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Zigarettenkonsum: Rauch-Stopp-Programme retten Menschenleben

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Werden weniger: Anteil der Raucher in der Bevölkerung gesunken

Tabaksteuern, Aufklärung oder Rauch-Stopp-Programme zeigen Wirkung. Zwei neue Studien belegen: Die Maßnahmen retten viele Menschenleben und erhöhen die Lebenserwartung der Bevölkerung. In Deutschland hat die Zahl der Raucher abgenommen.

Hamburg - Trotz vieler Erfolge bleibt Rauchen ein zentrales Problem des Gesundheitswesens: Tabaksteuern, Aufklärung oder Rauch-Stopp-Programme haben aber beispielsweise in den USA in den vergangenen 50 Jahren acht Millionen Menschen vor einem vorzeitigen Rauchertod bewahrt. Weltweit sei der Anteil der Raucher in der Bevölkerung deutlich gesunken, berichten US-Forscher in mehreren Studien, die im Fachblatt "JAMA" veröffentlicht worden sind.

Dennoch sei die absolute Zahl der Raucher seit den achtziger Jahren weltweit sogar gestiegen - weil die Weltbevölkerung seit 1980 von 4,5 Milliarden auf 7 Milliarden stieg, wuchs die Zahl der Raucher von 721 Millionen auf 967 Millionen.

Wie Wissenschaftler um Marie Ng vom Institute for Health Metrics and Evaluation an der University of Washington in Seattle berichten, sei der Anteil der Raucher an der Bevölkerung jedoch gesunken. Die Forscher hatten für 187 Länder Daten zum Rauchverhalten der Bürger zwischen 1980 und 2012 ermittelt.

In Deutschland rauchen immer weniger Menschen

In Deutschland geht die Zahl der Raucher nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) stetig zurück. "Wir sehen einen kontinuierlichen Rückgang in der Gesamtbevölkerung, aber vor allem auch bei den Kindern und Jugendlichen", sagt Martina Pötschke-Langer vom DKFZ. Wurden 2002 noch insgesamt 145 Milliarden Zigaretten in Deutschland geraucht, waren es 2012 nur noch 82 Milliarden.

Diese Entwicklung sei vor allem auf die Erhöhung der Tabaksteuer sowie auf den Erlass der Nichtraucherschutzgesetze im Jahr 2007 zurückzuführen, sagt Pötschke-Langer. "Diese Gesetze und die Debatten darum haben dazu geführt, dass die soziale Akzeptanz des Rauchens extrem zurückgegangen ist."

Für die Zukunft sei die Einführung eines umfassendes Werbeverbots eine weitere zentrale Maßnahme im Nichtraucherschutz. Der für 2015 erwartete Aufdruck sogenannter Schockbilder auf den Zigarettenpackungen werde zu einem weiteren Rückgang der Raucherzahlen in der Bevölkerung führen, ist die Expertin überzeugt.

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Zigaretten: Schockbilder und Werbeverbot gegen Raucher

Die Auswirkungen des Rauchens

In den USA veröffentlichten Experten 1964 einen ersten umfassenden Bericht zu den Auswirkungen des Rauchens auf die Gesundheit. Als Folge dieses Berichts wurden in den USA in den folgenden Jahren von staatlicher und privater Seite zahlreiche Maßnahmen initiiert, die die Menschen vom Rauchen abhalten oder zum Aufhören bewegen sollten. Dazu gehörten zum Beispiel die Erhöhung der Tabaksteuer, der Erlass von Gesetzen zum Nichtraucherschutz und die Einführung von Marketingbeschränkungen.

Die Wissenschaftler um Theodore Holford von der Yale School of Public Health in New Haven (US-Bundesstaat Connecticut) untersuchten in einer Studie, wie sich diese Maßnahmen auf die Zahl der durch das Rauchen bedingten Todesfälle ausgewirkt haben. Sie ermittelten dazu zunächst das Verhalten von Rauchern vor 1964, also ohne den Einfluss von Kontrollmaßnahmen. Dazu gehörten zum Beispiel, wie viele Menschen überhaupt rauchten und wie viele Zigaretten sie täglich konsumierten.

Unter Berücksichtigung von epidemiologischen Daten und den vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Einfluss des Rauchens auf die Gesundheit ermittelten sie die Zahl der zu erwartenden Todesfälle durch Tabakkonsum. Die Ergebnisse verglichen die Forscher anschließend mit den tatsächlichen Zahlen zu den Todesfällen seit der Einführung der Kontrollmaßnahmen nach 1964. So konnten sie den positiven Einfluss der Tabakkontrolle herausrechnen.

Das Ergebnis: Zwischen 1964 und 2012 sind in den USA 17,7 Millionen Menschen gestorben, weil sie geraucht hatten. Wären keine Steuerungsmaßnahmen eingeführt worden, wären noch 8 Millionen Menschen mehr gestorben, darunter etwa zweimal so viel Männer wie Frauen, berichten die Wissenschaftler. Die Tabakkontrolle habe zudem die Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung erhöht.

Auch heute rauchen noch fast ein Fünftel der erwachsenen US-Bürger und Hunderttausende Menschen sterben jährlich vorzeitig aufgrund ihres Lasters. Die Einführung der Tabakkontrolle sei eine Erfolgsgeschichte im Gesundheitswesen, so die Forscher, aber es bedürfe anhaltender Anstrengungen, um Tabak-bedingte Erkrankungen und Todesfälle zu eliminieren.

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Zigaretten: Mit Schockbildern und Werbeverbot gegen das Rauchen

nik/dpa

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insgesamt 98 Beiträge
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1. Und die Tabaksteuern?
rachel-tech 08.01.2014
Der Staat verdient daran - auch bei Alkohol. Finde ich verlogen.
2. "sagt Martina Pötschke-Langer"
bernhard_s2 08.01.2014
Warum erscheint ein Artikel, der seine Weisheit von dieser Frau bezieht unter der Rubrik Wissenschaft?
3. Gebt mir Geld!
huginundmunin 08.01.2014
"Die Einführung der Tabakkontrolle sei eine Erfolgsgeschichte im Gesundheitswesen, so die Forscher, aber es bedürfe anhaltender Anstrengungen" Übersetzt heißt das: Wir brauchen noch ganz lange ganz viel Geld, damit unser Arbeitsplatz erhalten und gut bezahlt wird. Da wir von der Tabakkontrolle weder richtige Mediziner und noch weniger seriöse Wissenschaftler sind, bekommen wir sonst keinen anderen Job mehr.
4. Keine Rettung von Menschenleben ...
karlsiegfried 08.01.2014
... sondern nur Verlängerung von Menschenleben. Denn mit oder ohne Nikotin, der Mensch stirbt trotzdem.
5. Im Gegennsatz zum Alkohol- und Medikamentenentzug
hschmitter 08.01.2014
übernehmen die Kassen aber nicht die Kosten. Jedenfalls nicht vollständig.
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