Gefährlicher Vogelgrippe-Erreger 150.000 Tiere auf niederländischem Hof getötet

Der nächste Vogelgrippe-Fall: Nach der Entdeckung in Mecklenburg-Vorpommern wurde nun auch in den Niederlanden ein gefährlicher Erreger entdeckt. Der könnte theoretisch auch für Menschen gefährlich werden.

Hühner im Käfig (Symbolbild): Neue Erreger kommen nach Europa
DPA

Hühner im Käfig (Symbolbild): Neue Erreger kommen nach Europa


Amsterdam - Eine Geflügelfarm im niederländischen Dorf Hekendorf in der Nähe von Gouda ist geräumt worden. In dem Betrieb war ein Fall von Vogelgrippe entdeckt worden. Es wurde deshalb außerdem in der Region eine Sperre für den Transport von Geflügel verhängt, erklärte die niederländische Regierung am Wochenende.

Deren Angaben zufolge wurden alle 150.000 Tiere getötet, die auf der Farm gelebt haben. Es habe sich nicht um freilaufende Tiere gehandelt. Die Regierung untersuche zwei weitere Höfe, die weniger als einen Kilometer von der betroffenen Farm entfernt liegen. Außerdem ist in der Gegend der Transport von Geflügel, Eiern, Mist oder benutztem Stroh mehrere Wochen lang untersagt.

Die niederländische Regierung sagte nicht, um welchen Erreger genau es sich in diesem Fall gehandelt hat. Nur, dass er gefährlich, hochgradig ansteckend und auch auf Menschen übertragbar sei.

Erst zu Beginn des Monats ist ein gefährliches Virus von Asien nach Deutschland gelangt: Auf einer Mastputenfarm in Mecklenburg-Vorpommern war eine Vogelgrippe ausgebrochen, die hierzulande bislang nicht aufgetreten ist. Mehr als 30.000 Puten mussten getötet werden.

Bei den Puten ist ein hochpathogenes - also besonders gefährliches - Influenzavirus vom Typ H5N8 festgestellt worden. Dieser sogenannte Subtyp des bekannten H5N1-Virus war zuvor nur in Asien aufgetreten, insbesondere in Südkorea. Allerdings ist bisher noch kein Fall bekannt, in dem der Erreger auf Menschen übergegangen ist.

Wie das Virus nach Mecklenburg-Vorpommern gelangt ist, ist noch nicht geklärt. Auch in den Niederlanden hatte die Vogelgrippe bereits gewütet: Im März mussten mehrere Zehntausend Hühner auf einer Farm in Gelderland umgebracht werden.

juh/Reuters



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insgesamt 11 Beiträge
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configsys1 16.11.2014
1. Die Schattenseiten
der Massentierhaltung. Ist immer nur eine Frage der Zeit, bis sowas passiert. Und wenn es passiert, dann wird es umso schlimmer! Ich weiß schon, wieso ich Fleisch aus solchen "Fabriken" niemals mehr essen würde! NEIN DANKE
outsider-realist 16.11.2014
2.
Zitat von configsys1der Massentierhaltung. Ist immer nur eine Frage der Zeit, bis sowas passiert. Und wenn es passiert, dann wird es umso schlimmer! Ich weiß schon, wieso ich Fleisch aus solchen "Fabriken" niemals mehr essen würde! NEIN DANKE
Mir sind keine anderen Seiten als Schattenseiten der Massentierhaltung bekannt, es sei denn die Sucht nach Profit oder billigem Fleisch hat einem bereits den Verstand geraubt und Empathie ist ein Begriff, den man erst bei Wikipedia aufrufen muss und ihn selbst dann noch nicht versteht.
lachina 16.11.2014
3. Doch, klar!
Zitat von outsider-realistMir sind keine anderen Seiten als Schattenseiten der Massentierhaltung bekannt, es sei denn die Sucht nach Profit oder billigem Fleisch hat einem bereits den Verstand geraubt und Empathie ist ein Begriff, den man erst bei Wikipedia aufrufen muss und ihn selbst dann noch nicht versteht.
Billig, billig, billig, stets verfügbar, große Gewinnspanne. Tatsächlich ist Fleisch so billig, dass es so ähnlich wie Zucker als "Füllstoff" in Fertigprodukten genutzt wird. ich sehe hier den Staat in der Pflicht, der den Zugang zu preiswerter ( nicht :billig ! sondern preis - wert), gesunder, schadstoffarmer Nahrung für alle seine Bürger garantieren sollte!
oidahund 17.11.2014
4.
Zitat von lachinaBillig, billig, billig, stets verfügbar, große Gewinnspanne. Tatsächlich ist Fleisch so billig, dass es so ähnlich wie Zucker als "Füllstoff" in Fertigprodukten genutzt wird. ich sehe hier den Staat in der Pflicht, der den Zugang zu preiswerter ( nicht :billig ! sondern preis - wert), gesunder, schadstoffarmer Nahrung für alle seine Bürger garantieren sollte!
Sie haben absolut recht- der Staat muss sich darum kümmern. Am besten mit 5 Jahresplänen und der Zusammenfassung bäuerlicher Betriebe zu größeren Produktionseinheiten. Das klappt ja immer so gut. Und überhaupt, der Staat sollte sich uum noch so viel mehr kümmern, weil das kann er besser als alle anderen. Warum bürgerliche Freiheiten, Selbstverantwortung & Co? Wir Bürger und Verbraucher können nichht entscheiden, ob wir mehr Geld für unsere Ernährung ausgeben wollen und dafür ökologisch verantwortlich handeln oder ob wir uns industriell ernähren wollen. [/ironie off] Wenn mehr Verbraucher davon überzeugt sind, dass weniger mehr sein kann, dann wird sich das über die Nachfrage regeln. Das hat klappt auch bei Bio-Gemüse, Milch schon in ersten Schritten. Selbst Discounter haben das Marktpotential erkannt. Der Kreis zwischen Produzent und Verbraucher kann sehr wohl durch die Verbraucher geändert werden. So lange die Nachfrage noch nicht groß genug ist, bleiben die Lebensmittel und Preise so wie sie sind. Vogelgrippe hat schon zu Zeiten meinr Großeltern eine Rolle gespielt (damals wurde alles, was reihenweise Geflügel umbrachte einfach Geflügelpest genannt) und in einem gewissen Umkreis erheblichen Schaden angerichtet. Ob heute in einem Betrieb mehr Geflügel gekeult wird als damals in vielen kleineren Betrieben zusammen wage ich zu bezweifeln.
felisconcolor 17.11.2014
5. Wer sowas macht
also 150tsd Tiere auf einem Haufen zu halten sollte damit auch mit vollem eigenen Risiko haften. Entschädigung gibt es nur wenn eine (noch festzulegende) Maximalgröße eines Stalls nicht überschritten wird. Das sollte sich ja dann auch für die Firma rechnen Qualität noch oben bringen und den Maximalverlust an Tieren in so einem Fall klein halten.
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