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Schweinegrippe: Bundesländern droht Millionenverlust durch Impfstoff-Überschuss

Die Restbestände an Schweinegrippe-Impfstoff werden zum finanziellen Risiko für die Länderkassen. Sollten die Schutzmittel ihre Wirkung verlieren, droht ein Verlust von einer Viertelmilliarde Euro. Fieberhaft wird deswegen nach einem Abnehmer im Ausland gesucht - bislang ohne Erfolg.

Schweinegrippe-Impfstoff für Kinder: Kaum Interesse an Impfstoff Zur Großansicht
dpa

Schweinegrippe-Impfstoff für Kinder: Kaum Interesse an Impfstoff

Essen - Die befürchtete Schweinegrippe-Pandemie ist in Deutschland ausgeblieben. Doch nun sitzen die Bundesländer auf zahlreichen ungenutzten Impfdosen, die zu einer finanziellen Belastung für die Kassen werden könnten. Wegen der übermäßigen Bestellung drohe den Ländern ein finanzieller Verlust von mehr als 250 Millionen Euro, berichten die Zeitungen der WAZ-Gruppe am Freitag.

Allein Nordrhein-Westfalen habe 6,4 Millionen Impfdosen im Wert von 53,3 Millionen Euro auf Lager, hieß es. An Rhein und Ruhr ließen sich demnach nur knapp eine Million Menschen gegen die Schweinegrippe impfen.

Bundesweit blieben die Behörden auf rund 30 Millionen Impfdosen sitzen, weil sich viel weniger Bürger als ursprünglich angenommen schützen ließen. Die Uhr tickt: Spätestens Mitte 2011 läuft die Haltbarkeit des Serums ab. Dann wären die Mittel unbrauchbar.

Mögliche Verkäufer machen Rückzieher

Alle Bemühungen, wenigstens einen Teil des Serums ins Ausland zu verkaufen, seien vorerst gescheitert, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. "Es brennt nicht. Es gibt zurzeit keine Interessenten." Niedersachsen hat derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz und sucht bereits seit Januar im Namen aller 16 Bundesländer nach Abnehmern für den überschüssigen Grippeschutz.

Dem Bericht zufolge hatten Staaten wie Albanien, Moldawien, Mazedonien, der Kosovo und die Mongolei zunächst Interesse gezeigt. Sie machten aber einen Rückzieher, als die Angst vor der Schweinegrippe deutlich abgenommen hatte.

Nun hoffen die Länder, wenigstens einen Teil des Serums im Herbst zu Geld machen zu können. Experten untersuchten derzeit, ob der Impfstoff auch gegen die saisonale Grippe eingesetzt werden könne.

mmq/AFP/apn/ddp

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Forum - Impfschutz Bilanz der Schweinegrippe - sind die Deutschen ein Volk von Hysterikern?
insgesamt 151 Beiträge
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1. Impfschutz Bilanz der Schweinegrippe - sind die Deutschen ein Volk von Hysterikern?
chirin 06.03.2010
Zitat von sysopViele Menschen in Deutschland lehnten die Impfung gegen die A/H1N1-Viren ab. Grund für viele waren die drohenden Nebenwirkungen. Sind die Deutschen Ihrer Meinung nach ein Volk von Hysterikern? Diskutieren Sie mit!
Die Deutschen werden -des schnöden Mammons wegen - von den Lobbyisten in der Politik hysterisch gemacht, damit die Pharmaunternehmen einschließlich der bei denen beschäftigten Politikern - noch besser verdienen. Ja, viele Deutsche sind hysterisch! BEdenken sie, ganz Deutschland lachte noch in den 50ziger und 60ziger Jahren über die in Amerika üblichen Psychologen und heute unterschreiben die dämlichen Frauen sogar Verträge in denen Sie sich mit Geschlechtsverkehr und Brustbeißen einverstanden erklären, damit die Rückenschmerzen aufhören. Noch blöder geht es nicht! Wie schrieb schon Tucholsky? "Und nur der Psychologe war ein Psycholege!" Dessen gesamten Einschätzungen waren sonst falsch. In Berlin kommt doch in Kürze der Prozeß, der die Leute mit Rauschgift vollgepumpt hat und 3 Menschen starben wohl, der Rest mußte ins Krankenhaus - wie kann man so dof sein? Ist das Langeweile? Minderwissen? Hysterie bei jedem Pups umzufallen? 0der was sind das heute für hirnlose und charakterlose Hillbillies? Allerdings liest man - zumindest in Berlin - jeden Tag eine neue- nicht ausgegorene- Gesetzesänderung von Frau Lompscher. Nachdenken ist offensichtlich bei dem Berliner Senat verboten und anders sieht es auch im ganzen Land oder der EU nicht aus. Und wie der Herr ,so das Gescherr.
2. Es blüht die Unlogik ...
rkinfo 06.03.2010
Zitat von sysopViele Menschen in Deutschland lehnten die Impfung gegen die A/H1N1-Viren ab. Grund für viele waren die drohenden Nebenwirkungen. Sind die Deutschen Ihrer Meinung nach ein Volk von Hysterikern? Diskutieren Sie mit!
Schwere und tödliche Grippewellen gibt alle Paar Jahrzehnte. Vor wenigen Tagen im TV eine Wdh. von Alfred Tetzlaff bzw. seine Frau wg. GRIPPE für 4 Wochen ins Krankenhaus kam. Damals waren die Behandlungszeiten lange und die Impfungen damit auch offensichtlich notwendig. Ob Impfnebenwirkungen, ob Atomkraftrisiken, die Menschen sind bei äußeren Risiken viel empfindlicher als bei Selbstverursachten. Durch Verzicht auf Sichergurt beim Auto oder schlicht durch Unfälle beim Fenster putzen sterben selbst in Deutschland mehr Menschen als es Nebenwirkungen obiger Art je fertig bringen könnten. Und die Schweinegrippe hat in den USA um Faktor 10-20 mehr Menschen getötet als das klemmende Toyota-Gaspedal. Mit Logik oder 'Schutz vor den frühen Friedhof' hat das Verhalten nichts gemein. Aber die Leute sind ja auch sonst unvernünftig ... kaugfen für teures Geld ein Nichts = homöopathische Mittelchen oder haben Angst vor Handymasten ... und 2-4 eingeschaltet Handys selbst in der Wohnung.
3. Das einzig hysterische in Deutschland sind die Medien!
existentialist09 06.03.2010
Zitat von sysopViele Menschen in Deutschland lehnten die Impfung gegen die A/H1N1-Viren ab. Grund für viele waren die drohenden Nebenwirkungen. Sind die Deutschen Ihrer Meinung nach ein Volk von Hysterikern? Diskutieren Sie mit!
Der größte Teil der Deutschen ist die hysterische Berichterstattung längst überdrüssig, bzw. die Leute machen sich über die Medien lustig. Die Einzigen, die das nicht merken, sind die Medien selbst.
4. Imfungen vs. Medzin des Nichts
rkinfo 06.03.2010
Zitat von existentialist09Der größte Teil der Deutschen ist die hysterische Berichterstattung längst überdrüssig, bzw. die Leute machen sich über die Medien lustig. Die Einzigen, die das nicht merken, sind die Medien selbst.
Das sind eher die Bürger welche bis heute eine gefährliche Grippe nicht von einem harmlosen grippalen Effekt unterscheiden können. Wie sprach schon Obelix: "Die spinnen, die impfmüden Deutschen". Es gab auch im Rahmen der Impfdiskussion KEINEN Kritiker der Impfung der die Grippe ansich oder Mutationsrisiken entkräften konnte. Die haben sich nur elegant um diese Probleme herum geredet. Da war es einfach mit 50% der der Gesamtproblematik 'Schweinegrippe' H1N1 einfach die Impfung klein zu reden. Pure Trickserei - mehr nicht. Sicherlich in einen Land wie 'D' wo selbst total verblödete Ansätze wie 'die Medzin des Nichts* = Homöopathie zahlen Kunden hat recht einfach umsetzbar. Gegen bekloppte Mitmenschen ist also wenig zu machen.
5. ..das schreiben die Richtigen Robert Koch Info
existentialist09 06.03.2010
Zitat von rkinfoDas sind eher die Bürger welche bis heute eine gefährliche Grippe nicht von einem harmlosen grippalen Effekt unterscheiden können. Wie sprach schon Obelix: "Die spinnen, die impfmüden Deutschen". Es gab auch im Rahmen der Impfdiskussion KEINEN Kritiker der Impfung der die Grippe ansich oder Mutationsrisiken entkräften konnte. Die haben sich nur elegant um diese Probleme herum geredet. Da war es einfach mit 50% der der Gesamtproblematik 'Schweinegrippe' H1N1 einfach die Impfung klein zu reden. Pure Trickserei - mehr nicht. Sicherlich in einen Land wie 'D' wo selbst total verblödete Ansätze wie 'die Medzin des Nichts* = Homöopathie zahlen Kunden hat recht einfach umsetzbar. Gegen bekloppte Mitmenschen ist also wenig zu machen.
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Acht Fragen zur Schweinegrippe
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Wie kann man sich schützen?
Ausschließen kann man eine Infektion nie. Dennoch können bestimmte Maßnahmen die Verbreitung des H1N1-Virus (und auch vieler anderer Viren) effektiv senken. Im September 2009 veröffentlichten Forscher im Fachblatt "British Medical Journal" eine statistische Auswertung von insgesamt 58 Studien über präventive Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung. Das Ergebnis: Vor allem häufiges Händewaschen und die Isolation infizierter Patienten verhindert die rasche Ausbreitung des Virus. Unter wir-gegen-viren.de gibt das Robert Koch-Institut neun Tipps, um die Ansteckungsgefahr zu senken. Zu den wichtigsten Vorkehrungen gehören regelmäßiges Händewaschen, richtiges Husten und Schnäuzen, bei Verdacht auf Schweinegrippe zu Hause bleiben und Abstand von anderen Personen halten sowie regelmäßiges Lüften. Zudem rät die US-Gesundheitsbehörde CDC, den Haushalt möglichst sauber zu halten und beispielsweise Oberflächen von Möbeln regelmäßig zu reinigen und Kleidung regelmäßig zu waschen.
Wie verbreitet sich das H1N1-Virus?
Der wahrscheinlichste Ansteckungsweg des H1N1-Virus ist die sogenannte Tröpfcheninfektion. Es nistet sich in den Atemwegen ein, weshalb Tröpfchen aus dem Nasen- und Rachenraum gefährlich sind. Man kann sich bereits im Gespräch mit einer Person anstecken. Die ganz normale Atemluft der infizierten Person enthält Tröpfchen, die deren Gegenüber einatmen könnte. Gleiches gilt, wenn Menschen niesen oder husten. Mikroskopisch kleine Mengen reichen schon aus. Deshalb empfehlen viele Fachleute auch, Menschenansammlungen zu meiden. Das Virus überlebt aber auch einige Zeit außerhalb des Körpers. Man kann sich also anstecken, indem man Infizierten die Hand schüttelt oder Gegenstände anfasst, die Infizierte berührt haben. Wischt man sich danach durchs eigene Gesicht, hat es der Erreger in seinen neuen Wirt geschafft. Dieser Übertragungsweg heißt Schmierinfektion. Experten gehen davon aus, dass das H1N1-Virus bei einer Temperatur von 20 Grad Celsius für etwa zwei bis acht Stunden unversehrt bleibt. In einer feuchten Umgebung verlängert sich die Zeit auf bis zu vier Tage. Und in der Kälte, vor allem bei Minusgraden, ist das Virus fast unsterblich. Dagegen kann der H1N1-Erreger mit Hitze nur schwer umgehen. Bei 60 Grad und mehr stirbt er nach etwa 30 Minuten.
Welche Symptome treten auf?
Die Inkubationszeit des Virus beträgt in der Regel drei bis vier Tage. Meistens setzt das Krankheitsgefühl ganz plötzlich ein. Zu den häufigsten Symptomen zählen Fieber und Husten. Die Glieder und Muskeln können schmerzen, Atembeschwerden und Ausfluss aus Nase oder Augen können dazukommen. Anders als bei der saisonalen Influenza leidet bei der Schweinegrippe etwa jeder Vierte an Erbrechen oder Durchfall. Es gibt aber auch Menschen, an denen die Infektion spurlos vorbeiging.
Was tun bei Verdacht auf Schweinegrippe?
Bei Menschen, die sonst gesund sind, lautet der einfachste Rat: ins Bett legen und das eigene Immunsystem die Arbeit verrichten lassen. Schwangere oder chronisch Kranke - Diabetiker, Patienten mit Asthma oder Herz-Kreislauf-Beschwerden beispielsweise - sowie ältere Patienten und Kinder sollten dagegen einen Arzt aufsuchen. Ist das Immunsystem zum Beispiel durch eine bereits vorhandene chronische Erkrankung geschwächt, kann es leichter zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, wie etwa einer Lungenentzündung, kommen.
Helfen Medikamente nach einer Ansteckung?
Es gibt manche antivirale Medikamente wie Tamiflu, die Grippesymptome lindern können. Allerdings sind sie verschreibungspflichtig, und für die meisten Patienten gilt: Sie überstehen die Schweinegrippe genauso gut oder schlecht wie ohne Medikamente. Vor allem bei Kindern gilt größte Vorsicht mit Medikamenten. Sie sollten auf keinen Fall ohne ärztlichen Rat behandelt werden. Treten zusätzliche bakterielle Infektionen auf, sollte der Patient unter Umständen Antibiotika nehmen. Experten weisen zudem darauf hin, dass es nicht sinnvoll ist, vorsorglich antivirale Medikamente einzunehmen. Der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Heiko Schneidler, sagt, dass es dadurch zu Resistenzen der Viren kommen könnte.
Ist ein Mundschutz sinnvoll?
Das Robert Koch-Institut sagt zu Hygienemasken: "Über ihre Wirksamkeit während einer Pandemie liegen keine ausreichenden Daten vor. Sie sind deshalb nur ergänzend zu erwägen." Da die Masken nicht dicht abschließen, geraten Grippeviren trotzdem in die Atemluft. Und wer mit ungewaschenen Händen die Maske anlegt, bindet sich die Viren direkt unter die Nase. Zudem müssen die Masken alle paar Stunden gewechselt werden. Sinnvoll ist eine Hygienemaske, wenn überhaupt, nur für Erkrankte. Damit kann die Anzahl der Erreger, die dieser in die Luft ausatmet verringert werden. Staubmasken aus dem Baumarkt sind übrigens wirkungslos.
Wie weist man das Virus nach?
Ein zuverlässiger Test kostet in etwa 130 Euro. Bis das Ergebnis vorliegt, vergeht in etwa ein Tag. Nachdem sich die Grippe immer weiter ausbreitet, wird nur noch stichprobenartig auf den H1N1-Erreger untersucht. Man kann in der Apotheke auch Schnelltests kaufen, allerdings sind sie nicht sehr zuverlässig. Im Labor wird das H1N1-Virus mit Hilfe der sogenannten PCR-Technik nachgewiesen. Der Test ist positiv, wenn es gelingt, spezifische Teile des Virus-Erbguts im Reagenzglas zu vervielfältigen.
Kann sich der H1N1-Erreger verändern?
Das H1N1-Virus gehört zur Gattung der Influenza-A-Viren. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat. Die gewöhnliche Grippe (saisonale Influenza) tötet Schätzungen zufolge weltweit jedes Jahr 250.000 bis 500.000 Menschen, vor allem ältere Menschen. Die meisten sterben an Lungenentzündung. Auch gesunde Menschen können tödlich erkranken. Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern, die bekannt sind. Die Entwicklung gänzlich neuer Typen ist zwar selten, aber extrem gefährlich. Sie findet statt, wenn sich in den Zellen eines Organismus die Erbgutinformation mehrerer Grippeviren-Typen neu kombiniert.

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