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Creutzfeldt-Jakob Experten erwarten weniger Todesfälle

Die menschliche Form des Rinderwahns könnte neuen Prognosen zufolge deutlich weniger Todesopfer fordern als bislang angenommen. Demnach ist der Höhepunkt der Krankheitswelle bereits erreicht.

Untersuchung einer menschlichen Hirnprobe: Ist der Höhepunkt der vCJK-Welle bereits erreicht?
REUTERS

Untersuchung einer menschlichen Hirnprobe: Ist der Höhepunkt der vCJK-Welle bereits erreicht?

Entgegen pessimistischen Vorhersagen von Tausenden Opfern der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) gehen französische und britische Forscher nun von rund 200 Todesfällen aus. Ihr neues Modell zur Verbreitung der bislang unheilbaren Hirnkrankheit, die vermutlich durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Fleisch ausgelöst wird, veröffentlichen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science".

Das Team um Alain-Jacques Valleron von der Université Pierre et Marie Curie in Paris entwickelte seine Prognose auf Basis der vCJK-Fälle in Großbritannien, wo bislang mehr als hundert Menschen an der Krankheit gestorben sind. Das Rechenmodell der Forscher stützt sich vor allem auf das Alter der bisherigen Opfer, das im Durchschnitt bei nur 28 Jahren liegt.

Valleron und seine Kollegen schließen aus diesem niedrigen Durchschnittsalter, dass Kinder besonders anfällig für eine Ansteckung sind. Ab einem Alter von 15 Jahren nehme das Risiko, an vCJK zu erkranken, vermutlich immer weiter ab. Die Forscher gehen davon aus, dass alle Infektionen im Zeitraum von 1980 bis 1989 erfolgten, als in Großbritannien schätzungsweise knapp 500.000 an BSE leidende Rinder zum Verzehr geschlachtet wurden.

Auf Basis dieser Annahmen sagt das Team eine Inkubationszeit von durchschnittlich 17 Jahren voraus. Nach der Kalkulation der Forscher hat die Krankheitswelle ihren Höhepunkt erreicht, die Zahl der vCJK-Toten wird demnach vermutlich bei etwa 200 liegen. Rein rechnerisch schließt das Modell mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent eine Opferzahl über 403 aus.

Es sei nicht überraschend, dass die Schätzungen zur Verbreitung der Krankheit zurückgingen, sagte der Epidemiologe Graham Medley von der britischen University of Warwick der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Nature". Die Zahl der bekannt gewordenen Fälle sei nicht so schnell gestiegen wie erwartet. Allerdings sollte man auf Grund der spärlichen Daten vorsichtig mit Prognosen umgehen, warnte der Forscher: "Es ist unmöglich, genaue Vorhersagen zu erstellen."

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