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US-Studie: Gesunde Lebensweise kann Krebs verhindern

40 Prozent aller Brustkrebsfälle in den USA könnten vermieden werden - wenn nur mehr Frauen auf ihr Gewicht achten, sich mehr bewegen und Alkohol meiden würden. Das ergab eine Auswertung von 81 US-Studien, in denen der Zusammenhang von Lebensstil und Krebs untersucht wurde.

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dpa

Mammographie: Gesunde Ernährung und Sport können das Brustkrebs-Risiko senken

70.000 Brustkrebs-Erkrankungen sind es, die pro Jahr in den USA verhindert werden könnten. Der Auffassung sind Wissenschaftler um Martin Wiseman vom American Institute for Cancer Research (AICR), die zahlreiche Studien ausgewertet haben, in denen der Zusammenhang von der Lebensweise und dem Auftreten von Krebs untersucht wurde. Bereits zuvor hatten viele Studien gezeigt, dass eine fettarme Ernährung, regelmäßiger Sport, normales Gewicht und Stillen Brustkrebs verhindern können. Ein Teil der Brustkrebsfälle jedoch ist auch genetisch bedingt und nicht abhängig vom Lebensstil.

"Wir sind nun mehr denn je davon überzeugt, dass Frauen ihr Risiko senken können, indem sie ein gesundes Gewicht halten, sich bewegen und ihren Alkoholkonsum begrenzen", sagte Studienleiter Martin Wiseman. Susan Higginbotham vom AICR ergänzte: "Wir schätzen, dass rund 40 Prozent aller Brustkrebsfälle - etwa 70.000 Fälle pro Jahr - durch diese Maßnahmen verhindert werden können." Brustkrebs ist eine tödliche Erkrankung: Jährlich fordert sie weltweit 400.000 Todesopfer - in den USA sterben jedes Jahr 40.000 Frauen.

In dem Report geben die Wissenschaftler mehrere Empfehlungen:

  • Übergewicht: "Es wird empfohlen, so schlank wie möglich zu bleiben, und zwar innerhalb des normalen Körpergewichtsbereichs. Der durchschnittliche Körpermassenindex (BMI) sollte zwischen 21 und 23 liegen, abhängig vom normalen Körpergewichtsbereich für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen."
  • Bewegung: "Es wird empfohlen, mindestens 30 Minuten pro Tag moderat körperlich aktiv zu sein, vergleichbar mit schnellem Gehen. Für eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit sollten 60 Minuten moderate oder 30 Minuten intensive körperliche Aktivität angestrebt werden. Sitzende Aktivitäten wie Fernsehen sollten begrenzt werden."
  • Süßigkeiten: "Der Verzehr energiedichter Lebensmittel sollte begrenzt werden. Zuckerhaltige Getränke sind zu vermeiden. Die durchschnittliche Energiedichte der Kost sollte auf einen Wert von (etwa) 125 Kilokalorien pro 100 Gramm gesenkt werden."
  • Ballaststoffe: "Der durchschnittliche Verzehr von nicht stärkehaltigem Gemüse und von Obst sollte mindestens 600 Gramm pro Tag betragen. Relativ unverarbeitete Getreide wie Vollkornbrot und Hülsenfrüchte sowie weitere Lebensmittel, die eine natürliche Ballaststoffquelle darstellen, sollten in der Durchschnittsbevölkerung zu einem Verzehr von mindestens 25 Gramm Ballaststoffen pro Tag beitragen. Es wird empfohlen, mindestens fünf Portionen (mindestens 400 Gramm) von verschiedenem nicht stärkehaltigem Gemüse und von Obst pro Tag zu verzehren."
  • Alkohol: "Wenn alkoholische Getränke getrunken werden, sollte der Konsum auf nicht mehr als zwei Gläser pro Tag für Männer und ein Glas pro Tag für Frauen begrenzt werden."
  • Fleisch: "Der durchschnittliche Verzehr von rotem Fleisch sollte nicht mehr als 300 Gramm pro Woche betragen; davon sollte sehr wenig, wenn überhaupt, verarbeitet sein. Menschen, die regelmäßig Fleisch verzehren, sollten nicht mehr als 500 Gramm pro Woche essen; davon sollte sehr wenig, wenn überhaupt, verarbeitet sein.
  • Nahrungsergänzungsmittel: "Nahrungsergänzungsmittel werden für die Krebsprävention nicht empfohlen… Die Daten zeigen, dass hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel sowohl vor Krebs schützen als auch Krebs begünstigen können". Insgesamt könne daher keine sichere Einschätzung des Nutzens und der Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln vorgenommen werden.
  • Stillen: "Die meisten Mütter sollten ihren Säugling sechs Monate lang ausschließlich stillen. Die wissenschaftlichen Daten für Krebs und andere Krankheiten zeigen, dass dauerhaftes, ausschließliches Stillen sowohl die Mutter als auch das Kind schützen."

Der gesamte Report wurde auf www.dietandcancerreport.org, veröffentlicht ( deutsche Zusammenfassung hier)

lub/Reuters

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