Zufallsfund: Farbstoff schützt Würmer vor Alzheimer

Ein Zufall könnte Mediziner auf die Spur eines Alzheimer-Medikaments gebracht haben: Ein Farbstoff aus dem Labor kann das Leben von Fadenwürmern verlängern - und sie vor Alzheimer-ähnlichen Erkrankungen schützen. Die Forscher hoffen, dass die Substanz bei Säugern ähnlich wirkt.

Fadenwurm Caenorhabditis elegans: beliebter ModellorganismusZur Großansicht
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Fadenwurm Caenorhabditis elegans: beliebter Modellorganismus

Thioflavin T, kurz ThT, gehört zu Forschers Lieblingen im Labor. Der gelbe Farbstoff heftet sich an die sogenannten Amyloid-Plaques - jene Eiweiß-Verklumpungen im Gehirn, die als Verursacher der Demenzerkrankung Alzheimer gelten. Mit Hilfe der farbigen Markierungen lässt sich die Entwicklung der Plaques verfolgen, unter anderem bei Fadenwürmern.

Die Tiere sind beliebte Modellorganismen, weil sie speziell so gezüchtet werden können, dass ihre Nerven die für Alzheimer typischen Symptome entwickeln, wie sie sich auch beim Menschen finden. Bei einem Versuch mit Würmern der Art Caenorhabditis elegans haben US-Forscher nun entdeckt, dass der Farbstoff bei den Tieren offenbar auch positive Effekte hat.

Mit ThT behandelte Würmer hätten eine um 50 Prozent verlängerte Lebenserwartung, berichten Forscher um Silvestre Alavez vom Buck Institute for Research on Aging in Novato (US-Bundesstaat Kalifornien) im Fachblatt "Nature". Auch Prozesse, die denen bei der Alzheimererkrankung beim Menschen ähneln, konnte der Farbstoff bei den Versuchstieren verlangsamen. Die Verklumpung der schädlichen Amyloid-Plaques sei verzögert gewesen.

"Mit ThT haben wir jetzt einen neuen Weg für die Suche nach Substanzen eröffnet, die sowohl generell lebensverlängernd wirken als auch Krankheitsverläufe bremsen können", sagt Alavez. Die Forscher wollen nun testen, ob diese Effekte auch bei Mäusen auftreten. Bei den Nagern gibt es ebenfalls Zuchtlinien, die Formen von Alzheimer entwickeln. Außerdem wollen die Wissenschaftler die Wirkmechanismen des Farbstoffes genauer entschlüsseln.

Sie vermuten, dass die Substanz Regelsysteme stabilisiert, die den Auf- und Abbau von Eiweißen regeln. Es ist bereits bekannt, dass diese Systeme bei Alzheimer aus dem Lot geraten. Sie gelten aber auch generell als wichtige Faktoren für Alterungsprozesse.

chs/dapd

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  • Donnerstag, 31.03.2011 – 09:19 Uhr
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Die wichtigsten Fragen zur Alzheimer-Erkrankung (AD)
Bei den meisten Menschen nimmt das Erinnerungsvermögen mit zunehmendem Alter leicht ab. Altersbedingte Vergesslichkeit kann man deshalb nicht immer von den ersten Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung unterscheiden. Im Fachjargon sprechen Forscher von "Mild Cognitive Impairment" (MCI), also der milden Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten. Viele Menschen mit MCI bekommen zwar Alzheimer - trotzdem ist MCI noch lange keine Diagnose dafür. Alzheimer-Patienten verlieren häufig nach und nach das sogenannte episodische Gedächtnis. Sie erinnern sich zum Beispiel nicht mehr, dass ein Gespräch vor einem Tag stattfand. Andere typische Merkmale sind: Der Betroffene hat Wortfindungsstörungen oder Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung (beispielsweise Schwierigkeiten beim Krawatte knoten oder Auto einparken). Oder aber der Patient verliert die Orientierung - und vertut sich etwa mit der Zeit oder geht in eigentlich bekannten Umgebungen verloren.






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