Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Resistenzen: Landwirte müssen Antibiotika-Einsatz melden

Regelmäßig unter Medikamenten: Jungtiere in einem Hähnchenstall Zur Großansicht
DPA

Regelmäßig unter Medikamenten: Jungtiere in einem Hähnchenstall

In der Tiermast werden Antibiotika in Massen eingesetzt. Das fördere Resistenzen, warnen Experten. Jetzt tritt ein Gesetz in Kraft, das den Einsatz erstmals erfassen und zugleich begrenzen soll.

Berlin - Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) dringt auf einen geringeren Einsatz von Antibiotika. In der Nutztierhaltung wie in der Humanmedizin seien alle Beteiligten gefordert, einen Beitrag dazu zu leisten, sagte Schmidt. Nun soll ein neues Gesetz dabei helfen, dass im Rahmen der Tiermast weniger Antibiotika an Schweine und Hühner abgegeben werden.

Am Dienstag tritt das Gesetz in Kraft. Es soll dafür sorgen, dass Daten über den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung bundesweit zusammengeführt und bewertet werden können. Denn momentan weiß niemand genau, welche Wirkstoffe wo und in welchem Umfang eingesetzt werden.

In Zukunft müssen Landwirte regelmäßig melden, wenn sie Antibiotika geben. Dadurch soll zu erkennen sein, wenn ein Betrieb übermäßig viel davon einsetzt. Die Überwachungsbehörden der Länder können Prüfungen und Maßnahmen anordnen, um den Einsatz zu verringern. "Von den neuen Regelungen profitieren am Ende alle: Verbraucher, Tiere, Tierhalter und Tierärzte", sagte der Minister.

Fragwürdiges Bonussystem

Reduzierung sei "das wirksamste Mittel" gegen zunehmende Antibiotika-Resistenzen, sagte Landwirtschaftsminister Schmidt. In der Kritik stehen vor allem massenhafte Medikamentengaben in Mastanlagen mit Tausenden Hühnern oder Schweinen. Antibiotika sollen generell so selten wie möglich verwendet werden, um zu verhindern, dass sie auch bei Menschen nicht mehr wirken.

Die Grünen fordern weitergehende Maßnahmen. "Die Art der Haltung macht die Tiere krank", sagte der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Friedrich Ostendorff. "Wenn sich die Haltungsbedingungen und die Höhe der Besatzdichten nicht ändern, wird der Medikamenteneinsatz weiterhin so groß sein, dass daraus gesundheitliche Risiken durch Resistenzen für uns alle entstehen."

Unterbunden werden müssten Rabatte für die Abnahme großer Mengen. "Antibiotika sind hochwirksame Substanzen und dürfen nicht im Bonussystem verschleudert werden", sagte Ostendorff.

che/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Muhahaha...
Motorkopf 31.03.2014
Zitat von sysopDPAIn der Tiermast werden Antibiotika in Massen eingesetzt. Das fördere Resistenzen, warnen Experten. Jetzt tritt ein Gesetz in Kraft, das den Einsatz erstmals erfassen und zugleich begrenzen soll. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/resistenzen-landwirte-muessen-antibiotika-einsatz-melden-a-961706.html
...solange ein CSU geführtes Minesterium so etwas ausspricht, kann man sicher sein, daß sich FÜR den Verbraucher nichts zum besseren ändern wird. Siehe Aigner, Seehofer, etc, etc.
2. Leider wahr!
hermes69 31.03.2014
Zitat von Motorkopf...solange ein CSU geführtes Minesterium so etwas ausspricht, kann man sicher sein, daß sich FÜR den Verbraucher nichts zum besseren ändern wird. Siehe Aigner, Seehofer, etc, etc.
Dient wieder einmal nur der Beruhigung derjeniger die sich blenden lassen. Ich geh sogar noch weiter: Solange schwarz an der Macht ist, wird in Sachen Tierschutz GAR NIX passieren.
3. das Übels wurzel
snowdome 31.03.2014
Massentierhaltung ist schlicht und einfach ein verbrechen und gehört sofort verboten. Diskussionen über Antibiotika-grenzwerte sind lächerlich und so nützlich wie ein Pflaster bei einem Schädelbruch. hören wir endlich auf, Tiere als Produkte anzusehen. wer je eine dieser massentierhaltungen selber gesehen, hat bekommt davon Albträume. fleischkonsum ist da nur noch möglich, wenn man all diese verbrechen einfach verdrängt. aber darin sind wir ja gut...
4. über die Grenzen schauen
hspeckmann 31.03.2014
Einfach mal über die Grenze nach Dänemark schauen. Der Verbrauch muss über ein Stallbuch nachgewiesen werden. Wer zuviel Antibiotika verbraucht, muss den Tierbestand reduzieren. Antibiotika dürfen nicht vom Tierarzt verkauft werden wie auch in Deutschland die Humanmediziner keine Medikamente verkaufen dürfen. Damit sinkt automatisch der Verbrauch. Solange die Forderung nach einem VeggieDay schon einige Prozentpunkte kostet, ist die Forderung nach der Rückkehr zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft illusorisch, das kann nur jeder im kleinen für sich selbst durchsetzen
5.
c-hrissi 31.03.2014
da schmückt sich eine partei wieder mit fremden blumen. antibiotika gaben müssen seit jahren im rahmen der QS dokumentiert werden. da 90% der schweinemäster bei QS mitmachen, dokumentieren folglich fast alle mastbetriebe ihren antibiotikakonsum! bitte nächstes mal besser recherchieren und nicht das geschwätz der grünen unreflektiert übernehmen. danke!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Bioökonomie: Die Natur als Kapital

Fotostrecke
Bio versus konventionell: Zwei Hühnerleben


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: