Nervenkrankheit: WHO warnt vor dramatischer Demenz-Ausbreitung

66 Millionen Demenzkranke weltweit - bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der an Alzheimer und ähnlichen Störungen leidenden Menschen nahezu verdoppeln, warnt die Weltgesundheitsorganisation. Experten befürchten, dass dies die Gesundheitssysteme massiv überfordern wird.

Münchner Pflegeheim: In Deutschland leiden 1,4 Millionen Menschen an Demenz Zur Großansicht
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Münchner Pflegeheim: In Deutschland leiden 1,4 Millionen Menschen an Demenz

Genf - Alzheimer und andere Demenz-Erkrankungen werden nach Überzeugung von Experten immer mehr zu einer Geißel der Menschheit. Allein bis 2030, also in den nächsten 18 Jahren, werde sich die Zahl der Erkrankten auf 66 Millionen beinahe verdoppeln, warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in Genf. Bis 2050 müsse damit gerechnet werden, dass rund 115 Millionen Menschen unter dieser Hirnerkrankung leiden, deren häufigste Form Alzheimer ist. Das wären mehr als dreimal so viele wie heute.

In vielen Ländern sei das öffentliche Interesse an der Behandlung der Krankheit und die Bereitschaft zur Hilfe für die Betroffenen immer noch sehr gering, beklagte Marc Wortmann, Direktor von Alzheimer's Disease International (ADI), einem Verband von Alzheimer-Organisationen, der maßgeblich an der Demenz-Studie beteiligt war.

Da die Ausbreitung von Demenz aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung stark zugenommen habe, seien die Gesundheitssysteme "schlicht überfordert", so Wortmann. Weltweit werde alle vier Sekunden eine Demenzerkrankung diagnostiziert. Neben der Bürde für die Betroffenen und ihre Angehörigen sei Demenz auch ein "sozialer und wirtschaftlicher Alptraum".

Bessere Früherkennung nötig

"Wir müssen unsere Möglichkeiten verbessern, Demenz frühzeitig zu erkennen und die notwendige medizinische und soziale Fürsorge zu gewähren", sagte der stellvertretende WHO-Generaldirektor Oleg Chestnov. Ein großes Problem sei der Mangel an zuverlässigen Diagnose-Möglichkeiten. Selbst in reichen Ländern werde Demenz in bis zur Hälfte aller Fälle erst viel später erkannt, als dies eigentlich heute möglich wäre.

Von Demenz seien Menschen in allen Ländern der Welt betroffen, heißt es in dem Bericht. 58 Prozent der Patienten lebten in Ländern mit geringen bis mittleren Einkommen und würden nur vergleichsweise schlecht versorgt.

In Deutschland muss laut einer Krankenkassen-Studie von 2011 jeder dritte Mann und jede zweite Frau damit rechnen, irgendwann im Leben an Demenz zu erkranken. Die Zahl der Patienten wird heute bereits mit bis zu 1,4 Millionen beziffert. Zwei Drittel der Demenzkranken sind pflegebedürftig.

Die WHO-Studie bestätigt frühere Berechnungen in Deutschland, wonach die Pflege von Demenzkranken immer höhere Kosten verursacht. Weltweit werden sie laut WHO bereits auf jährlich 460 Milliarden Euro geschätzt. In der Bundesrepublik braucht ein Demenzkranker nach Angaben der Krankenkasse Barmer GEK pro Monat im Schnitt gut 500 Euro mehr von den Pflege- und 300 Euro mehr von den Krankenkassen als ein durchschnittlicher Versicherter.

mbe/dpa/AFP

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Na, mal
G2c 11.04.2012
Zitat von sysop66 Millionen Demenzkranke weltweit - bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der an Alzheimer und ähnlichen Störungen leidenden Menschen nahezu verdoppeln, warnt die Weltgesundheitsorganisation. Experten befürchten, dass dies die Gesundheitssysteme massiv überfordern wird. Nervenkrankheit: WHO warnt vor dramatischer Demenz-Ausbreitung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,826910,00.html)
eine gute Nachricht: Damit erledigt sich das Überbevölkerungsproblem von ganz allein. Unsere Kinder und Enkel müssen für die Alten schuften und haben dadurch keine Möglichkeit, eine eigene Familie zu gründen :-( ...
2. So wir werden alle gaga ?
ossimann 11.04.2012
Wenn man mal davon ausgeht das die Wissenschaft nichts gegen Alzheimer erfindet und ihre Erfolgsmeldungen nur AdHoc´s zum puschen ihrer Aktienkurse oder zum Einsammeln von neuen Geldern für ihre Hinterzimmerbastellein missbraucht werden , so sollte diese Horrormeldung doch den Politikern davor warnen den Überschuss der Krankenkassen zum Stopfen der Haushaltslöcher zu missbrauchen . Aber wenn man die Renten so weiter beschneidet wird woll somancher selbst Hand anlegen und die Suizidrate wieder ansteigen , dumm nur wenn man vergessen hat wie das geht . Das ist Sarkasmus pur , genau wie die tägliche Horrormeldungen um den demografischen Supergau . Die Auftraggeber der Ghostwrither kann das egal sein , denn ihre deftige Pensionen ist gesichert da ist eine Rundumversorgung inklusive .
3.
king_pakal 11.04.2012
Zitat von sysop66 Millionen Demenzkranke weltweit - bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der an Alzheimer und ähnlichen Störungen leidenden Menschen nahezu verdoppeln, warnt die Weltgesundheitsorganisation. Experten befürchten, dass dies die Gesundheitssysteme massiv überfordern wird. Nervenkrankheit: WHO warnt vor dramatischer Demenz-Ausbreitung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,826910,00.html)
Über die Ursachen wird kein Wort verloren.
4.
Cotti 11.04.2012
Zitat von G2ceine gute Nachricht: Damit erledigt sich das Überbevölkerungsproblem von ganz allein. Unsere Kinder und Enkel müssen für die Alten schuften und haben dadurch keine Möglichkeit, eine eigene Familie zu gründen...
Welch eine unlogische Schlussfolgerung. Das Überbevölkerungsproblem wird doch nicht durch die reichen Länder verursacht, in denen durch die steigende Lebenserwartung auch die Zahl der Demenzkranken zunimmt. In den armen Ländern sterben die Menschen trotzdem noch, bevor sie das Vergessen umnachten kann - so dass keine Zeugungsmüdigkeit, wegen Betreuungsüberlastung eintritt.
5. !
discipulus_neu 11.04.2012
[QUOTE=ossimann;10000044] ... wird woll somancher selbst Hand anlegen und die Suizidrate wieder ansteigen , dumm nur wenn man vergessen hat wie das geht . Das ist Sarkasmus pur ... /QUOTE] Es ist kein Sarkasmus, sondern die eigenverantwortliche Vorgehensweise, die auch liberalen und ordnungspolitischen Grundsätzen entspricht. Der Bundesgesundheitsminister sollte dazu nicht schweigen.
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Die wichtigsten Fragen zur Alzheimer-Erkrankung (AD)
Gibt es bestimmte Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung?
Bei den meisten Menschen nimmt das Erinnerungsvermögen mit zunehmendem Alter leicht ab. Altersbedingte Vergesslichkeit kann man deshalb nicht immer von den ersten Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung unterscheiden. Im Fachjargon sprechen Forscher von "Mild Cognitive Impairment" (MCI), also der milden Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten. Viele Menschen mit MCI bekommen zwar Alzheimer - trotzdem ist MCI noch lange keine Diagnose dafür. Alzheimer-Patienten verlieren häufig nach und nach das sogenannte episodische Gedächtnis. Sie erinnern sich zum Beispiel nicht mehr, dass ein Gespräch vor einem Tag stattfand. Andere typische Merkmale sind: Der Betroffene hat Wortfindungsstörungen oder Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung (beispielsweise Schwierigkeiten beim Krawatte knoten oder Auto einparken). Oder aber der Patient verliert die Orientierung - und vertut sich etwa mit der Zeit oder geht in eigentlich bekannten Umgebungen verloren.
Wie häufig kommt Alzheimer vor?
Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben gegenwärtig 1,2 Millionen Demenzkranke in der Republik - zwei Drittel von ihnen sind von der AD betroffen. Jährlich treten mehr als 250.000 Neuerkrankungen auf. Weil die Bevölkerung immer älter wird, nimmt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich zu. Gelingt kein Durchbruch bei der Heilung und Prävention, wird sich den Schätzungen zufolge die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,6 Millionen erhöhen. Das sind fast 3500 Patienten mehr pro Jahr.
Wie wird Alzheimer diagnostiziert?
Zu 100 Prozent kann man AD nur post mortem durch eine mikroskopische Untersuchung des Hirngewebes feststellen. Heutzutage lässt sich die Krankheit aber mit einer 95-prozentigen Sicherheit diagnostizieren. Der Arzt muss dafür die kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen sorgfältig mit Hilfe bestimmter Tests prüfen. Dabei muss er ausschließen, dass es sich möglicherweise um andere - behebbare - Ursachen des Leistungsvermögens handelt (z.B. Störung der Schilddrüsenfunktion, Vitaminmangel oder Infekte). Ebenso muss der Arzt AD von anderen Demenzerkrankungen unterscheiden können. Dabei helfen ihm bildgebende Verfahren wie etwa die Magnetresonanztomografie (MRT) und Blutwertuntersuchungen, wobei die Blutwerte bei AD-Patienten normal sind. Liegt eine AD vor, ist meistens das Hirnvolumen in speziellen Regionen verringert. Zudem kann man die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit auf die Menge bestimmter Proteine hin analyiseren. Auffällig sind besonders geringe Mengen an Beta-Amyloid und erhöhte Mengen an Tau-Protein (siehe Ursachen für AD).
Was sind die Ursachen?
Es gibt verschiedene Ursachen für AD. Eine der wichtigsten Akteure sind die sogenannten Tau-Proteine: Sie regulieren den Zusammenbau der Mikrotubili, den Transportbahnen der Zelle, indem sie daran binden. Bei AD lösen sich die Tau-Proteine aus noch weitgehend ungeklärter Ursache von den Mikrotubuli und "verfilzen" zu Tau-Protein-Bündeln, Tangles genannt. Dadurch bricht nach und nach der Transport in der Zelle zusammen - und sie stirbt. Im Hirn von AD-Patienten verklumpen aber noch andere Proteine: So lagern sich Beta-Amyloid-Moleküle außerhalb der Zellen an und bilden die gefürchteten Plaques. Auch in gesunden Menschen entsteht Beta-Amyloid aus dem Vorläuferprotein APP, indem dieses durch bestimmte Enzyme gespalten wird. Allerdings wird Beta-Amyloid normalerweise schnell im Gehirn abgebaut. Bei AD-Patienten sind entweder diese Abbaumechanismen gestört, oder aber die Zellen bilden zu viel Beta-Amyloid.
Was passiert im Gehirn eines Alzheimer-Kranken?
Besonders auffällig ist der massive Nervenzelltod - im Verlauf der Krankheit kann das Hirnvolumen um bis zu 20 Prozent schrumpfen. Warum die Nervenzellen sterben, ist noch nicht vollständig geklärt. Fest steht aber, dass die Bildung der Beta-Amyloid-Plaques sowie der Tangles (siehe Ursachen) den neuronalen Untergang auslösen: Durch Bildung der Tangles werden die Stabilisierungs- und Transportprozesse in den Zellen gestört; die Beta-Amyloid-Plaques lagern sich häufig in der Wand kleiner Blutgefäße ab, wodurch die Sauerstoffversorgung im Gehirn gestört wird.
Ist Alzheimer vererbbar?
Ja. Doch weniger als zwei Prozent aller Fälle von AD werden dominant vererbt. Das bedeutet, dass die Veränderung (Mutation) eines einzigen Gens für die Entstehung der Krankheit ausreicht. Statistisch gesehen können die Hälfte der Nachkommen eines Betroffenen ebenfalls erkranken. Bisher sind drei Gene der dominant vererbbaren AD-Form bekannt, eines davon ist das APP (siehe Ursachen). Solche Patienten erkranken in der Regel im Alter unter 60 Jahren. Es gibt auch Gene, die das Auftreten von AD begünstigen, jedoch als Ursache allein nicht ausreichen. Eines davon ist das ApoE4-Gen. Das ApoE-Gen kommt in drei häufigen Varianten vor, die man als Allele E2, E3 und E4 bezeichnet. Die Häufigkeit der E4-Variante beträgt zehn Prozent bei gesunden Menschen, bei AD-Patienten jedoch 30 bis 42 Prozent. Liegen eine oder zwei Kopien des E4-Allels vor, ist also die Wahrscheinlichkeit höher, an Alzheimer zu erkranken. In 90 Prozent aller Fälle wirken bei der Entstehung der AD jedoch erbliche Faktoren, Alterungsprozesse des Gehirns, Vorerkrankungen des Gehirns und Umwelteinflüsse zusammen. Deshalb raten Mediziner von genetischen Tests ab, da sie nicht zu einer sicheren Diagnose führen.
Was hat Altern mit Alzheimer zu tun?
Altern ist der wichtigste Risikofaktor für AD. Für gewöhnlich tritt AD erst ab einem Alter von über 60 Jahren auf. Der Anteil an Demenzkranken in der Bevölkerung steigt mit dem Alter (in der Gruppe von 65 bis 69 Jahren liegt sie bei 1,2 Prozent; 75-79 Jahre: sechs Prozent; 85-89 Jahre: 23,9 Prozent). Statistisch gesehen stellt sich bei etwa jedem dritten Menschen, der ein Alter von 65 Jahren erreicht, im weiteren Altersverlauf eine Demenz ein.
Gibt es Medikamente gegen die Krankheit?
Das Voranschreiten der AD lässt sich bisher weder verhindern noch stoppen. Die medikamentöse Therapie setzt deshalb an den Folge- und Begleiterscheinungen des Nervenzelluntergangs an. Derzeit gibt es drei Medikamentengruppen: Sogenannte Antidementiva, Antidepressiva und Neuroleptika. Antidementiva verbessern die Signalübertragung im Gehirn durch bestimmte Botenstoffe. Neuroleptika vermindern die Signalübertragung durch den Botenstoff Dopamin und wirken dadurch entspannend und beruhigend. Gegen Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Verhaltensstörungen können Antidepressiva helfen.
Kann eine gesunde Lebensweise Alzheimer verhindern?
Einen sicheren Schutz vor Alzheimer gibt es bisher nicht. Dennoch haben eine Vielzahl an Studien ergeben, dass es eine Reihe von Risikofaktoren gibt, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für AD in Verbindung gebracht werden. Mediziner empfehlen deshalb eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, reich an Vitaminen C, E und Beta-Carotin sowie eine fett- und cholesterinarme Kost mit möglichst viel ungesättigten Fettsäuren. Auch Bluthochdruck und Diabetes erhöhen das Risiko. Und: Wer sich geistig fit hält und sozial aktiv ist, hat ebenfalls ein geringeres Risiko, an AD zu erkranken, wie zahlreiche Studien belegen.
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