Das internationale Walfangverbot bleibt unverändert bestehen. Ein Versuch, an dem seit 1986 geltenden offiziellen Walfangverbot zu rütteln, ist am Donnerstag bei der Konferenz der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) in London gescheitert.
Ein Papier zum "Bewirtschaftungsverfahren", wie das Abschlachten der gefährdeten Meeressäuger von seinen Befürwortern genannt wird, wurde mangels Konsenses im Kreise der 37 stimmberechtigten Staaten zurückgezogen. Wie das Sekretariat der Kommission mitteilte, soll der Vorschlag nicht mehr zur Abstimmung gestellt werden.
Er sah vor, die weltweiten Walbestände genau zu analysieren und auf der Basis dieser Daten mögliche Fangquoten einzuführen. Auch die Bundesrepublik Deutschland hatte ein derartiges Verfahren als unzureichend abgelehnt.
Verbraucherschutzministerin Renate Künast hatte noch am Mittwochabend erheblichen Druck auf die Walfangnationen angekündigt und gleichzeitig die Vorteile des Waltourismus in den Vordergrund gestellt. Deutschland werde sich, so Künast, für das Walfang-Moratorium auch über die derzeitige Jahreskonferenz der Internationalen Walfang-Kommission hinaus einsetzen.
Für die Wale bringt das Londoner Ergebnis allerdings wenig: Trotz des Fangverbotes wird Walfang von Norwegen und Japan betrieben. Während die Skandinavier juristische Gründe anführen, schiebt Japan die Wissenschaft vor: Um den Mageninhalt der Meeressäuger zu analysieren, um Erkenntnisse über den Einfluss der Tiere auf die Fischvorkommen zu erhalten, müssten jährlich 500 Wale getötet werden - und anschließend in den Küchen japanischer Restaurants landen.
Auch Island hat angekündigt, wieder kommerziellen Walfang zu betreiben. Das nordische Land war in London mit seinem Antrag gescheitert, Vollmitglied der IWC zu werden. Wenig verwunderlich: Die Isländer hatten ihren Aufnahmeantrag mit dem Vorbehalt verknüpft, von dem seit 15 Jahren geltenden Walfangverbot ausgenommen zu werden.
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