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26.09.2002
 

Nach Rauswurf

Deutscher Top-Wissenschaftler im Fadenkreuz seiner Kollegen

Nun prüft auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Vorwürfe gegen den ehemaligen Top-Physiker Jan Hendrik Schön. Das renommierte amerikanische Labor Bell Lab hat ihn vor die Tür gesetzt, weil er jahrelang seine Daten gefälscht haben soll.

Zwischen 1998 und 2001 soll der 32-jährige Physiker Jan Hendrik Schön in zahlreichen Fällen die Ergebnisse und Daten seiner wissenschaftlichen Studien manipuliert haben. Schön soll viele seiner Forschungen auch gar nicht in dem Bell-Labor, sondern an seiner ehemaligen Universität in Konstanz gemacht haben, an der er 1997 seinen Doktortitel erworben hatte. Die Forschungsarbeit des Deutschen galt als so überzeugend, dass Kollegen ihn laut "New York Times" schon auf dem Weg zu einem Nobelpreis sahen.

Jan Hendrik Schön: Der Top-Physiker muss sich nun in Deutschland rechtfertigen
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DPA

Jan Hendrik Schön: Der Top-Physiker muss sich nun in Deutschland rechtfertigen

Am Freitag meldete sich nun die DFG zu Wort, die die gegen Schön erhobenen Vorwürfe prüfen will, da es einen hinreichendne Verdacht gebe, so Sprecherin Eva-Maria Streier. Neben einem Ausschuss, der für den Fall Schön angesetzt wird, soll der Beschuldigte auch selbst zu Wort kommen.

Schön selbst räumte laut "New York Times" in einer schriftlichen Stellungsnahme ein Fehler gemacht zu haben. Er habe allerdings darauf beharrt, dass seine Ergebnisse auf experimentellen Beobachtungen beruhen. "Ich bin überzeugt, dass sie richtig sind," zitiert ihn die Zeitung.

Das zu dem Technologieriesen Lucent gehörende Bell Lab hatte auf Grund der Forschung des Deutschen mehrere wissenschaftliche Durchbrüche bekannt gegeben. So etwa im vergangenen Herbst, dass ein molekülgroßer Transistor entwickelt worden sei, der genau so gut funktionierte wie die traditionellen Silizium-Chips in den heutigen Computern.

Die Bell-Laboratorien haben nach Angaben der Konstanzer Universität bereits im Mai 2002 eine Kommission eingesetzt, welche die wissenschaftliche Arbeit des Deutschen unter die Lupe nehmen soll. Die Hochschule warte nun auf diesen Prüfbericht.

Die Karrirere von Schön dürfte damit ein jähes Ende gefunden haben. Tragisch: Er stand kurz vor seiner Berufung an ein Max-Planck-Institut.

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