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Schwere Nierenschäden: Hamburger Schülerin stirbt an Ehec-Infektion

In Hamburg ist ein sechsjähriges Mädchen an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. Die Grundschule, in der das Mädchen die erste Klasse besuchte, soll vorerst geöffnet bleiben. Die Gesundheitsbehörde geht davon aus, dass es sich um einen Einzelfall handelt und nicht um den Ausbruch der gefährlichen Seuche.

Petrischale mit einer Ehec-Kultur: Neuer Ausbruch der Seuche? Zur Großansicht
dapd

Petrischale mit einer Ehec-Kultur: Neuer Ausbruch der Seuche?

Hamburg - Wochenlang sorgte das gefährliche Darmbakterium Ehec vergangenes Jahr für Schlagzeilen und versetzte Deutschland in Angst. Der Erreger infizierte knapp 4000 Menschen, die in Folge entweder unter starkem Durchfall oder an der gefährlichen Nierenerkrankung Hus litten. 35 Hus-Patienten und 18 weitere Ehec-Infizierte verstarben.

Jetzt ist erneut ein sechsjähriges Mädchen an den Folgen einer Ehec-Erkrankung gestorben. Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde in Hamburg bestätigte den Fall am Sonntagabend. "Es handelt sich um einen Einzelfall", betonte der Behördensprecher. "Es ist überhaupt nicht mit der Situation im letzten Jahr zu vergleichen." Nach Informationen der "Welt" starb das Kind in der Nacht zum Sonntag.

Vor zehn Tagen habe das Mädchen erstmals Symptome der Durchfallerkrankung gezeigt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Kreise der Gorch-Fock-Grundschule im Stadtteil Blankenese. Dort besuchte das Mädchen die erste Klasse. Trotz Dialyse konnte der Zustand der Sechsjährigen in einem Krankenhaus nicht stabilisiert werden.

Im Umfeld des Kindes in Hamburg habe es keine weitere Ansteckung gegeben, erklärte der Sprecher. Von Lebensmitteln, die das Mädchen gegessen habe, seien Proben gezogen worden. "Wir hoffen, dass es im Laufe des Montags Ergebnisse gibt."

Die Schule und der Hort sollen dem Bericht zufolge weiter geöffnet bleiben. Zur Beratung über die notwendigen weiteren Schritte sei auch eine Mitarbeiterin der Gesundheitsbehörde hinzugezogen worden. Die Schulleiterin erklärte, sie habe den Eltern der Grundschüler eine Mail geschrieben und ihnen freigestellt, ob sie ihre Kinder an diesem Montag zum Unterricht schicken. Am Sonntag gab es in der Grundschule eine Krisensitzung.

Bei dem Ehec-Ausbruch im vergangenen Jahr hatte es sich um eine besonders aggressive Variante des Ehec-Erregers gehandelt: Das Escherichia-coli-Bakterium des Typs O104:H4 war zuvor nicht in einem größeren Ausbruch festgestellt worden. Am 26. Juli 2011 erklärte das Robert Koch-Institut (RKI) die Seuche für beendet.

Ob der neue Fall mit dem Ausbruch von 2011 in Zusammenhang stehen könnte, ist derzeit noch unklar. Ehec-Keime treten immer wieder auf. Vor dem Ausbruch der O104:H4-Seuche registrierte das RKI seit der Meldepflicht 2001 bundesweit jährlich zwischen 800 und 1200 Erkrankungen, die aber meistens einen leichteren Verlauf nehmen. Häufig sind Kinder von einer Infektion betroffen, und für gewöhnlich handelt es sich dabei um eine andere Variante des Keims.

Ehec-Erreger leben vor allem im Darm von Wiederkäuern und können über unerhitzte Lebensmittel übertragen werden. Bei mangelnder Hygiene ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Als Verursacher für den Ehec-Ausbruch von 2011 waren aus Ägypten importierte Bockshornklee-Samen bestätigt worden.

cib/dapd/dpa

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1. Geht es wieder los?
lisahaehnle 19.02.2012
Zitat von sysopdapdIn Hamburg ist ein sechsjähriges Mädchen an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. Die Grundschule, in der das Mädchen die erste Klasse besuchte, soll vorerst geöffnet bleiben. Ob es sich um einen Einzelfall oder einen neuen Ausbruch der gefährlichen Seuche handelt, ist derzeit noch unklar. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,816273,00.html
[QUOTE=sysop;9670781]In Hamburg ist ein sechsjähriges Mädchen an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. Die Grundschule, in der das Mädchen die erste Klasse besuchte, soll vorerst geöffnet bleiben. Ob es sich um einen Einzelfall oder einen neuen Ausbruch der gefährlichen Seuche handelt, ist derzeit noch unklar. Im letzten Jahr waren es Bio-Sprossen und völlig unzulängliche Hygiene in dem Hardcore-Bio-Betrieb in Bienenbüttel. Es war zu erwarten, dass EHEC wiederkommt. "BIO" ist eine tickende Zeitbombe!
2.
Nania 19.02.2012
Zitat von lisahaehnle[QUOTE=sysop;9670781]In Hamburg ist ein sechsjähriges Mädchen an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. Die Grundschule, in der das Mädchen die erste Klasse besuchte, soll vorerst geöffnet bleiben. Ob es sich um einen Einzelfall oder einen neuen Ausbruch der gefährlichen Seuche handelt, ist derzeit noch unklar. Im letzten Jahr waren es Bio-Sprossen und völlig unzulängliche Hygiene in dem Hardcore-Bio-Betrieb in Bienenbüttel. Es war zu erwarten, dass EHEC wiederkommt. "BIO" ist eine tickende Zeitbombe!
Es mag zwar stimmen, dass Biosprossen an der letzten EHEC-"Seuche" schuld waren, allerdings ist EHEC eine in Maßen immer wieder auftretende Krankheit, die jährlich einige Opfer fordert. Es kann somit an dieser Stelle noch nicht von einer "Rückkehr" oder einer generellen Gefahr gesprochen wären, die höher wären als die Gefahr einer schwer wiegenden Grippeinfektion. Darüber hinaus: Von BIO geht wohl kaum eine Gefahr aus, sondern höchstens von unverantwortlich arbeitenden Menschen. Sowohl auf Bio- wie auch auf normalen Höfen.
3.
chronotrop 19.02.2012
Zitat von lisahaehnle[QUOTE=sysop;9670781]In Hamburg ist ein sechsjähriges Mädchen an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. Die Grundschule, in der das Mädchen die erste Klasse besuchte, soll vorerst geöffnet bleiben. Ob es sich um einen Einzelfall oder einen neuen Ausbruch der gefährlichen Seuche handelt, ist derzeit noch unklar. Im letzten Jahr waren es Bio-Sprossen und völlig unzulängliche Hygiene in dem Hardcore-Bio-Betrieb in Bienenbüttel. Es war zu erwarten, dass EHEC wiederkommt. "BIO" ist eine tickende Zeitbombe!
[QUOTE=lisahaehnle;9671916] Gemeinsames Auftreten impliziert keine Kausalität. Heißt, nur weil zufällig ein Bio-Betrieb involviert war, bedeutet dies nicht, dass ein ursächlicher Zusammenhang besteht.
4. Ehec
Montanabear 20.02.2012
Zitat von lisahaehnle[QUOTE=sysop;9670781]In Hamburg ist ein sechsjähriges Mädchen an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. Die Grundschule, in der das Mädchen die erste Klasse besuchte, soll vorerst geöffnet bleiben. Ob es sich um einen Einzelfall oder einen neuen Ausbruch der gefährlichen Seuche handelt, ist derzeit noch unklar. Im letzten Jahr waren es Bio-Sprossen und völlig unzulängliche Hygiene in dem Hardcore-Bio-Betrieb in Bienenbüttel. Es war zu erwarten, dass EHEC wiederkommt. "BIO" ist eine tickende Zeitbombe!
[QUOTE=lisahaehnle;9671916] Ich finde es unverantwortlich, dass die Schule nicht geschlossen wurde. Die Reaktion passt zu der nach den Sprossenerkrankungen. Die Behoerden - die oberste Beherde, das Tropennstitut- scheint nichts gelernt zu haben. Es hat seinen Auftrag, die Oeffentlichkeit vor Seuchen zu schuetzen, klar verfehlt. Ja, eine Person ist noch keine Seuche, aber bei Epec ist das Potential sehr gross. Einfach unverantwortlich ! Ich hoffe, viele Eltern lassen ihre Kinder zu Hause .
5. Nö
muckefuck2000 20.02.2012
Zitat von lisahaehnle[QUOTE=sysop;9670781]In Hamburg ist ein sechsjähriges Mädchen an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. Die Grundschule, in der das Mädchen die erste Klasse besuchte, soll vorerst geöffnet bleiben. Ob es sich um einen Einzelfall oder einen neuen Ausbruch der gefährlichen Seuche handelt, ist derzeit noch unklar. Im letzten Jahr waren es Bio-Sprossen und völlig unzulängliche Hygiene in dem Hardcore-Bio-Betrieb in Bienenbüttel. Es war zu erwarten, dass EHEC wiederkommt. "BIO" ist eine tickende Zeitbombe!
[QUOTE=lisahaehnle;9671916] Nicht BIO ist eine Zeitbombe, sondern Sprossen an sich. Die letzte Meldung war, dass die Bakterien mit den Samen aus Ägypten eingeschleppt wurden. Und unter den warmen Bedingungen, die für die Sprossenzucht nötig sind, vermehren sich Bakterien ganz munter - und denen ist es egal, ob sie sich auf einem konventionellen oder einem Biosamen befinden. Da hilft wohl nur gut kochen. Bei Geflügelfleisch hat man es sich ja auch angewöhnt, dass dieses vor dem Durchbraten nur mit der Kneifzange angefasst werden darf. Gleiches sollte für Sprossen gelten.
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