Zahnpflege: Kokosöl schützt vor Karies

Das Fett der Kokospalme könnte zur Waffe gegen Karies werden: Forscher haben nach eigenen Angaben herausgefunden, dass Kokosöl im Mundraum die Bakterien angreift, die Zahnfäule auslösen.

Makellose Zähne: Künftig auch mithilfe von Kokosöl? Zur Großansicht
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Makellose Zähne: Künftig auch mithilfe von Kokosöl?

Karies ist weit verbreitet. Viele Kinder und nahezu alle Erwachsene in Deutschland leiden unter der Erkrankung der Zähne. Sie wird von Bakterien im Mundraum ausgelöst, sogenannten Streptokokken. Als Vorsichtsmaßnahmen gegen Zahnfäule empfehlen Zahnmediziner unter anderem regelmäßiges Zähneputzen, das Meiden von Zucker und eine Prophylaxe mit Fluorid.

Forscher des Athlone Institute of Technology in Irland haben nun herausgefunden, dass auch modifiziertes Kokosfett vor Karies schützen kann. Die Substanz, auch Kokosöl genannt, sei ein natürliches Antibiotikum mit großem Potential, erklärte Damien Brady auf der Herbstkonferenz der Society for General Microbiology an der University of Warwick.

Brady und seine Kollegen hatten die Wirkung von Kokosfett in modifizierter und unmodifizierter Form miteinander verglichen. Dabei zeigte sich, dass die Vorbehandlung mit Enzymen die Bekämpfung von Streptokokken verstärkt. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass halbverdaute, also mit Enzymen behandelte Lebensmittel den Bakterien Probleme bereiten. So reduzierte modifizierte Milch die Bindung der Streptokokken an den Zahnschmelz.

Die Wissenschaftler glauben, dass modifiziertes Kokosfett eines Tages in Zahnpflegeprodukten zum Einsatz kommen wird. "Karies wird als Problem häufig übersehen", sagte Brady. Dabei seien in den Industrieländern 60 bis 90 Prozent aller Menschen davon betroffen. Kokosfett sei eine interessante Alternative zu bislang verwendeten chemischen Zusätzen, weil es auch bei niedrigen Konzentrationen funktioniere. Es biete sich zudem auch deshalb als natürliches Antibiotikum an, weil es immer größere Probleme mit Resistenzen gegen gängige Medikamente gebe.

Außerdem ermögliche die Studie ein neues Verständnis der antibakteriellen Vorgänge im Darm. "Unsere Daten legen nahe, dass Verdauungsprodukte des Menschen antibakteriell wirken", sagte Brady. Dies könne auch Bakterien beeinflussen, die den Verdauungstrakt besiedelten.

hda

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1. ...
Newspeak 03.09.2012
Karies ist weit verbreitet. Viele Kinder und nahezu alle Erwachsene in Deutschland leiden unter der Erkrankung der Zähne. [...] "Karies wird als Problem häufig übersehen", sagte Brady. Dabei seien in den Industrieländern 60 bis 90 Prozent aller Menschen davon betroffen. Eigentlich ein Armutszeugnis für die Zahnmedizin, oder? Denn ein Großteil der Menschen putzt sich ihre Zähne durchaus auf die empfohlene Weise.
2. Xylitol
gazer 03.09.2012
Warum auf Kokosöl warten, wenn Xylitol bestens erforscht ist, wirksam ist und schon heute in Zahnpasta, Kaugummi, Bonbons und reiner Pulverform (die effektivste Anwendung) erhältlich ist? Xylitol (http://de.wikipedia.org/wiki/Xylitol#Anti-kariogene_Wirkung)
3. ... es könnte schon längst bis zu 85 % weniger Karies geben
SchwesterPolyester 03.09.2012
... es könnte schon längst bis zu 85 % weniger Karies geben... http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3724 "Dies entspricht einer Kariesreduktion in der Xylitolgruppe um 85 Prozent und in der Fructosegruppe um 30 Prozent." "Eine Nachuntersuchung der-selben Kinder im Alter von fünf Jahren ergab, dass die Zähne der Kinder aus dem Xylitolarm um 70 Prozent weniger Kariesschäden aufwiesen als die Kinder der beiden anderen Gruppen (»Journal of Dental Research«, Band 79(11), Seite 1885 bis 1889)." ... nur gewollt schein das nicht, denn fragen sie mal ob diese viele Jahre alten Studien, irgendwer kennt, oder versuchen sie mal "eben" so einen Kaugummi oder Lutschpastille zu kaufen, das geht nicht die müssen immer bestellt werden. Jeder Zahnarzt müsste Xylitol mit dessen antikariogenen Effekt sofort empfehlen, es müsste zu Pflicht werden, und die Kaugummies müssten günstig in großen Mengen verteilt werden ... warum passiert das nicht ? ... 85% weniger Karies bedeutet natürlich auch 85% weniger Behandlungsbedarf auf diesem Gebiet, als ein Schelm wer böses denkt !
4.
gazer 03.09.2012
Zitat von SchwesterPolyester... es könnte schon längst bis zu 85 % weniger Karies geben... http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3724 "Dies entspricht einer Kariesreduktion in der Xylitolgruppe um 85 Prozent und in der Fructosegruppe um 30 Prozent." "Eine Nachuntersuchung der-selben Kinder im Alter von fünf Jahren ergab, dass die Zähne der Kinder aus dem Xylitolarm um 70 Prozent weniger Kariesschäden aufwiesen als die Kinder der beiden anderen Gruppen (»Journal of Dental Research«, Band 79(11), Seite 1885 bis 1889)." ... nur gewollt schein das nicht, denn fragen sie mal ob diese viele Jahre alten Studien, irgendwer kennt, oder versuchen sie mal "eben" so einen Kaugummi oder Lutschpastille zu kaufen, das geht nicht die müssen immer bestellt werden. Jeder Zahnarzt müsste Xylitol mit dessen antikariogenen Effekt sofort empfehlen, es müsste zu Pflicht werden, und die Kaugummies müssten günstig in großen Mengen verteilt werden ... warum passiert das nicht ? ... 85% weniger Karies bedeutet natürlich auch 85% weniger Behandlungsbedarf auf diesem Gebiet, als ein Schelm wer böses denkt !
Es schmeckt, es könnte den Grundschulkindern nach den Mahlzeiten gegeben werden (in welchen Ländern das wohl so gehandhabt wird und völlig normal ist?) Es ist einfach zu handhaben, es könnte in Pflegeheimen eingesetzt werden Tja, Sie haben wohl leider Recht damit, mehrmalige Zahnreinigung plus Vorsorge plus was es noch alles an Behandlungen gibt Mein Xylitol wird übers Netz bestellt, es ist ja selbst bei Amazon vertreten und bestens bewertet - ich rege mich auch schon gar nicht mehr über die "Wie gefährlich ist Zucker? Was sind die Alternativen?" Artikel auf die dann die Süßstoffe verteufeln, Stevia anschneiden und mit keiner Silbe Xylitol erwähnt haben ;-) Man schaue nur mal hier ins Archiv oder bei anderen Nachrichtenportalen.
5.
schnuffschnuff 03.09.2012
Zitat von gazerWarum auf Kokosöl warten, wenn Xylitol bestens erforscht ist, wirksam ist und schon heute in Zahnpasta, Kaugummi, Bonbons und reiner Pulverform (die effektivste Anwendung) erhältlich ist? Xylitol (http://de.wikipedia.org/wiki/Xylitol#Anti-kariogene_Wirkung)
Habe mich heute darüber gewundert, dass das Zeug im Leitartikel des neuen Spiegel mit keinem Wort als Zuckerersatz erwähnt wird.
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