Zehn-Jahres-Bilanz: Zahl der Malaria-Toten weltweit um 38 Prozent gesunken

Malaria ist tückisch: Jedes Jahr tötet die Tropenkrankheit fast 800.000 Menschen weltweit. In Afrika stirbt alle 45 Sekunden ein Kind an Malaria. Doch es gibt eine positive Tendenz: Immer mehr Länder gelten mittlerweile als malariafrei - und die Zahl der Todesopfer ist deutlich zurückgegangen.

Malaria-Risikogebiete: Sieben Länder haben die Krankheit jüngst ausgerottet Zur Großansicht
REUTERS/ Malaria Atlas Project

Malaria-Risikogebiete: Sieben Länder haben die Krankheit jüngst ausgerottet

Seattle - Ein Mückenstich reicht für eine Infektion. Vor allem in Afrika sterben jährlich nach wie vor Hunderttausende Menschen an Malaria. Doch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in den vergangenen zehn Jahren eine positive Entwicklung ausgemacht. Die Zahl der Malaria-Toten ist in diesem Zeitraum um 38 Prozent gesunken, liegt aber dennoch bei derzeit 781.000 pro Jahr.

In 108 Ländern sei die Krankheit weiterhin endemisch verbreitet, wie die WHO-Organisation Roll Back Malaria (RBM) feststellte. 40 Prozent der Weltbevölkerung sind potentiell von Malaria betroffen, die meisten Todesfälle gibt es bei weniger als fünf Jahre alten Kindern im südlichen Afrika. Auf dem Kontinent stirbt alle 45 Sekunden ein Kind an der Tropenkrankheit.

Ein Drittel der 108 Länder, in denen Malaria vorkomme, sei dabei, die Krankheit auszurotten, berichtete Robert Newman von der WHO auf einer Konferenz in Seattle. "Bessere Testmethoden und Überwachung haben uns ein klares Bild davon geliefert, wo wir stehen", sagte der Leiter des weltweiten Malariaprogramms der WHO.

Ein erstes Programm zur Ausrottung der Malaria lief von 1955 bis 1972. Die WHO erklärte damals 20 Länder als malariafrei. Nach dem Ende des Programms kehrte die von Mücken übertragene Krankheit jedoch in 16 Länder wieder zurück. Laut der nun vorgelegten WHO-Studie haben in den vergangenen Jahren sieben Länder die Krankheit ausgerottet.

Nach Berechnungen von Roll Back Malaria zeigen die verschiedenen Maßnahmen gegen die Krankheit wie mit Insektiziden behandelte Moskitonetze und neue Medikamente Wirkung. In den vergangenen Jahren seien dadurch etwa 1,1 Millionen Menschenleben in Afrika gerettet worden. Auch die Finanzierung der Malaria-Programme habe sich deutlich verbessert - nicht zuletzt dank der Spenden der Gates Foundation, hinter der Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Frau Melinda stehen.

hda/AFP

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