Uno-Bilanz: Forscher zählen 7,6 Millionen tote Kleinkinder

Sie alle haben ihren fünften Geburtstag nicht erlebt: 7,6 Millionen Kleinkinder sind im Jahr 2010 gestorben. Laut einem Bericht von Unicef und der Weltgesundheitsorganisation gehen die meisten Todesfälle auf Infektionskrankheiten zurück.

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AP

Trauer um ein Kind in Pakistan: Weltweit sterben jährlich Millionen Kleinkinder

Die gute Nachricht: Die Kindersterblichkeit ist seit dem Jahr 2000 weltweit um 26 Prozent zurückgegangen. Die schlechte: Allein 2010 sind 7,6 Millionen Kinder ums Leben gekommen, berichten Wissenschaftler im Fachmagazin "The Lancet". Für fast zwei Drittel der Todesfälle seien Krankheiten wie Durchfall, Malaria und Masern verantwortlich, und nahezu die Hälfte davon entfielen auf nur fünf Länder: Indien, China, Nigeria, Pakistan und die Demokratische Republik Kongo.

Angesichts der Zahlen würden viele Staaten das Millenniumsziel Nr. 4 der Vereinten Nationen voraussichtlich nicht erreichen. Nach der im Jahr 2000 formulierten Vorgabe soll die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren zwischen 1990 und 2015 um zwei Drittel gesenkt werden.

Li Liu und ihre Mitarbeiter von Unicef und der Child Health Epidemiology Reference Group der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatten Daten aus 193 Ländern ausgewertet. Mehr als drei Millionen Kinder starben demnach schon im ersten Monat nach der Geburt. Etwa eine Million von ihnen waren Frühchen, die Komplikationen erlagen, die durch die vorzeitige Geburt ausgelöst wurden.

Weltweit seien mehr als eine Million Kinder im Alter von einem Monat bis fünf Jahren durch Lungenentzündungen ums Leben gekommen, etwa 751.000 durch Durchfallerkrankungen und 564.000 durch Malaria. In Europa starben der Studie zufolge 161.000 Kinder unter fünf Jahren, Komplikationen infolge von Frühgeburten waren die häufigste Ursache.

Fortschritte bei der Bekämpfung einiger Krankheiten

Die Hälfte der 7,6 Millionen Todesfälle ereignete sich der Studie zufolge in Afrika. 73 Prozent dieser Kinder seien an prinzipiell vermeidbaren Infektionskrankheiten gestorben. In Südostasien, wo ein Drittel der weltweiten Fälle zu beklagen war, führten am häufigsten Komplikationen während des ersten Lebensmonats zum Tod der Kinder.

Im vergangenen Jahrzehnt habe es bei der Bekämpfung einiger Infektionskrankheiten - vor allem Lungenentzündungen, Masern und Durchfall - Fortschritte gegeben, schreiben die Wissenschaftler. Das erkläre, warum die Zahl der Todesfälle um zwei Millionen gesunken sei. Dies reiche jedoch in vielen Ländern und bei vielen Krankheiten nicht aus, um das Millenniumsziel zu erreichen. In Afrika beispielsweise seien lediglich die Fälle von Tetanus, Aids, Masern und Malaria jährlich stark genug gesunken, um das vereinbarte Ziel noch zu erreichen.

wbr/dpa

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