Mittels Elektroden wurde laut "Nature" das Gehirn einer Epilepsie-Patientin während einer Behandlung stimuliert. Prompt begann die 43 Jahre alte Frau zu berichten, dass sie ihren Körper verlassen habe und über ihm schweben würde. "Ich sehe mich selbst im Bett liegen, von oben", sagte sie Olaf Blanke und seinen Kollegen von den Universitätskliniken in Genf und Lausanne.
Die Ärzte riefen das Phänomen hervor, in dem sie ein Gebiet namens Gyrus angularis im rechten Kortex des Gehirns, das am räumlichen Empfinden beteiligt ist, stimulierten. Insgesamt dreimal manipulierten die Forscher die Patientin, wobei ihr Erlebnis jeweils zirka zwei Sekunden andauerte. Auch berichtete die Frau, dass sie beim Blick auf ihre Beine den Eindruck hatte, dass diese kürzer würden.
Zirka zehn Prozent der Personen, die kurzeitig klinisch tot waren, berichteten von derartigen "Out-of-Body Experiences", in diesem Fall auch Nahtod-Erlebnisse genannt. Auch unter Migräne-, Epilepsie- und Schlaganfall-Patienten gab es in der Vergangenheit Fälle, die davon berichteten, ihren Körper kurzeitig verlassen zu haben.
Warum Menschen, die dem Tod von der Schippe gesprungen sind, ähnliches erleben, bleibt dagegen noch ungeklärt. Blanke sagte, dass hier eventuell Sauerstoffmangel oder eine Fehlfunktion gewisser Gehirnregionen eine Rolle spielen könnten.
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