Schweinegrippe 16 Millionen Impfdosen werden verbrannt

Der Impfstoff gegen Schweinegrippe sollte Leben retten, doch kaum jemand wollte ihn haben. Jetzt wird ein Großteil vernichtet: 196 Paletten mit Impfstoff-Dosen sollen heute in Flammen aufgehen - ihre Haltbarkeit ist abgelaufen.

Paletten mit Impfstoff: Geringe Nachfrage
dapd

Paletten mit Impfstoff: Geringe Nachfrage


Hamburg - Die Sorge vor der Krankheit war groß: Aus Angst vor der Schweinegrippe hatten die Bundesländer im Jahr 2009 insgesamt 34 Millionen Impfstoff-Dosen erworben. Davon blieben 28,7 Millionen übrig, weil sich deutlich weniger Deutsche impfen ließen als erwartet. Die Länder blieben auf Kosten von 239 Millionen Euro sitzen. Die Krankenkassen zahlten nur für Dosen, die auch genutzt wurden.

Jetzt ist das Haltbarkeitsdatum der Medikamente abgelaufen. Ein großer Teil des vor rund zwei Jahren gekauften Schweinegrippe-Impfstoffs wird ab Dienstag im Müllheizkraftwerk Rothensee in Magdeburg verbrannt. 196 Paletten mit 16 Millionen Impfstoff-Dosen sollen dort in den kommenden Tagen im Ofen landen. Etwa acht LKW-Ladungen mit den Medikamenten werden erwartet.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte die weltweite Schweinegrippe-Pandemie vor mehr als einem Jahr offiziell für beendet erklärt. Weltweit waren während der Pandemie 18.400 Menschen an dem Virus gestorben, in Deutschland wurden 252 Todesfälle übermittelt.

Die H1N1-Pandemie im Jahr 2009 tötete vor allem junge Patienten. Mediziner hatten jüngst herausgefunden, warum das Virus so gefährlich war: Die Kinder waren meist zugleichmit einem weiteren Bakterium infiziert, das Ärzte hilflos machte.

boj/dpa/dapd



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insgesamt 7 Beiträge
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Maschinchen, 29.11.2011
1. Besser so, als anders.
Zitat von sysopDer Impfstoff gegen Schweinegrippe*sollte Leben retten, doch kaum jemand wollte*ihn haben. Jetzt wird ein Großteil vernichtet: 196 Paletten mit Impfstoff-Dosen sollen heute in Flammen aufgehen - ihre Haltbarkeit ist abgelaufen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,800513,00.html
Besser so, als anders. Man stelle sich die Meldung vor: "16 Millionen Schweinegrippetote verbrannt".
kat7 29.11.2011
2. Tja...
dem Hersteller ists egal, der hat fertig verdient... das sind 196 Paletten Steuergeld die da sinnfrei verbrennen, wie andernorts ebenfalls, hier halt anschaulicher. Man hätte mit den 16 mio Dosen lieber mal alle Politiker die dafür waren mehrfach impfen sollen, aus reiner Vorsorge...
old_spice 29.11.2011
3. geringe Schuld
bei der damaligen Anspannung war die Beschaffung des Impfstoffes zunächst richtig. Aber es hat sich früh abgezeichnet, daß der Virus weit harmloser war als angenommen. Bei vernünftigen Verträgen hätte man da bestimmt die Produktion noch reduzieren können. Beim nächsten Mal wirds besser, dann kommt ein richtig gefährliches Virus und unsere Verantwortlichen verschlafen den Startschuss. Solange Politiker und Manager im allgemeinen nicht für den von ihnen verzapften Mist haften wird sich da nichts ändern. Ich würde auch eine Einklagbarkeit von Wahlversprechen begrüßen. Im Falle dieses Impfstoffes wäre es sinnvoll, auch die Verkäufer und Produzenten mit in die Pflicht zu nehmen. Sonst kann jede Laborratte eine Pandemie verkünden um dann mit Quasi Placebos Milliardär zu werden.
AlbertGeorg 29.11.2011
4. Hysterie
Na alle waren sie hysterisch - Die Gesundheitsorgansationen - Die Politik - Die Presse und das, obwohl sehr schnell klar war, dass diese Grippe noch ungefährlicher war als die Vogelgrippe. Viel ungefährlicher als die normalen Grippen. Hysteriker aller Länder vereinigt euch Die nächste Pandemie ist schon in Planung Redakteure spitzt Euere Bleistifte - Es gilt die Welt zu retten!
marchham 29.11.2011
5. Liebe Presse....
Hallo und guten Tag, sicherlich hat das menschliche Leben absoluten Vorrang. Auch ich bin zu meinem Internisten und habe mich beraten lassen. Er sah keine Notwendigkeit für eine Impfung, zumal ich wie die meisten nicht zum Risikopersonenkreis gehörte. In einem Punkt waren er und ich uns einig: die Presse hat für die eigentliche 'Pandemie' (in Deutschland) gesorgt und leider den Boden der Tatsachen komplett verlassen. Die Verunsicherung der Bevölkerung war groß und der Impfstoffbestellwahn der Länder hätte bei einer seriösen Zusammenarbeit mit den Ärzten und Behörden nicht sein müssen. Es ist in Teilen wirklich schockierend wie die Presse aus (scheinbar) reinem Profit mit der Wahrheit umgeht. Zum Glück lassen sich diese Blättern recht leicht identifizieren, auch wenn es dann oftmals schon zu spät ist. Der 'Spiegel' gehört für mich zu den seriösen Blättern, auch wenn ich mir von dem 'Spiegel' so manches Mal ein deutlich offeneres Wort gegenüber diesen 'Schreiberlingen' wünschen würde. Gruß
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