Experimentelle Stammzelltherapie Mediziner behandeln erste Patientin mit verjüngten Zellen

Aus einem Stück Haut wurden Ersatzteile für das Auge: Erstmals haben Mediziner einer Patientin Gewebe eingepflanzt, das aus deren verjüngten Hautzellen gezüchtet wurde. Heilen wird das die Frau nicht, dennoch ist der Versuch wichtig.

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Makuladegeneration: Sie ist die häufigste Erblindungsursache bei Menschen über 50
Corbis

Makuladegeneration: Sie ist die häufigste Erblindungsursache bei Menschen über 50


In der Theorie klingt das Prinzip ganz einfach: Man nimmt ein paar Hautzellen und sorgt dafür, dass sie ihre Spezialisierung verlieren. So können sie sich in jeden anderen Zelltyp verwandeln: Aus ihnen lassen sich neue Muskeln, Organe oder Gliedmaßen züchten. In Experimenten mit Tieren ist das bereits geglückt. Doch aus Sicherheitsgründen wurden die induzierten pluripotenten Stammzellen (IPS) beim Menschen noch nie eingesetzt - bis jetzt.

Eine Patientin aus Japan ist die erste, die ein Gewebe erhalten hat, das aus ihren eigenen Hautzellen herangezüchtet wurde. Die über 70-jährige leidet an altersbedingter Makuladegeneration (AMD). Dabei verlieren Zellen der Netzhaut im Punkt des schärfsten Sehens ihre Funktion. Auch in Deutschland ist AMD die häufigste Erblingungsursache bei Menschen über 50 Jahren.

Das retinale Pigmentepithel versorgt die Netzhaut mit Nährstoffen
SPIEGEL ONLINE

Das retinale Pigmentepithel versorgt die Netzhaut mit Nährstoffen

Heilung unwahrscheinlich

In einer zweistündigen Operation pflanzen Augenärzte um Yasuo Kurimoto vom City Medical Center General Hospital in Kobe der Frau ein 1,3 mal 3 Millimeter großes Stück retinales Pigmentepithel ein - Gewebe, das die Netzhaut normalerweise mit Nährstoffen versorgt, bei der Makuladegeneration aber nicht mehr richtig funktioniert. Nach dem Eingriff am Freitag habe die Patientin keine Blutungen oder andere ernste Probleme gehabt, teilte das japanische Riken-Institut laut der Website des Fachmagazins "Nature" mit.

Die Riken-Forscher hatten die Hautzellen der Patientin im Labor umprogrammiert. Dabei werden Gene in die Zellen geschleust, die typischerweise in embryonalen Stammzellen aktiv sind, andere für Hautzellen typische Erbgutabschnitte werden abgeschaltet. Die Forscher brachten diese so rückprogrammierten Zellen schließlich dazu, sich in die spezialisierten Zellen für das Auge zu verwandeln, die dann der Patientin eingepflanzt wurden.

Dass die Patientin durch die Behandlung ihr Sehvermögen wiedererlange, sei beim derzeitigen Behandlungsstand jedoch noch unwahrscheinlich, berichten die Forscher. Sie wollen zunächst die Sicherheit der iPS-Zellen beim Einsatz im Menschen testen. Die Stammzellen waren bislang nie zuvor in der Klinik eingesetzt worden, weil Experten fürchten, sie könnten Krankheiten wie Krebs auslösen.

Tierversuche waren vielversprechend

Das Problem bei der Methode: Beim Umprogrammieren der Zellen, entstehen häufig Mutationen, die die Bildung von Tumoren begünstigen könnten. Derzeit arbeiten Forscher noch in Laboren daran, diese schädlichen Genveränderungen zu verringern. Außerdem könnte es sein, dass das Immunsystem der Patienten die Zellen abstößt, obwohl sie aus dem eigenen Körper stammen.

Dennoch sind die Forscher zuversichtlich: In Versuchen mit Mäusen und Affen, denen auf gleichem Wege hergestelltes Gewebe eingepflanzt worden war, wuchsen keine Tumore. Nur deshalb wurde der Versuch an Patienten zugelassen. Schon bald soll es weitere Transplantationen geben.

"Wir haben einen bedeutenden ersten Schritt bei der Verwendung von iPS-Zellen in der regenerativen Medizin gemacht", sagt Riken-Forscherin Masayo Takahashi. "Es ist der Anfangspunkt, um diese Art der Behandlung möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen." Für die Entdeckung der iPS-Zellen wurde 2012 der Medizin-Nobelpreis vergeben. Ihr entscheidender Vorteil: Umstrittene embryonale Stammzellen, für die Embryonen getötet werden müssen, sind bei diesem Verfahren nicht nötig.

Entwickelt sich die aktuelle Studie tatsächlich zum Erfolg, wäre gezeigt, dass das Prinzip grundsätzlich auch beim Menschen funktioniert. Direkt auf andere Bereiche - etwa das Züchten von Organen - übertragen ließe sich die Sicherheit der Methode jedoch nicht: Für jedes Gewebe, das aus iPS-Zellen herangezogen werden soll, braucht es ein anderes Rezept - und das birgt jeweils eigene Risiken.

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Seite 1
scottbreed 16.09.2014
1. find ich gut aber...
wenn es nix bringt dann ist es ja eigentlich sinnlos.. es sollte ja die sehkraft wieder zurückbringen und das dauerhaft... selbst das aufhalten der Krankheit ist ja nicht wirklich zielfördernt..
ProbeersEinfach 16.09.2014
2.
Ach wieder diese Miesepeter. Das ganze steht noch in den Kinderschuhen, wenn man aber mal 1-2 Dekaden weiterdenkt, kann man erahnen was damit möglich ist, nämlich fast alles, vielleicht sogar irgendwann das ewige Leben. Der Eingriff wurde vorgenommen um belastbare Daten und Fakten zu erhalten, wie sich das ganze beim Menschen verhält, da es bisher nur bei Tieren, immerhin äußerst erfolgreich, getestet wurde. Das es viele vielversprechende Ansätze gibt, die nur bei Tieren funktioniert haben momentan, sollte diese Fortschritte nicht mindern.
Meineserachtens 16.09.2014
3. Ejmbryonen werden nicht zerstört ...
Und wieder kommt das Totschlagargument - Embryonale Stammzellen werden bei Weiterkultierung zerstört. Noch einmal, die Firma Advanced Cell Technologies in Massachusetts/USA mit Dr. Robert Lanza hat eine patentierte Blastomeretechnik, ähnlich der PID-Diagnostik. Es werden schon seit 2007 keine Embryonen mehr zerstört. Kann das die Wissenschaftsredaktion von SPON endlich mal zur Kenntnis nehmen. Mit ein wenig Recherche kann man rausbekommen, das in vier der besten Augenkliniken der USA und zwei renommierten in Edinburgh und Moorfields/England seit fast drei Jahren Patientenversuche mit nun über 35 Patienten überaus erfolgreich verlaufen. Es werden AMD Makulardegeneration und SMD Stargard Distrophy bei alten und jungen Menschen behandelt. Mehrheitlich wurden signifikante Sehverbesserungen festgestellt, zum Teil von 20/400 zu 20/40 Vision. In wenigen Wochen erscheint hierzu ein Peer Review Paper im NEJM in Boston/USA. Diese Veröffentlichung wird die regenerative Medizin revolutionieren, nicht mehr und nicht weniger und das obige Totschlagargument ist endlich passé.
cassandros 16.09.2014
4. Silencium nobilitatis auris
Zitat von MeineserachtensUnd wieder kommt das Totschlagargument - Embryonale Stammzellen werden bei Weiterkultierung zerstört. Noch einmal, die Firma Advanced Cell Technologies in Massachusetts/USA mit Dr. Robert Lanza hat eine patentierte Blastomeretechnik, ähnlich der PID-Diagnostik. Es werden schon seit 2007 keine Embryonen mehr zerstört. Kann das die Wissenschaftsredaktion von SPON endlich mal zur Kenntnis nehmen. Mit ein wenig Recherche kann man rausbekommen, das in vier der besten Augenkliniken der USA und zwei renommierten in Edinburgh und Moorfields/England seit fast drei Jahren Patientenversuche mit nun über 35 Patienten überaus erfolgreich verlaufen. Es werden AMD Makulardegeneration und SMD Stargard Distrophy bei alten und jungen Menschen behandelt. Mehrheitlich wurden signifikante Sehverbesserungen festgestellt, zum Teil von 20/400 zu 20/40 Vision. In wenigen Wochen erscheint hierzu ein Peer Review Paper im NEJM in Boston/USA. Diese Veröffentlichung wird die regenerative Medizin revolutionieren, nicht mehr und nicht weniger und das obige Totschlagargument ist endlich passé.
Ja, wieder und wieder und wieder. Jeder hat deine endlose Litanei von Reklameveranstaltungen für eine bestimmte Firma mit einem wissenschaftlich zweifelhaften Geschäftsführer zur Kenntnis genommen. Kannst du endlich einmal zur Kenntnis nehmen, daß das nervtötend langweilig ist. Schließlich kann jeder auch sehen, daß du fachlich total unbedarft bist.
Meineserachtens 16.09.2014
5. Replik ...
Danke für die sachliche und profunde Kritik ...
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