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19.06.2002
 

Wehrtechnik

US-Forscher testen Hyperschall-Rakete

Mehr als sechsfache Schallgeschwindigkeit soll ein neuartiger Marschflugkörper erreichen, den US-Forscher derzeit entwickeln. Erste Bodentests der superschnellen Missile verliefen erfolgreich.

Hyperschall-Missile im Testlabor: Maximales Tempo von Mach 6,5
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DARPA/ ONR/ Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory

Hyperschall-Missile im Testlabor: Maximales Tempo von Mach 6,5

In der ganzen Welt forschen Wissenschaftler und Ingenieure an Hyperschall-Triebwerken, die Fluggeräte auf über fünffache Schallgeschwindigkeit (Mach fünf) katapultieren sollen. Derartige Antriebe könnten in Zukunft nicht nur bei zivilen Flugzeugen oder Raumfähren zur Anwendung kommen, auch das Militär ist im Temporausch: Es hofft auf neuartige Cruise Missiles, die ihr Ziel in kürzester Zeit erreichen.

An einem solchen Marschflugkörper arbeiten derzeit Forscher vom Applied Physics Laboratory (APL) der Johns Hopkins University. Im Rahmen des Hyperschall-Programms HyFly, das vor kurzem von den militärischen Forschungsbehörden Darpa und Office of Naval Research ins Leben gerufen wurde, haben sie ein neuartiges Triebwerk entwickelt, das Raketen auf Mach 6,5 beschleunigen soll. Bei einem ersten kompletten Bodentest, der die Flugbedingungen simulierte, funktionierte der Antrieb einwandfrei, berichtet das Team.

Möglich wird die Geschwindigkeit durch einen so genannten Scramjet-Antrieb (Supersonic Combustion Ramjet). Bei dem Staustrahltriebwerk mit Überschallverbrennung wird die eingesaugte Luft nicht wie bei herkömmlichen Jet-Antrieben durch einen rotierenden Verdichter, sondern allein durch das hohe Flugtempo komprimiert. Der von den US-Forschern entwickelte Antrieb arbeitet in zwei Stufen: Er erlaubt neben Überschall- auch noch Unterschallverbrennung und ist damit vielseitiger einsetzbar.

Die derart betriebene Missile, die auch so genannte Submunition wie etwa Anti-Panzer-Geschosse abwerfen soll, wird den Plänen zufolge in einer Höhe von 28 Kilometern operieren. Ihre Ziele, die bei Maximalgeschwindigkeit in einer Entfernung von 1100 Kilometern liegen können, soll die Rakete in weniger als zehn Minuten erreichen. Wird das Tempo auf Mach vier heruntergeregelt, erhöht sich die Reichweite auf bis zu 1500 Kilometer. Anders als frühere experimentelle Scramjet-Antriebe arbeitet das APL-Triebwerk mit dem konventionellen Treibstoff, der auch in Tomahawk-Marschflugkörpern für Vortrieb sorgt.

Bei dem Experiment am 30. Mai im Testlabor des Langley Research Center der US-Raumfahrtbehörde Nasa simulierten die Wissenschaftler den Triebwerk-Einsatz bei Mach 6,5 und in 28 Kilometer Flughöhe. Dabei habe sich der Antrieb als robust erwiesen, so die Forscher. Das Team plant eine Reihe weiterer Tests, erstmals abheben wird der Flugkörper voraussichtlich Ende des nächsten Jahres. Bis 2005 soll die Rakete schließlich aus eigenem Antrieb mit Mach 6,0 fliegen.

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