Die neue Vogelgrippe H7N9 hat sich von China nach Taiwan ausgebreitet. Die taiwanesische Gesundheitsbehörde diagnostizierte den Erreger am Mittwoch bei einem Mann, der zuvor in der chinesischen Provinz Jiangsu gearbeitet hatte. Er war nach der zweiwöchigen Geschäftsreise krank geworden.
Bislang war das Virus nur bei Patienten in China festgestellt worden. Nach Behördenangaben sind bisher in China 22 Menschen an dem Erreger gestorben, mehr als 100 wurden infiziert.
Der Grippeexperte Keiji Fukuda von der Weltgesundheitsorganisation WHO sagte am Mittwoch in Peking, dass sich das neue Virus H7N9 nach bisherigen Erkenntnissen wesentlich leichter von Geflügel auf Menschen übertrage als der bereits bekannte Erreger H5N1. An ihm sind seit 2003 mehr als 300 Menschen weltweit gestorben.
Eine Expertengruppe der WHO hatte eine Woche lang bei den Untersuchungen zu H7N9 geholfen. Zum Abschluss ihres Besuches empfahlen die Wissenschaftler den chinesischen Behörden, die Infizierten genau zu untersuchen, weiterhin wachsam zu bleiben und die Tierpopulation in China genau im Auge zu behalten.
Eine große Herausforderung sei die Eindämmung des Virus. Da nach bisherigem Erkenntnisstand infizierte Vögel kaum Krankheitssymptome zeigten, sei es sehr schwer, die Ausbreitung des Erregers unter Tieren zu verfolgen. Rätselhaft ist bisher auch, warum H7N9 anders als H5N1 schwache Symptome bei Vögeln und starke bei Menschen auslöst.
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