Hatschi: Forscher haben eine neue Allergie-Impfung entwickelt
Ein internationales Team von Wissenschaftlern konnte dies bei einer klinischen Studie mit 124 Birkenpollen-Allergikern nachweisen. Nach der Behandlung mit veränderten Allergenen normalisierte sich die Immunantwort der Probanden beim Kontakt mit natürlichen Birkenpollen, die Symptome wurden deutlich abgeschwächt, schreibt Rudolf Valenta von der Universität Wien in der Zeitschrift "PNAS".
Valenta und seine Kollegen veränderten Birkenpollenallergien so, dass sie etwa 100 Mal schwächer wirkten als die natürliche Variante. So sollte eine Überreaktion des Körpers verhindert werden. Mit den abgeschwächten Allergenen impften die Forscher die Probanden und beobachteten ein Jahr lang deren Immunreaktion.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei den geimpften Teilnehmern die allergischen Reaktionen bei Kontakt mit natürlichen Birkenpollen deutlich abgeschwächt waren. Die Bildung der entzündungserregenden Antikörper ließ nach, während eine andere Sorte Antikörper, die allergische Reaktionen blockiert, stark zunahm.
Auch die bei Pollenallergikern häufig auftretenden "Kreuzallergien" gegen Nüsse, Äpfel oder Sellerie waren nach der Impfung deutlich schwächer. Die Impfstrategie der Wissenschaftler soll nun weiterentwickelt werden, damit sie sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung eingesetzt werden kann.
Das Immunsystem von Allergikern reagiert übersensibel auf Stoffe, die eigentlich keine Bedrohung für den Körper darstellen. Bei Kontakt mit den Substanzen bildet die Körperabwehr spezielle Antikörper. Sie können Entzündungsreaktionen auslösen und zu Heuschnupfen, Hautirritationen oder Asthma führen können.
Therapien müssen in die Immunantwort eingreifen, um diese Reaktionen zu bekämpfen. Bislang erhält der Patient bei einer Immuntherapie eine niedrige Dosis des Stoffes, auf den er allergisch reagiert. Die folgende Immunreaktion ist bislang jedoch häufig so stark, dass die Impfung mehr schadet als nutzt.
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