Senioren-Studie: Männer haben häufiger geistige Schwächen als Frauen

Bei Männern lässt die geistige Leistungsfähigkeit im Alter häufiger nach als bei Frauen. Das Ergebnis hat die Forscher überrascht, denn der Rückgang gilt als ein Warnzeichen für Alzheimer - eine Erkrankung, die jedoch öfter Frauen als Männer betrifft.

Senioren auf einer Parkbank: Kognitive Schwierigkeiten bei 14 ProzentZur Großansicht
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Senioren auf einer Parkbank: Kognitive Schwierigkeiten bei 14 Prozent

Senioren haben öfter mit Gedächtnisschwierigkeiten zu kämpfen. Offenbar ist das Problem bei Männern aber häufiger anzutreffen als bei Frauen. Zu diesem Ergebnis sind US-amerikanische Forscher um Ronald Petersen von der Mayo Clinic in Rochester in einer Studie mit Menschen gekommen, die 70 Jahre und älter waren. 19 Prozent der getesteten Männer hatten leichte Gedächtnisprobleme oder Schwierigkeiten beim Denken - bei den Frauen waren es dagegen nur 14 Prozent.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler mehr als 2000 Personen im Alter von 70 bis 89 Jahren. In Tests wurden die Senioren auf ihre Gedächtnisleistung geprüft und mussten Denkaufgaben lösen. Darüber hinaus gaben sie eine Selbsteinschätzung ihrer geistigen Leistung ab und beantworteten Fragen zu ihrem Gesundheitszustand. Die Untersuchungen ergaben, dass insgesamt 76 Prozent der untersuchten Personen normale geistige Leistungen besaßen, während 14 Prozent unter leichten kognitiven Schwierigkeiten litten. Zehn Prozent der Probanden wurden von den Forschern bereits als dement eingestuft.

Die genauere Analyse der Daten offenbarte den Unterschied zwischen den Geschlechtern: Leichte Probleme mit der Geisteskraft ("Mild Cognitive Impairment", siehe Kasten links) waren bei Männern verbreiteter als bei Frauen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Neurology". Außerdem stellten die Forscher fest, dass Menschen mit geringer Bildung und diejenigen, die niemals verheiratet waren, häufiger von einem Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit betroffen sind.

Der Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit gilt als ein Warnzeichen für die Entwicklung einer Alzheimererkrankung, die zu schwerer Demenz führt. Der geschlechtsspezifische Unterschied sei in diesem Zusammenhang besonders erstaunlich, weil Alzheimer bei Frauen häufiger auftrete als bei Männern, sagen die Wissenschaftler. Die Entwicklung von Demenz und Alzheimer könnte demzufolge bei Frauen und Männern unterschiedlich ablaufen.

Um die Ergebnisse der Studie genauer zu bestätigen, seien allerdings weitere Untersuchungen notwendig, sagt Petersen. "Wenn man die bereits dementen Personen und die mit den leichten mentalen Schwierigkeiten zusammenzählt, weisen insgesamt etwa 24 Prozent der Menschen über 70 Jahren einen Rückgang der geistigen Leistungskraft auf."

"Das unterstreicht die Bedeutung dieses Faktors für unsere Gesellschaft", sagt der Wissenschaftler. Die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und Therapien sei deshalb besonders wichtig. Die Erkenntnisse zur unterschiedlichen Entwicklung von Demenz bei Frauen und Männern spielten in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

hda/dapd

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  • Dienstag, 07.09.2010 – 09:11 Uhr
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Die wichtigsten Fragen zur Alzheimer-Erkrankung (AD)
Bei den meisten Menschen nimmt das Erinnerungsvermögen mit zunehmendem Alter leicht ab. Altersbedingte Vergesslichkeit kann man deshalb nicht immer von den ersten Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung unterscheiden. Im Fachjargon sprechen Forscher von "Mild Cognitive Impairment" (MCI), also der milden Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten. Viele Menschen mit MCI bekommen zwar Alzheimer - trotzdem ist MCI noch lange keine Diagnose dafür. Alzheimer-Patienten verlieren häufig nach und nach das sogenannte episodische Gedächtnis. Sie erinnern sich zum Beispiel nicht mehr, dass ein Gespräch vor einem Tag stattfand. Andere typische Merkmale sind: Der Betroffene hat Wortfindungsstörungen oder Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung (beispielsweise Schwierigkeiten beim Krawatte knoten oder Auto einparken). Oder aber der Patient verliert die Orientierung - und vertut sich etwa mit der Zeit oder geht in eigentlich bekannten Umgebungen verloren.






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