Das Rauchen wird von Medizinern für zahlreiche körperliche Gebrechen verantwortlich gemacht. Nun scheint festzustehen, dass Tabakgenuss schon in moderaten Mengen die Intelligenz deutlich schmälert, und zwar besonders bei Rauchern älteren Semesters.
Dänische, französische, niederländische und britische Wissenschaftler befragten 9.209 Männer und Frauen im Alter von mindestens 65 Jahren nach ihren Rauchgewohnheiten. Anschließend maßen sie knapp zweieinhalb Jahre lang mit Fragebögen und einfachen Intelligenztests immer wieder die geistige Leistungsfähigkeit ihrer Probanden. Das Ergebnis war eindeutig: Während unter den Nichtrauchern die Leistungsfähigkeit lediglich um 0,03 Punkte pro Jahr sank, nahm sie bei den Rauchern mit 0,16 Punkten im Jahr mehr als fünfmal so schnell ab.
Wie Alewijn Ott vom medizinischen Zentrum Erasmus in Rotterdam und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "Neurology" berichten, stieg die Rate des geistigen Verfalls mit der Zahl der Zigaretten. Auch ehemalige Raucher hatten mit 0,06 Punkten im Jahr immer noch einen doppelt so hohen Wert wie Nichtraucher.
Nach Ansicht der Wissenschaftler stecken wahrscheinlich mehrere Mechanismen hinter der Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit. So verursache Tabakkonsum nicht nur die bekannten Risikofaktoren Arteriosklerose und Bluthochdruck, sondern führe auch zu kleinen, lokal begrenzten Durchblutungsstörungen im Gehirn. Obwohl diese meist keine schwerwiegenden Folgen hätten, könnten sie Störungen im komplexen Denkprozess hervorrufen, vermuten die Forscher.
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