Die detaillierte Tumorstudie lässt keinen anderen Schluss zu: Oraler Sex kann Mundkrebs verursachen. Allerdings betonten die französischen Wissenschaftler, dass das weitaus größere Mundkrebsrisiko von Alkohol und Tabak ausgeht. Änderungen im Sexualverhalten empfehlen sie deshalb nicht, schreibt das Wissenschaftsmagazin "New Scientist".
Das Forscherream von der International Agency for Research on Cancer (IARC) aus Lyon hatte 1670 Mundkrebspatienten und 1732 Personen ohne Tumore untersucht, die aus Europa, Kanada, Australien, Kuba und dem Sudan kamen.
In den meisten Tumoren der Erkrankten fanden die Wissenschaftler so genannte Papilloma-Viren. Diese können generell beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und im Laufe der Jahre unter anderem Krebs am Gebärmutterhals auslösen. Einige frühere Studien hatten die Warzenviren auch als Auslöser anderer Tumore, etwa im Mund und am After, überführt.
Patienten mit diesem Virus hatten nach eigenen Angaben drei Mal so häufig Oralsex wie Krebskranke, bei denen das Virus nicht gefunden wurde, berichtet "New Scientist". Das Virus sei gleichermaßen in den Mundtumoren von Frauen und Männern gefunden worden.
Pro Jahr erkrankt etwa einer von 10.000 Menschen an Mundkrebs. Ursachen seien jedoch in erster Linie Rauchen und Alkohol, betonten die Wissenschaftler. Die Drogen gelten als Auslöser für 75 bis 90 Prozent aller Mundtumore.
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