist einfach absurd, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Menschen von relativ unbedenklichen Substanzen zu illegal erworbenen - verschmutzten - Substanzen getrieben werden.
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