Schlechte Ernährung Dicke Rattenväter zeugen Diabetikerkinder

Wie der Vater, so die Tochter: Väter, die sich zu fettreich ernähren, zeugen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zuckerkranke Nachkommen. Zumindest im Tierversuch sind Forscher diesem Zusammenhang nun auf die Spur gekommen.

Ratte (Klontier Ralph, 2003): Fette Väter, fette Töchter
dapd

Ratte (Klontier Ralph, 2003): Fette Väter, fette Töchter


Sydney - Wer dauerhaft zu viel futtert, steigert sein Diabetesrisiko - so viel scheint klar. Und weil die Fettsucht in vielen Ländern längst zur Volkskrankheit geworden ist, bekommen Millionen von Menschen diesen Zusammenhang auch am eigenen Leib zu spüren.

Dass eine falsche Ernährungsweise bei Müttern das Gewicht und den Stoffwechsel auch bei Kindern beeinflussen kann, wussten Wissenschaftler bereits. Nun gibt es zum ersten Mal einen Hinweis darauf, dass auch das Essverhalten des Vaters eine Wirkung auf die Gesundheit seiner Kinder haben kann. Der Zusammenhang ist allerdings bisher nur im Tierversuch gezeigt worden. Forscher um Margaret Morris von der University of New South Wales in Sydney berichten darüber im Fachmagazin "Nature".

Die Wissenschaftler hatten mit zwei Gruppen von Rattenmännchen experimentiert. Eine Gruppe wurde dabei mit sehr fettreicher Nahrung gefüttert, die andere erhielt normales Futter. Auch die weiblichen Partnerratten bekamen die normale Nahrung. Die Männchen, die das Fett-Futter erhielten, wurden schnell übergewichtig, hatten einen erhöhten Blutzuckerspiegel und waren zum Schluss gegen das Hormon Insulin resistent.

Ihre Töchter hatten während der Kindheit ein normales Gewicht. Im Erwachsenenalter entwickelten sie jedoch einen Stoffwechsel, der typisch für die Krankheit Diabetes ist. Zudem waren bei ihnen mehrere Gene der Bauchspeicheldrüse verändert, die normalerweise den Zuckerspiegel regeln.

Die Forscher vermuten, dass das Sperma der Väter durch die fettreiche Ernährung beschädigt wurde. Dies wiederum sei bei ihren Töchtern der Grund für den Ausbruch der Krankheit im Erwachsenenalter.

Die Zuckerkrankheit Diabetes wird in zwei Typen unterteilt. Eine der Hauptursachen des Typ-2-Diabetes ist ein steigender Insulinbedarf bei Überernährung im Laufe des Lebens. Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und vom Körper gebraucht, um den Zuckerhaushalt zu regulieren. Vom Typ-2-Diabetes sind rund 90 Prozent aller Zuckerkranken betroffen. Typ-1-Diabetes tritt dagegen oft schon im Jugendalter auf.

chs/dpa



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