Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Sitz-Leiden: Häufiges Aufstehen hält schlank und fit

Langes Sitzen schadet nicht nur der Figur, sondern auch dem Herzen. Da hilft nur Bewegung - und das schon in verblüffend kleiner Dosis, wie eine Studie jetzt ergeben hat. Kurze, aber regelmäßige Pausen im Stehen können demnach sogar effektiver sein als Training.

Gymnastik im Büro: Regelmäßiges Aufstehen überraschend effektiv Zur Großansicht
dpa

Gymnastik im Büro: Regelmäßiges Aufstehen überraschend effektiv

Wer lange auf der Stelle hockt, riskiert auf Dauer seine Gesundheit - dieser Zusammenhang ist inzwischen eine medizinische Binsenweisheit. Jetzt haben Mediziner aber nach eigenen Angaben herausgefunden, dass es nicht nur auf die Sitzdauer, sondern auch auf die Zahl der Unterbrechungen ankommt. Schon Bewegungsphasen von nur einer Minute scheinen den Taillenumfang zu reduzieren und das Risiko von Herzerkrankungen zu senken, berichten Forscher im "European Heart Journal".

Das Team um Genevieve Healy von der Universität von Queensland im australischen Herston analysierte die Daten von mehr als 4700 Menschen aus den USA, die mindestens 20 Jahre alt waren. Die Teilnehmer hatten ein Messgerät getragen, das sieben Tage lang ihre Bewegungen aufzeichnete. Außerdem bestimmten Forscher im Blut der Probanden Substanzen, die etwas über das Risiko einer Herzerkrankung aussagen: etwa den Cholesterinwert, die Insulinmenge oder den Gehalt des sogenannten C-reaktiven Proteins, eines Gradmessers für Entzündungen. Schließlich war auch noch der Taillenumfang gemessen worden.

Ausgleichsport hilft nicht immer

Die Ergebnisse: Je mehr Zeit ein Mensch im Sitzen verbrachte, umso eher fanden die Forscher Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen - etwa einen größeren Taillenumfang, niedrigere Werte des "guten" HDL-Cholesterins oder höhere Werte des C-reaktiven Proteins. Dies galt selbst für diejenigen Teilnehmer, die regelmäßig Ausgleichsport betrieben. Je häufiger ein Proband aufstand - auch wenn er sich nur für kurze Zeit bewegte - umso schlanker war seine Taille und umso geringer der Gehalt des C-reaktiven Proteins.

"Die obersten 25 Prozent der Probanden, die am meisten Sitzunterbrechungen einlegten, hatten im Schnitt einen um 4,1 Zentimeter geringeren Hüftumfang als die untersten 25 Prozent", erklärt Healy. Die Wissenschaftlerin rät, vor allem am Arbeitsplatz häufiger vom Stuhl aufzustehen und herumzugehen. Telefonanrufe oder kurze Konferenzen könnten zum Beispiel im Stehen erledigt und Kollegen persönlich aufgesucht statt angerufen werden.

Die Sitzdauer bei den Teilnehmern schwankte zwischen 1,8 und 21,2 Stunden pro Tag. Die Zahl der Pausen lag zwischen 99 und 1258 an allen sieben Tagen zusammen. Allerdings konnten die Wissenschaftler die nachteiligen Auswirkungen des langen Sitzens auf den Taillenumfang nur bei nicht-hispanischen Weißen nachweisen.

Untersuchungen zu den biologischen Ursachen für den beobachteten Zusammenhang stünden noch aus. Wer sich häufiger bewege, erhöhe aber auf jeden Fall seinen täglichen Energieverbrauch und nehme nicht so viel zu.

mbe/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: