Als vorige Woche erneut riesige Eisschollen vom Randbereich der Antarktis abbrachen, war weltweit die Aufregung groß. In der kanadischen Provinz Neufundland dagegen wird die Geburt neuer Eisberge stets freudig begrüßt: Sie bringen Geld.
Das gefrorene Wasser, aus dem sie bestehen, ist gut und gern 10.000 Jahre alt. Tüchtige Unternehmer fangen deshalb Eisberge ab, die aus der Polargegend herangetrieben kommen, und zerlegen die Beute. Aus dem Schmelzwasser machen sie "Iceberg Vodka", Bier oder Nobelwasser von angeblich unübertroffener Güte.
Die Erntemethoden waren bislang eher schlicht: Arbeiter enterten den Berg von Fischerbooten aus, zückten Kettensägen, die mit Pflanzenöl geschmiert waren, und schnitten Klötze aus den Eismassen.
Nun aber soll der Eisbergbau im Großmaßstab beginnen: Die Firma Iceberg Industries baut gerade eine 25 Meter lange Fräse, die sich brachial in die Eisriesen hineingräbt. Ein großer Saugrüssel befördert den Eisbruch dann aufs Mutterschiff, wo er in Heizkesseln geschmolzen, gefiltert und abgefüllt wird.
Die Firma erhofft sich davon den Schritt zum großen Geschäft. Schließlich bekommen die Kunden für den Aufpreis, anders als bei gereinigtem Allerweltswasser, Reinheit in einem höheren Sinn schon weil, wie ein Sprecher sagt, "noch kein Mensch hineingepinkelt hat".
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