Schweinegrippe US-Regierung bestellt 195 Millionen Impfdosen

Die Produktion kann beginnen: Die USA haben Im Kampf gegen die Schweinegrippe die Impfstoffe von vier Herstellern zugelassen. In den nächsten vier Wochen sollen dann die Impfungen anlaufen.

Impfung gegen Schweinegrippe: Möglicherweise nur eine Spritze notwendig
AFP

Impfung gegen Schweinegrippe: Möglicherweise nur eine Spritze notwendig


Washington - Die USA haben grünes Licht für den Einsatz von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe gegeben. Die US-Behörde für Arznei- und Lebensmittelsicherheit (FDA) habe die Impfstoffe von vier Herstellern zugelassen, die Genehmigung für einen weiteren Hersteller stehe noch an, sagte Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius vor Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses.

Die beauftragten Firmen sind: CSL Limited, MedImmune LLC, Novartis Vaccines and Diagnostics Limited sowie sanofi pasteur Inc. Alle Firmen wendeten das gleiche Herstellungsverfahren an, hieß es weiter.

Die Regierung habe bei den Herstellern 195 Millionen Impfdosen bestellt, von denen etwa ein Drittel ab Oktober zur Verfügung stehen werde. Die Impfkampagne gegen das Virus A (H1N1) werde Mitte Oktober beginnen, die Impfstoffe würden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Den Impfstoff soll es in zwei Arten geben: als Injektion und Nasenspray. Nach vorläufigen Ergebnissen klinischer Studien gebe es bei den meisten gesunden Erwachsenen nach einer einzelnen Dosis innerhalb von acht bis zehn Tagen eine "robuste Immunreaktion", teilte die Behörde mit.

Die Impfkampagne richtet sich Behördenangaben zufolge vor allem an fünf Risikogruppen: Schwangere, Menschen, die viel mit Kindern zu tun haben, medizinisches Personal, junge Menschen zwischen sechs Monaten und 24 Jahren und Menschen unter 65 Jahren, die unter anderen Krankheiten leiden. Das entspricht etwa 160 Millionen der rund 300 Millionen US-Bürger.

Unterdessen wagen Wissenschaftler erste Aussagen zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe. Demnach könnte eine einmalige Dosis von 15 Mikrogramm schon ausreichen, um bei Menschen zwischen 18 und 64 Jahren eine robuste Immunantwort zu erzeugen. Das berichten jetzt australische und US-amerikanische Forscher.

Bislang waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass eine wiederholte Immunisierung notwendig ist. Bei den an der Universität München koordinierten Testläufen erhalten die Probanden sogar drei Impf-Dosen.

otr/AFP/dpa



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