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Weltpremiere in Spanien: Mediziner verpflanzen erstmals zwei Beine

Der Eingriff dauerte die ganze Nacht: In Valencia haben Ärzte nach eigenen Angaben erstmals einem Patienten zwei Beine transplantiert. Der schwierige Eingriff soll den Mann vor dem Rollstuhl bewahren.

Pedro Cavadas: Der Chirurg aus Valencia leitete die OP Zur Großansicht
AFP

Pedro Cavadas: Der Chirurg aus Valencia leitete die OP

Valencia - Ein spanisches Ärzteteam hat nach eigenen Angaben weltweit zum ersten Mal einem Patienten zwei Beine transplantiert. Die Gesundheitsbehörden in der Hafenstadt Valencia machten am Montag keine Angaben zum Empfänger und zum Spender der Gliedmaßen. Die Verpflanzung sei eine äußerst komplizierte Operation gewesen, bei der das Team des Chirurgen Pedro Cavadas sich auf keine Präzedenzfälle oder Erfahrungen stützen konnte, hieß es.

Der mehrstündige Eingriff in der Universitätsklinik von Valencia sei am Sonntagabend begonnen und am Montag abgeschlossen worden. Cavadas wollte wenigstens 48 Stunden abwarten, bevor er nähere Informationen über die Transplantation geben wollte. Der Chirurg hatte von den Behörden im Mai 2010 die Genehmigung zu einer doppelten Bein-Verpflanzung erhalten.

Er hatte damals darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Patienten um einen jungen Mann handelte, dem bei einem Unfall beide Beine abgetrennt worden seien. "Die Amputation war im oberen Bereich der Gliedmaßen erfolgt, so dass eine Verwendung von Prothesen nicht infrage kommt", sagte der Chirurg damals. "Eine doppelte Transplantation ist die einzige Möglichkeit, wenn man es dem Patienten ersparen will, sein Leben lang an einen Rollstuhl gefesselt zu sein."

Der spanische Mediziner hatte sich zuvor bereits einen Namen gemacht als ein Pionier auf dem Gebiet der Transplantationen. Vor knapp zwei Jahren hatte Cavadas weltweit die erste Transplantation eines kompletten Gesichts vorgenommen. Im November 2006 hatte er zudem einer Frau zwei Hände angenäht.

Mediziner haben in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der Verpflanzung von Gliedmaßen gemacht. So hatten etwa Münchner Chirurgen vor drei Jahren einem Mann zwei vollständige Arme transplantiert. Im März was es französischen Ärzten erstmals gelungen, einem Krebspatienten eine künstliche Bronchie einzusetzen. Und letzte Woche erst hatten Ärzte in Stockholm einem Patienten eine künstliche Luftröhre eingepflanzt, deren Gewebe aus Stammzellen gezüchtet wurde.

boj/dpa

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