Mehr als 100.000 hohle, durchlöcherte Betonkugeln liegen verstreut auf dem Grund der Weltmeere. Versenkt hat sie die US-Firma Reef Ball Development. Auf den Kugeln sollen sich Korallen und Muscheln ansiedeln.
Diese künstlichen Riffe wurden bislang großteils über Staatsaufträge finanziert. Nun aber propagiert die Firma, gegründet von Öko-Aktivisten, eine ungewöhnliche Art der Mischnutzung: Ein Tochterunternehmen bietet die Kugeln als extravagante Grabstätten an. Wer einem teuren Verstorbenen über den Tod hinaus Originalität sichern will, zahlt zwischen 800 und 3000 Dollar. Dafür wird die Asche in den pH-neutralen Beton gemengt, aus dem die Firma ihre Kugeln gießt.
Die Grabmale (Durchmesser: etwa ein Meter) könnten auf dem Meeresgrund mehrere Jahrhunderte überdauern, bis schließlich die gebundenen Nährstoffe sich langsam auflösen im verschwenderischen Ökosystem des Riffs. Die Kundschaft ist bezaubert von dieser Aussicht: Fast hundert Grabkugeln wurden bereits vor der US-Ostküste deponiert.
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