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Antibiotika: Resistente Bakterien sind auch aggressiver

Bakterien (künstlerische Darstellung): Antibiotikaresistenzen sind ein globales Problem Zur Großansicht
V. Altounian/ Science Translational Medicine

Bakterien (künstlerische Darstellung): Antibiotikaresistenzen sind ein globales Problem

Wenn Bakterien gegen Antibiotika resistent werden, büßen sie etwas Fitness ein - dachte man bisher. Eine aktuelle Studie deutet jedoch genau in die andere Richtung.

Die zunehmenden Resistenzen von Krankheitserregern gegen Antibiotika sind anscheinend noch bedenklicher als bislang angenommen: Eine Studie deutet darauf hin, dass resistente Keime sowohl aktiver als auch besser übertragbar sein können. Das widerspricht der bisherigen Lehrmeinung, laut der resistente Erreger - abseits einer Antibiotikatherapie - eher geschwächt sind.

Der Kampf gegen Resistenzen sei schwerer als gedacht, schreibt das Forscherteam um Gerald Pier und David Skurnik von der Harvard Medical School in Boston (US-Staat Massachusetts) im Fachblatt "Science Translational Medicine".

Antibiotikaresistente Bakterien sind ein globales Problem. Die Entstehung und Verbreitung der unempfindlichen Keime wird durch den allzu häufigen Einsatz der Medikamente in der Medizin und Tierzucht begünstigt.

Ob resistente Bakterienstämme tatsächlich weniger aktiv sind als ihre Antibiotika-empfindlichen Verwandten, überprüften die Forscher anhand von drei Krankheitserregern:

  • Pseudomonas aeruginosa, einem gängigen Verursacher von Lungenentzündungen,
  • Vibrio cholerae, dem Auslöser der Cholera,
  • Acinetobacter baumannii, einer häufigen Ursache von Krankenhausinfektionen.

Bei allen drei Erregern ergaben Versuche an Mäusen und Kaninchen, dass die resistenten Keime besser übertragbar und aggressiver waren.

"Unsere Ergebnisse zeigen für jeden dieser sehr unterschiedlichen Erreger durchgängig, dass Resistenzen und das Aneignen neuer Resistenzen die Fitness und das Überleben in einem infizierten Wirt fördern", schreiben die Autoren.

Die Forscher erklären das Phänomen damit, dass Erreger mit einer guten Abwehr auch jenseits des Kontaktes zu Antibiotika überlebensfähiger sind. Schließlich werden Mikroorganismen ständig mit Giften anderer Bakterien oder Abwehrstoffen des Immunsystems konfrontiert.

Ernste Sorge

"Die erhöhte Aggressivität resistenter Stämme in Versuchen weckt die ernste Sorge, dass diese schwieriger zu behandelnde Infektionen verursachen können, auch jenseits einer Therapie mit Antibiotika", schreiben die Autoren.

Der Verzicht auf Antibiotika genüge allein nicht, um die Bildung und Verbreitung resistenter Stämme zu verhindern, mahnen sie. Man brauche darüber hinaus alternative Ansätze, um Infektionen zu vermeiden und zu behandeln.

Helmut Fickenscher von der Universität Kiel spricht von einer "sehr, sehr spannenden Studie", bei der die Forscher sehr detailliert vorgegangen seien. "Ob das die Medizin revolutionieren wird, ist allerdings völlig offen." Fraglich sei, ob die Ergebnisse aus Tierstudien auf den Menschen übertragbar seien, sagt der Mediziner. Allerdings sei das Resultat der Forscher nicht unplausibel: Denn häufig würden die Gene für Antibiotikaresistenzen und für hohe Aggressivität gemeinsam übertragen. Dies könne eine höhere Aggressivität multiresistenter Mikroorganismen erklären.

wbr/dpa

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1.
Tiananmen 23.07.2015
Die im Bericht verwendeten Begriffe "aktiver", "aggressiver" und "besser übertragbar" sind denkbar schwammig. Was ist mit "besser übertragbar" gemeint? Höhere Kontagiösität? Wie? Was bedeutet "aggressiver"? Boxhandschuhe? Oder höherer Infektiosität oder höhere Mortalität? Besser recherchieren oder gleich besser lassen.
2.
mr.andersson 23.07.2015
Zitat von TiananmenDie im Bericht verwendeten Begriffe "aktiver", "aggressiver" und "besser übertragbar" sind denkbar schwammig. Was ist mit "besser übertragbar" gemeint? Höhere Kontagiösität? Wie? Was bedeutet "aggressiver"? Boxhandschuhe? Oder höherer Infektiosität oder höhere Mortalität? Besser recherchieren oder gleich besser lassen.
Das sind die Schlagworte die man braucht, um Leser aufzuscheuchen. Überflüssige Antibiotikagabe ist natürlich zu unterlassen. Aber wenn ich alle Keime, die ich zurecht mit Antibiotika bekämpfe niedergehen, sind zwangsläufig die die überbleiben, gegen Antibiotika resitent. Es ist immer nur ein Wettlauf. Früher waren wir den Bakterein im Zweifel hilflos ausgeliefert. Dann entdeckte man die Wirkung von Antibiotika und wir lagen eine ganze weile vorne. Irgendwann bleiben halt die Bakterien über, gegen die die gängigen Antibiotika nichts nutzen. Dannn müssen neue her. Das wird dann als "Sensation" oder "Superantibiotika" durch die Medien getrieben.
3. Ach, ...
steffen.ganzmann 23.07.2015
Zitat von TiananmenDie im Bericht verwendeten Begriffe "aktiver", "aggressiver" und "besser übertragbar" sind denkbar schwammig. Was ist mit "besser übertragbar" gemeint? Höhere Kontagiösität? Wie? Was bedeutet "aggressiver"? Boxhandschuhe? Oder höherer Infektiosität oder höhere Mortalität? Besser recherchieren oder gleich besser lassen.
... Sie kennen das auch nicht? Na dann bin ich ja beruhigt! Ich habe nämlich bis jetzt gerade nicht einmal gelernt, dass multiresistente Keime angeblich "schwächer" sein sollen. Warum denn auch? Es werden ja nur Plasmide von Bakterie zu Bakterie weitergegeben ...
4. Oder ...
steffen.ganzmann 23.07.2015
Zitat von mr.anderssonDas sind die Schlagworte die man braucht, um Leser aufzuscheuchen. Überflüssige Antibiotikagabe ist natürlich zu unterlassen. Aber wenn ich alle Keime, die ich zurecht mit Antibiotika bekämpfe niedergehen, sind zwangsläufig die die überbleiben, gegen Antibiotika resitent. Es ist immer nur ein Wettlauf. Früher waren wir den Bakterein im Zweifel hilflos ausgeliefert. Dann entdeckte man die Wirkung von Antibiotika und wir lagen eine ganze weile vorne. Irgendwann bleiben halt die Bakterien über, gegen die die gängigen Antibiotika nichts nutzen. Dannn müssen neue her. Das wird dann als "Sensation" oder "Superantibiotika" durch die Medien getrieben.
... wie - bei mir - ein Uraltantibioticum der letzten Reserve. Denn bei meiner Sepsis half 2,5 Monate kein einziges modernes Antibioticum, 2,5 Monate incurables Fieber von 40 bis 42 Grad Celsius - ohne Erregernachweiss! Ein einziges Mal senkte ein altes Hausmittel einer wirklich guten Schwester (, die weder die Stationsleitung und die Ärzte über ihre Idee informierte. Sie fragte nur mich, ob ich einverstanden sei!) die Temperatur auf 39,5. Jubel bei Schwestern, Ärzten und mir. Allerdings blieb es nur bei diesem einen Mal ...
5. Diese Werbung kostet Steuergelder ...
tobicus 23.07.2015
Also am einfachsten wäre es doch, den Einsatz von Amoxicilin nurnoch auf Privatpatienen per Gesetz zu begrenzen. Das spart kosten in wie z.B. für diese Werbung hier ... und stören tut es eh niemanden.
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