Transplantation Spanier zeigt sich nach Gesichtsverpflanzung in der Öffentlichkeit

Zwei Drittel seines Gesichts hatten Ärzte in einer 30-stündigen Operation ersetzt: Jetzt bedankte sich der Patient öffentlich bei den Medizinern - weil er künftige Organspender ermutigen wolle. Es war die elfte Teil-Gesichtstransplantation weltweit.

REUTERS

Madrid - Nach einer Teil-Gesichtstransplantation ist ein Spanier am Dienstag erstmals an die Öffentlichkeit getreten und hat seinen Ärzten gedankt. Dem Mann waren im Januar in einer 30-stündigen Operation die unteren zwei Drittel des Gesichts ersetzt worden. Mit dem Ergebnis zeigte er sich zufrieden. Er trete an die Öffentlichkeit, um künftige Organspender zu ermutigen. Infolge einer angeborenen Krankheit hatten gutartige Tumore sein Gesicht deformiert.

Es wurde nur der Vorname des Patienten, Rafael, genannt, um seine Identität zu schützen. Auf ihn wartet eine monatelange Heilungsphase. Er kann demnach bereits zwischen Kalt und Warm unterscheiden und Schmerz in den Lippen fühlen. Der behandelnde Arzt sagte, der Patient habe sich nach der Operation sofort im Spiegel erkannt. "Er hat sich nicht als Monster gesehen", sagte der plastische Chirurg Tomas Gomez Cia. "Er meinte, dass er jünger aussieht."

Bei Rafael handelte es sich um die weltweit elfte Teil-Gesichtstransplantation. Ende März war in einem Krankenhaus in Barcelona erstmals ein vollständiges Gesicht transplantiert worden. Damals hatten 30 Mediziner im Krankenhaus Vall d'Hebron in Barcelona einem jungen Mann zu einem neuen Antlitz verholfen. Der Eingriff dauerte 22 Stunden.

Bisher galt die Operation der US-Amerikanerin Connie Culp als umfangreichste Gesichtstransplantation. Die weltweit erste Empfängerin eines neuen Gesichts war die Französin Isabelle Dinoire im Jahr 2005. Bei der Operation erhielt sie das Unterteil des Gesichtes - ein Dreieck aus Nase, Mund und Kinnpartie - von einer hirntoten Organspenderin. Zehn Monate nach der Operation konnte Dinoire ihre Lippen ganz schließen, nach 18 Monaten wieder normal lächeln.

otr/apn

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Mutige 04.05.2010
1. Titel
Ich hoffe, dass dieser Mann danach ein glücklicheres Leben führen wird - es ist wohl unbeschreiblich schrecklich, durch so eine Krankheit oder durch anderen Schicksalschlag sein Gesicht zu verlieren... Wenn ich mir vorstelle, wie manche Leute in der Öffentlichkeit allein auf das Schielen reagieren (Begaffen, einen für dumm halten, Beleidigungen gibt es leider auch manchmal einfach so, weil man anders aussieht)...
ivanogor 04.05.2010
2. Organspende? Nein Danke
Typischer Fall von Wohlstand. Meinereins wird nie spenden, denn als Spender darf man nur hirntot sein und nicht richtig tot. Siehe http://www.organspende-aufklaerung.de/
moonoi 04.05.2010
3. lieber Gott
lass mich lieber sterben.
interessierter.leser, 05.05.2010
4. ...
Ja, natuerlich sieht der Mann jetzt jung aus - und sicherlich viel juenger als zuvor. Das war so ziemlich das erste, was mir bei Bild1 durch den Kopf ging. Frage nebenbei: Haben Aerzte eigentlich noch einen Rest an Wuerde und Ethik ? Wer nur um der Publikationen Willen einen Frankenstein kreiert, der sollte seine Approbation gleich mit einschicken und abgeben. Schaemt Euch.
propaganda, 05.05.2010
5. ein mutiger mann
mit einem furchtbaren schicksal.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.