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08.05.2001
 

Langlebigkeit

Lernen von den Nonnen

Leben Ordensschwestern länger? Neurologen sind der Frage nachgegangen und haben dabei festgestellt, dass schon in der Jugend verfasste Schriften auf Langlebigkeit hindeuten.

Katholische Nonnen: Optimismus in frühen Jahren könnte das Leben verlängern
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REUTERS

Katholische Nonnen: Optimismus in frühen Jahren könnte das Leben verlängern

Zufriedenheit und Zuversicht in jungen Jahren können die Chancen auf ein langes Leben erhöhen. Zu dieser Erkenntnis gelangte ein Team um den Neurologen David Snowdon von der University of Kentucky, das katholische Nonnen über 15 Jahre lang untersucht hat. Die ungewöhnliche Langzeitstudie, die vom National Institute of Aging gefördert wird, befasst sich mit Fragen der Langlebigkeit und den Risiken der Alzheimer-Erkrankung.

Snowdon und seine Kollegen hatten es geschafft, 678 Angehörige des deutschstämmigen katholischen Ordens School Sisters of Notre Dame für ihre Forschungsarbeit zu gewinnen. Die Nonnen, mittlerweile im Alter von 75 bis 106 Jahren, erklärten sich bereit, jedes Jahr an einem Test ihrer geistigen und körperlichen Fähigkeiten teilzunehmen und Blutproben abzugeben. Darüber hinaus willigten sie sogar ein, ihr Gehirn nach ihrem Tod der Medizin zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich analysierten die Wissenschaftler 180 Autobiografien, die von den Nonnen mit etwa 20 Jahren verfasst worden waren. Erste Auswertungen hatten ergeben, dass Schwestern mit einem größeren Ausdrucksvermögen im Alter seltener an Alzheimer erkrankten. "Wir stellten fest, dass wir mit einer Genauigkeit von 85 bis 90 Prozent typische Gehirnschäden vorhersagen konnten, indem wir die mentalen Funktionen in frühen Jahren analysierten", erklärt Snowdon.

Für ihre neue Studie, die im "Journal of Personality and Social Psychology" erscheint, durchsuchten die Forscher die Schriftstücke nach Schlüsselbegriffen wie "froh", "Freude", "Liebe", "hoffnungsvoll" und "zufrieden". Jene Schwestern, die diese Worte besonders häufig gebrauchten, lebten bis zu zehn Jahre länger, fand das Team heraus. "Je optimistischer ein Mensch ist, desto weniger belastet er im Laufe der Jahre seinen Köper", folgert Snowdon.

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