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Studie Leukämiegefahr durch Hochspannung

Noch ist es lediglich ein statistischer Zusammenhang - doch starke elektromagnetische Felder, wie sie in der Nähe von Hochspannungsleitungen vorkommen, lösen bei Kindern womöglich Leukämie aus.

Die statistische Korrelation ist zwar schwach aber vorhanden: Knapp 2000 Kinder haben Forscher des Instituts für medizinische Statistik an der Universität Mainz in den vergangenen Jahren untersucht - mit einem überraschenden Ergebnis. Demnach erkranken Kinder, die während der Nacht einem Magnetfeld von mehr als 0,2 Mikrotesla ausgesetzt sind, häufiger an Leukämie.

Hausgemachte Gefahr: In weniger als einem Drittel aller Fälle sorgten Strommasten für erhöhte Magnetfelder
AP

Hausgemachte Gefahr: In weniger als einem Drittel aller Fälle sorgten Strommasten für erhöhte Magnetfelder

Ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Magnetfeld und Krankheit besteht, wissen die Mainzer Experten nicht. "Ein biologische Erklärung für diese Beobachtung", meinen die Forscher, "ist bisher nicht bekannt."

Das Ergebnis decke sich mit den Beobachtungen anderer Studien, sagt der Mainzer Krebsepidemiologe Joachim Schütz. Demnach spiele nicht nur die Höhe des Magnetfelds eine wichtige Rolle. Auch bei Kindern unter fünf Jahren ist die Assoziation zwischen Krankheit und elektromagnetischen Feldern stärker. Generell lasse sich sagen, dass ab einer Feldstärke von 0,2 Mikrotesla das Leukämierisiko auf das Dreifache steige.

Grund zur Panik bestehe dennoch nicht, beruhigen die Mediziner. Die zweijährigen Untersuchungen in Westdeutschland hätten gezeigt, dass derart starke Magnetfelder lediglich in 1,4 Prozent aller für die Allgemeinbevölkerung repräsentativen Wohnungen anzutreffen seien. Eine Feldstärke von mehr als 0,4 Mikrotesla sei sogar nur in 0,2 Prozent aller Wohnungen gemessen worden.

Dabei ist, so Ingenieur Jan Peter Grigat, die Nähe einer Wohnung zu einer Hochspannungsleitung allein kein Indiz für ein überhöhtes Magnetfeld. Nur jede dritte Leitung, die in weniger als 50 Metern an den untersuchten Häusern vorbeiführte, produzierte Feldstärken über 0,2 Mikrotesla. Oftmals hinterlassen Elektrogeräte im Haus deutlichere Spuren als Leitungen vor dem Haus.

Falls tatsächlich ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Magnetfeld und Leukämie bestehe, wäre seine Auswirkung somit klein. Die Wissenschaftler schätzen, dass - wenn überhaupt - nur etwa drei bis vier der jährlich 620 Leukämiefälle in der Bundesrepublik auf zu hohe elektromagnetische Felder zurückgeführt werden können.

Trotzdem ist, so die Mediziner, Vorsicht angebracht: Familien mit kleinen Kindern, die in großer Nähe zu Hochspannungsleitungen lebten, sollten sich auf jeden Fall über das Magnetfeld, dem sie ausgesetzt seien, informieren lassen.

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