Das Experiment hatte im Oktober die Forschergemeinde verblüfft: Rhesusaffen bewegten allein mit ihren Hirnströmen einen Roboterarm, während ihr eigener Arm regungslos blieb. Der US-Mediziner Miguel Nicolelis hatte die Gehirne der Affen mit Dutzenden Elektroden verkabelt. Ein Computer wandelte die Signale in zielgerichtete Bewegungen um.
Das Team um Nicolelis von der Duke University glaubt, dass Ähnliches schon bald auch beim Menschen möglich sein wird. Die Forscher haben mittlerweile Elektroden in menschliche Gehirne implantiert und Signale identifiziert, die schon bald künstliche Arme oder Beine steuern könnten. Sie hoffen, so eines Tages Behinderten oder Menschen mit amputierten Gliedmaßen helfen zu können. Querschnittgelähmte könnten die ersten sein, die von der Gedankensteuerung technischer Geräte profitieren.
Bei ihrem Experiment nutzten die Mediziner modernste Techniken der Gehirnchirurgie, die bei der Behandlung von Parkinson-Patienten zum Einsatz kommen. Sie platzierten 32 Mikroelektroden in den Hirnen von elf Parkinson-Kranken. Dann setzten sie die Probanden an ein Videospiel und zeichneten die Signale aus den Gehirnen auf. Ein Computer analysierte fünf Minuten lang die Bewegungen und konnte sie schließlich den aufgezeichneten Befehlen aus dem Kopf zuordnen - ein Durchbruch, wie die Wissenschaftler glauben.
Damit die Betroffenen nicht mit einem aufwändig verkabelten Kopf herumlaufen müssen, hat das Team um Nicolelis bereits kabellos arbeitende Elektroden ausgetüftelt. "Sie verbleiben permanent im Kopf und senden kontinuierlich Signale aus dem Gehirn", erklärte der Mediziner.
Niolelis hat inzwischen einen Antrag bei den zuständigen US-Behörden gestellt, um weitere Experimente mit Freiwilligen durchführen zu können. "Sobald wir die Erlaubnis haben, bauen wir eine vollständige Apparatur."
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