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03.08.2002
 

Klinische Tests

Antibiotikum hilft gegen Alzheimer

Ein vor Jahrzehnten entwickeltes Antibiotikum steht womöglich vor einem Comeback als Alzheimermittel: Wie Tests an Patienten ergaben, kann der Wirkstoff die Krankheit bremsen.

An Alzheimer erkrankte Patientin: Antibiotikum bremst den Krankheitsverlauf
AP

An Alzheimer erkrankte Patientin: Antibiotikum bremst den Krankheitsverlauf

Ein fast vergessenes Antibiotikum scheint im Kampf gegen Alzheimer zu helfen: In ersten klinischen Tests konnte Clioquinol das Fortschreiten des schweren Nervenleidens verlangsamen. Das Ausgangsmaterial für die Eiweißablagerungen, die sich bei Kranken im Gehirn bilden, wurde deutlich reduziert. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner aktuellen Ausgabe.

Durch die Studienergebnisse sehen sich die australischen und amerikanischen Forscher um Ashley Bush von der Harvard University in ihrer Vermutung bestätigt, dass Metalle bei der Alzheimerschen Erkrankung eine Rolle spielen. Clioquinol, das auch Cliochinolin genannt wird, bindet Kupfer und Zink. Die Metallionen verändern laut Bush normalerweise bei Alzheimer-Kranken die Ablagerungen im Gehirn, so dass sie die Produktion von giftigem Wasserstoffperoxid anstoßen.

Dieses Wasserstoffperoxid richtet laut Bush die verheerenden Schäden in den Nervenzellen an. Erst kürzlich haben Forscher dem Magazin zufolge gezeigt, dass Clioquinol die Produktion von Wasserstoffperoxid reduziert. Die Ergebnisse stellen auch die Auffassung in Frage, nach der die Plaques an sich eine Hauptrolle bei den Nervenschäden der Alzheimer-Kranken spielen.

Den klinischen Studien mit Clioquinol sind viel versprechende Tierexperimente vorausgegangen, die das US-Forscherteam bereits im November 2000 auf einem Kongress in New Orleans vorstellte. Bei Mäusen baute das Antibiotikum Eiweißplaques im Hirn ab. Bei jüngeren Nagern gelang es den Forschern mit dem Mittel sogar, die Ablagerungen komplett auszulöschen.

Neben der von Bush und Kollegen favorisierten Theorie, dass Metalle wie Kupfer, Zink und Eisen an der Entstehung der Alzheimerschen Erkrankung beteiligt sind, gibt es auch die Annahme, dass die Krankheit etwa durch eine schleichende Aluminiumvergiftung ausgelöst werden kann.

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