Sanofi gegen Novo Nordisk: Urteil im Streit um Medikamentenwerbung verschoben

Sanofi-Aventis: Pharmariese hält Aussagen in Konkurrenz-Broschüre für rechtswidrig Zur Großansicht
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Sanofi-Aventis: Pharmariese hält Aussagen in Konkurrenz-Broschüre für rechtswidrig

Sanofi-Aventis hat das konkurrierende Unternehmen Novo Nordisk verklagt. Auf einem Faltblatt für Ärzte hatte Novo Nordisk geworben, ihr Diabetes-Mittel führe zu einer geringeren Gewichtszunahme als das Sanofi-Präparat. War das zulässig? Der BGH will nun im Februar entscheiden.

Karlsruhe - Dürfen Pharmafirmen mit angeblich positiven Nebenwirkungen eines Medikaments gegenüber Ärzten werben? Die Industrie rechnete für Donnerstag mit einem für die Pharmabranche richtungsweisenden Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Dieser hat die Urteilsverkündung nun aber auf Februar verschoben.

Geklagt hatte der Arzneimittelhersteller Sanofi-Aventis gegen das konkurrierende Unternehmen Novo Nordisk. Auf einem Faltblatt für Ärzte berichtet Novo Nordisk, ihr Diabetes-Mittel führe zu einer geringeren Gewichtszunahme als das Sanofi-Präparat. Sanofi-Aventis hält das Faltblatt für irreführend. Novo Nordisk beruft sich bei seiner Werbeaussage auf eine Studie. Die Ergebnisse dieser seien wissenschaftlich nicht genug abgesichert, argumentiert Sanofi-Aventis.

Laut der Studie sollen Patienten bei einer Gabe von Levemir von Novo Nordisk über 52 Wochen lediglich 2,25 Kilogramm zugenommen haben und damit 1,65 Kilogramm weniger als beim Sanofi-Präparat Lantus mit 3,9 Kilogramm. Für Diabetiker ist dies ein wichtiger Punkt, leiden viele von ihnen darunter, dass Insulinpräparate das Körpergewicht ansteigen lassen.

Die Klage von Sanofi-Aventis blieb in den Vorinstanzen ohne Erfolg. Das Berliner Kammergericht sah keinen wettbewerbsrechtlichen Verstoß. Die Ergebnisse der Studie, auf die sich die Werbeaussagen stützten, seien in der "Fachinformation" enthalten, die beim Zulassungsverfahren für das Medikament geprüft worden sei. Deshalb sei zu vermuten, dass der beworbene Gewichtsvorteil dem wissenschaftlich gesicherten Stand entspreche. Diese Vermutung habe Sanofis-Aventis nicht widerlegt, befand das Kammergericht. Der BGH will sein Urteil nun am 6. Februar verkünden.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels war von der "Einnahme" eines Diabetesmedikaments die Rede. Insulinpräparate können jedoch nicht eingenommen, sondern müssen gespritzt werden. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

jme/nik

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insgesamt 2 Beiträge
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    Seite 1    
1. Unsinn
Hugh 24.01.2013
---Zitat--- Laut der Studie sollen Patienten bei einer Einnahme von Levemir von Novo Nordisk über 52 Wochen lediglich 2,25 Kilogramm zugenommen haben und damit 1,65 Kilogramm weniger als beim Sanofi-Präparat Lantus mit 3,9 Kilogramm. ---Zitatende--- Wer schreibt bloß solchen Mist? Braucht man bei SPON wirklich keine Qualifikation mehr, um über Medizinthemen zu schreiben? Sowohl Levemir, als auch Lantus sind Langzeit-Insuline. Sie werden nicht eingenommen, sondern gespritzt. Die meisten Diabetiker wären wohl froh gäbe es endlich Insuline, die wir "einnehmen" könnten.
2.
Tulek 24.01.2013
Zitat von sysopAFPSanofi-Aventis hat das konkurrierende Unternehmen Novo Nordisk verklagt. Auf einem Faltblatt für Ärzte hatte Novo Nordisk geworben, ihr Diabetes-Mittel führe zu einer geringeren Gewichtszunahme als das Sanofi-Präparat. War das zulässig? Der BGH will nun im Februar entscheiden. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/sanofi-gegen-novo-urteil-ueber-werbung-fuer-diabetesmedikament-vertagt-a-879425.html
Einfach einen x-beliebigen Diabetologen Fragen. Die meisten werden sagen das Lantus zu geeichts-zunahme führt, undzwar deutlich stärker als Levimir. Weis ich leider auch aus eigener erfahrung.
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