Von Markus Becker, Cinthia Briseño, Lisa Hemmerich und Jan Hendrik Meier
Niedersachsen: Hier setzen die Behörden auf Transparenz, deshalb verweist das Landesgesundheitsamt auf eine eigens eingerichtete Internetseite. Dort führe man eine Liste über die vorhandenen und ausgelieferten Dosen. 524.000 habe man bisher an die Apotheken im Land ausgeliefert. Doch auch in Niedersachsen gibt es keine Statistiken darüber, wie viele Menschen schon geimpft wurden. Lediglich eine Verknappung des Impfstoffs habe man festgestellt, sagt der Sprecher des Landesgesundheitsamts. Viele Apotheken hätten bereits gemeldet, dass sie nur noch wenig Impfstoff zur Verfügung hätten. Auch in Niedersachsen hätten chronisch kranke Patienten zunächst Priorität.
Nordrhein-Westfalen: "Bei den Gesundheitsämtern ist so viel los, dass die Statistik ein wenig in den Hintergrund tritt", sagt Kathrin Rebbe, die Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Elf Millionen Dosen sollen insgesamt kommen, davon hat NRW bisher erst 880.000 erhalten. Dennoch sei nicht klar, wie groß der Ansturm auf die Impfpraxen tatsächlich ist, so Rebbe, weil die Kommunen die Organisation der Impfung übernommen hätten. Engpässe seien dem Ministerium nicht bekannt. Auch NRW gibt bei der Impfung chronisch Kranken den Vortritt, überlässt es aber jedem Arzt, wie er mit dem Verbrauch der Impfdosen umgeht. "Es soll niemand weggeschickt werden", sagt Rebbe. Die Impfungen werden vom Gesundheitsamt sowie von niedergelassenen Ärzten durchgeführt.
Rheinland-Pfalz: 200.000 Impfdosen sind an das Land Rheinland-Pfalz bereits ausgeliefert worden. Diese seien allerdings zunächst an das Schlüsselpersonal verabreicht worden, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Seit Anfang November werde auch die Gesamtbevölkerung geimpft, doch Priorität sollten chronisch Kranke haben. "Wir haben keine Statistik darüber, wie viele bereits geimpft sind", so die Sprecherin, "es besteht aber ein großes Interesse." Das unterscheide sich von Praxis zu Praxis. Manche Ärzte hätten inzwischen spezielle Sprechstunden eingerichtet, vor allem um die Impfdosen im Zehnerpack aufbrauchen zu können.
2,4 Millionen Pandemrix-Dosen hat das Land insgesamt bestellt. Um weitere Engpässe zu vermeiden, appelliert das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium, sich in Geduld zu üben und chronisch Kranken den Vorrang zu geben. Dennoch würden in den Praxen auch die Menschen geimpft, die keiner Risikogruppe angehörten.
Saarland: Das kleinste Bundesland hat 636.000 Dosen Pandemrix bestellt und davon 52.000 bisher erhalten. Bis zum 22. November werden noch insgesamt 40.000 weitere Impfdosen erwartet. Geimpft wurden nach Angaben des Ministerbüros bisher etwa 17.300 Menschen. Auf einzelne Praxen habe es zwar einen Ansturm gegeben, allerdings treffe das nicht flächendeckend auf die Impfpraxen zu. "Wir gehen davon aus, dass die überwiegende Zahl der Praxen mehr Impfstoff benötigt, als ausgeliefert wird", sagt Sibylle Berger, Referentin des Gesundheitsministers.
Sachsen: "Der Ansturm von Praxis zu Praxis ist völlig unterschiedlich", sagt Ralph Schreiber, Sprecher des Gesundheitsministeriums. Es sei nicht bekannt, wie viele Praxen Engpässe hätten. Einige Ärzte seien anfänglich nicht zu Impfungen bereit gewesen, hätten ihre Meinung im Laufe der Zeit jedoch revidiert. Wie viele Menschen in Sachsen bereits geimpft sind, kann das Gesundheitsministerium nicht beziffern. 180.000 Impfdosen seien bisher ausgeliefert worden, 2,6 Millionen neu bestellt. Geimpft werde in den Praxen grundsätzlich jeder, der will - egal zu welchem Personenkreis er gehöre.
Sachsen-Anhalt: Hier sind bis Anfang November nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit und Soziales 42.000 Personen geimpft worden. 1,5 Millionen Dosen Pandemrix hat das Land bestellt, 158.000 sind bereits angekommen. Insgesamt 1600 Ärzte verteilen den Stoff an die Gesundheitsämter, Haus- und Fachärzte bieten die Impfung eigenverantwortlich in ihren Praxen an.
"Wir haben weniger Impfdosen bekommen als gedacht", sagt der Pressesprecher des Ministeriums, Holger Paech. Deshalb gebe es in manchen Teilen des Landes eine Diskrepanz zwischen der Zahl der Impfwilligen und den verfügbaren Pandemrix-Mengen. Wie hoch die Differenz ist, wisse man aber nicht. In manchen Praxen würden jedoch Menschen auf einen Termin Ende Dezember vertröstet, weil der Impfstoff ausgegangen sei.
Schleswig-Holstein: 136.000 von 184.000 bisher ausgelieferten Impfdosen haben die Ärzte in Schleswig-Holstein bis zum 12. November verbraucht. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass die restlichen Dosen noch in dieser Woche verbraucht sein werden. 1,72 Millionen Impfdosen hat das Land für seine rund 2,8 Millionen Einwohner bestellt, etwa 50.000 kommen jetzt wöchentlich als Nachschub. "Gesunde Menschen müssen teilweise bis zu zwei Wochen auf die Impfung warten", sagt Christian Kohl, Sprecher des Gesundheitsministeriums. Im Land gibt es etwa 200 Apotheken, die an der Verteilung des Impfstoffs beteiligt sind. Doch Angaben, wie knapp die Ware ist, hat das Ministerium nicht. "Es gibt definitiv eine Lücke, doch wie groß sie ist, wissen wir nicht", sagt Kohl.
Thüringen: Heinz Fracke vom thüringischen Sozialministerium sagt: "Nur vereinzelt ist der Impfstoff in Praxen ausgegangen." Die Massenimpfung hat am 9. November begonnen, nachdem das Schlüsselpersonal zwei Wochen lang geimpft worden war. Thüringen hat 75.000 der insgesamt 154.000 bereits vorliegenden Dosen für chronisch Kranke reserviert. Es sei aber nicht ausgeschlossen, so Fracke, dass auch andere geimpft würden. Man folge zwar der Empfehlung der Impfkommission, dennoch sei es die Entscheidung des Arztes, wen er impft. Bisher sei alles gut gelaufen. Insgesamt 1,4 Millionen Dosen hat das Land bestellt, jede Woche erhält es eine neue Lieferung.
Mit Material von dpa und ddp
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