Die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) bildet die inneren Organe des Menschen exakt und schonend ab und bedeutete einen entscheidenden Durchbruch sowohl für Behandlung von Kranken als auch für die medizinische Forschung, teilte das Karolinska Institut in Stockholm mit. Der Amerikaner Lauterbur, 74, entdeckte die Möglichkeit, zweidimensionale Bilder mit Hilfe so genannter Gradienten zu erzeugen. Damit konnten Strukturen abgebildet werden, die auf Röntgenbildern unsichtbar blieben. Der Engländer Mansfield, 69, entwickelte nach Angaben des Nobelkomitees die Nutzung von Gradienten im Magnetfeld weiter, so dass durch seine Forschung schließlich eine anwendbare Abbildungstechnik entwickelt werden konnte.
Die beiden Wissenschaftler teilen sich den Preis in Höhe von zehn Millionen Kronen (1,1 Million Euro). Lauterbur und Mansfield erzielten bereits zu Anfang der siebziger Jahre bahnbrechende Forschungsergebnisse, die dazu führten, dass die Magnetresonanz mit der Zeit auch bedeutungsvolle medizinische Anwendungsbereiche finden sollte. Die Magnetresonanz-Tomographie ist anderen Abbildungstechniken häufig überlegen und hat die Diagnostik bei zahlreichen Krankheiten stark verbessert. Die Methode ersetzt mittlerweile etliche beschwerliche und risikoreiche Untersuchungsmethoden.
Diagnose ohne Nebenwirkungen
Die Magnetresonanz-Tomographie, auch als Kernspintomographie bekannt, liefert präzise Bilder von Organen wie Hirn und Leber, aber auch von Gelenken wie dem Knie. Dabei werden keine Röntgenstrahlen oder Radioaktivität eingesetzt, die Methode macht sich Eigenschaften von Wasserstoff-Atomkernen zu Nutze. Auf Grund des hohen Wassergehalts der Körperzellen eignen sich die Wasserstoff-Atomkerne besonders gut für derartige Untersuchungen.
Die MRT beruht auf der Beobachtung von Radiofrequenzsignalen, die von den Wasserstoff-Atomkernen im Gewebe ausgesendet werden. Dafür müssen sie sich in einem starken Magnetfeld befinden und mit einem kurzen Impuls aus Ultrakurzwellen angeregt werden. Die Methode baut darauf auf, dass sich die Wasserstoff-Atomkerne wie winzige Kreisel um ihre eigene Achse drehen und sich wie kleine Magneten verhalten. Auf ein äußeres Magnetfeld hin richten sie sich wie winzige Kompassnadeln aus. Der UKW-Impuls bringt die gleichmäßig ausgerichteten Atomkerne ins Schlingern. Anschließend pendeln die Kerne wieder zurück und senden dabei die Radiowellen aus.
Die Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833 - 1896), überreicht. Im vergangenem Jahr hatten die Briten Sydney Brenner und John Sulston sowie der US-Forscher Robert Horvitz den Medizinnobelpreis erhalten. Sie haben herausgefunden, auf welche Weise die Gene unsere Organe steuern. Zudem haben sie entscheidende Erkenntnisse darüber gewonnen, wie der Körper nicht mehr benötigte Zellen gezielt absterben lässt.
Am Dienstag folgen die Bekanntgaben der Träger des Physik- und am Mittwoch des Chemie-Nobelpreises.
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