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27.12.2002
 

USA

Eve, der Sektenklon der Raelianer

Sündenfall oder Lug und Trug? Eine Amerikanerin soll das erste Klon-Baby zur Welt gebracht haben. Wie Brigitte Boisselier von der Ufo-gläubigen Sekte der Raelianer am Freitag verkündete, wurde das Kind am zweiten Weihnachtstag um 17.55 Uhr MEZ geboren. Der Beweis für den Tabu-Bruch steht allerdings noch aus.

"Baby gesund, Eltern zufrieden": Clonaid-Chefin Brigitte Boisselier
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REUTERS

"Baby gesund, Eltern zufrieden": Clonaid-Chefin Brigitte Boisselier

Miami - Das Mädchen, das bislang Eve genannt wird, sei wohlauf, teilte die Direktorin des von der Sekte gegründeten Unternehmens Clonaid, Brigitte Boisselier, bei einer Pressekonferenz in Florida mit. Der Klon der 31-jährigen Mutter soll sieben Pfund wiegen, der Vater ist den Angaben zufolge unfruchtbar.

"Das Baby ist sehr gesund und die Eltern sind sehr zufrieden", sagte Boisselier. Es sei am Donnerstag per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Für das Paar sei es das zweite Kind. In welchem Land des Baby geboren wurde, wollte Boisselier nicht sagen. Die Eltern würden sich zum gegebenen Zeitpunkt der Presse stellen. Nach Angaben von Boisselier wurde bei dem Klonen des Mädchens praktisch dieselbe Methode angewandt wie bei dem Klonschaf Dolly.

Bereits in der kommenden Woche solle das nächste Klonbaby geboren werden - in Nordeuropa. Die künftigen Eltern seien ein lesbisches Paar, sagte Boisselier. Noch im Januar kämen zwei weitere Klonbabys zur Welt, behauptete sie: jeweils eins in Asien und Nordamerika.

Dieses von Clonaid herausgegebene Bild zeigt einen menschlichen Klonembryo
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DPA

Dieses von Clonaid herausgegebene Bild zeigt einen menschlichen Klonembryo

Boisselier präsentierte bei der Pressekonferenz den freien Journalisten Michael Guillan als Gutachter. Der frühere ABC-TV-Reporter will nach eigenen Angaben Wissenschaftlern die Klonierungsdaten zur Überprüfung vorlegen. Ihm und den Forschern sei völlige Unabhängigkeit durch Clonaid zugesichert worden. Auch er selbst nahm für sich in Anspruch, unabhängig zu sein. Das Baby werde in drei Tagen die Klinik verlassen, sagte Boisselier. Dann könnten die Wissenschaftler eine genetische Probe nehmen und sollten innerhalb von einer Woche den Nachweis führen können, dass das Baby tatsächlich geklont sei.

Erstmals hatte Boisselier Anfang Dezember angekündigt, dass sie ein Klonbaby von einer 30-jährigen Frau herstellen wolle. Das Kind sei eine genetische Kopie der Mutter. Im Oktober hatte sie angekündigt, mehrere Frauen seien mit geklonten Embryonen schwanger.

Ein unabhängiger Forscher soll laut Boisselier die DNS der Frau und des Baby untersuchen dürfen. Viele Experten sind skeptisch, ob Clonaid überhaupt in der Lage ist, Lebewesen zu klonen.

Sollte die Geburt des Klonbabys tatsächlich von unabhängiger Seite bestätigt werden, wäre es das erste Kind, das durch Klonen gezeugt und dessen Geburt öffentlich bekannt gegeben wurde. Experten kritisieren das Klonen von Menschen als unverantwortlich und fordern ein weltweites Verbot.

Neben Clonaid arbeiten unter anderen auch Forscher um den US-Mediziner Panos Zavos und ein Team um den italienischen Gynäkologen Severino Antinori am ersten Klonbaby. Antinori hatte Ende November die Geburt des ersten Klonbabys für Anfang Januar 2003 angekündigt.

Lässt an außerirdische Ahnen glauben: Rael- und Clonaid-Gründer Claude Vorilhon spielt den Alien
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DPA

Lässt an außerirdische Ahnen glauben: Rael- und Clonaid-Gründer Claude Vorilhon spielt den Alien

Die 46-jährige Chemikerin Boisselier gehört der Raelianer-Sekte an, die glaubt, dass Klonen den Menschen das ewige Leben ermöglicht. Nach der Vorstellung der Raelianer landeten vor 25.000 Jahren Außerirdische auf der Erde und erschufen Mensch, Tier und Pflanze durch Klontechnik aus toter Materie. Die Sekte zählt nach eigenen Angaben 55.000 Anhänger und wurde 1973 von dem "Rael" genannten Franzosen Claude Vorilhon gegründet, der heute in Kanada lebt.

Clonaid wurde 1997 von dem früheren Journalisten Vorilhon auf den Bahamas gegründet. Vorilhon will in den siebziger Jahren von Außerirdischen besucht worden sein.

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