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22.03.2002
 

Früherkennung

Bluttest soll Alzheimer-Risiko verraten

Alzheimer könnte sich in Zukunft schon Jahre vor dem Ausbruch nachweisen lassen, hoffen US-Forscher. Der von ihnen erprobte Test funktioniert bislang jedoch nur bei Mäusen.

Alzheimer-Patientin: Hoffnung auf Früherkennung
AP

Alzheimer-Patientin: Hoffnung auf Früherkennung

Bei der Suche nach einer Früherkennungsmethode für Alzheimer ist ein US-Forscherteam möglicherweise einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science" berichten, haben sie einen Bluttest entwickelt, mit dem sie die Krankheit bei Mäusen schon vor dem Ausbruch feststellen können.

Verantwortlich für den schleichenden Gedächtnisverlust bei Alzheimer-Patienten sind Veränderungen im Gehirn: Fragmente eines Proteins namens Beta-Amyloid klumpen sich zusammen und bilden Plaques. Das gefährliche Protein beginnt sich, wie frühere Studien zeigten, mitunter schon 10 bis 20 Jahre vor den ersten Symptomen anzusammeln.

Das Team um Ronald DeMattos von der Washington University School of Medicine in St. Louis untersuchte Mäuse mit einer Genmutation, die sich auch im Erbgut von besonders mit Alzheimer-Fällen belasteten Familien findet. Die Forscher ermittelten bei den Versuchstieren die Beta-Amyloid-Konzentration im Blut, nachdem ihnen ein bestimmter Antikörper gespritzt worden war.

Der Antikörper mit der Bezeichnung m266 bewirkte, dass Beta-Amyloid aus dem Gehirn ins Blut ausgeschüttet wurde. Als DeMattos und seine Kollegen später das Gehirngewebe der Mäuse nach Plaques absuchten, stellten sie fest, dass die zuvor gemessenen Protein-Konzentrationen das jeweilige Ausmaß der Ablagerungen im Gehirn widerspiegelten. Dieser Zusammenhang bestand nur nach Verabreichung des Antikörpers.

Anhand der Daten entwickelten die Wissenschaftler ein Rohmodell, mit dem sich aus den Blutwerten das Alzheimer-Risiko der Mäuse ableiten ließe. Eine ähnliche Vorhersage, so hoffen die Forscher, könnte in Zukunft auch beim Menschen möglich sein, so dass schon Jahre vor dem Ausbruch Therapien eingeleitet werden könnten.

Allerdings warnen sie vor allzu großen Erwartungen: "Wir wissen nicht, ob sich das Ergebnis der Mäuseversuche auf den Menschen übertragen lässt", sagt Teammitglied David Holtzman von der Washington University. "Wenn das aber der Fall ist, könnte die Entdeckung zu einer nicht-invasiven Methode führen, mit der sich Alzheimer sogar vor dem Auftreten klinischer Symptome nachweisen lässt."

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